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·31 de julio de 2026
Gonzalo García zu Fulham: Das 70-Prozent-Geschäft

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·31 de julio de 2026

70 Millionen Euro – mit dieser Zahl lief die Meldung am Donnerstagvormittag durch die Ticker. Am Nachmittag stand ein anderer Betrag im Raum. Und der erzählt über Real Madrids Geschäftsmodell deutlich mehr als die Schlagzeile.
Cadena COPE meldete zuerst: Fulham zahlt rund 70 Millionen Euro für Gonzalo García, volle Rechte, Real behält lediglich eine bevorzugte Rückkaufoption. Fabrizio Romano griff die Meldung auf. Wenige Stunden später korrigierte COPE die eigene Zahl, Romano löschte seinen Post kommentarlos und setzte das „Here we go“ auf eine deutlich nüchternere Rechnung: 40 Millionen Euro Fixsumme, zwei Millionen an Boni. Marca bestätigte die Struktur – Fulham kauft 70 Prozent der wirtschaftlichen Rechte, nicht den ganzen Spieler.
Für Fulham bleibt es trotzdem ein Vereinsrekord. Der alte Bestwert lag bei rund 40 Millionen für Kevin von Schachtar Donezk. Geknackt, aber eben nicht pulverisiert.
Der interessante Teil des Vertrags steht nicht in der Ablösesumme. Real Madrid sichert sich 30 Prozent am nächsten Transfererlös und dazu ein Matching Right: Sollte irgendwann ein Klub bei Fulham anklopfen, dürfen die Madrilenen jedes Angebot spiegeln. Wer García also in drei Jahren aus London wegkaufen will, verhandelt faktisch mit zwei Vereinen.
Das ist keine Erfindung dieses Sommers, sondern Routine. Víctor Muñoz wechselte über Osasuna für 40 Millionen zu Liverpool – 20 davon flossen wegen einer 50-Prozent-Klausel zurück an den Bernabéu. La Fábrica ist längst kein Ausbildungsbetrieb mehr, sondern eine Beteiligungsgesellschaft mit Rasen. Real hat in diesem Sommer rund 90 Millionen ausgegeben, inklusive der Ablöse für den eigenen Trainer, und über 150 Millionen eingenommen. Ein großer Teil davon stammt aus Spielern, die längst woanders spielen.
Álvaro Arbeloa übernahm Fulham am 7. Juli, Dreijahresvertrag bis 2029, Nachfolger von Marco Silva, der nach fünf Jahren zu Benfica ging. Zuvor hatte der 43-Jährige im Januar bei Real übernommen, nachdem Xabi Alonso nach Chelsea gewechselt war: 28 Pflichtspiele, 18 Siege, Vizemeister hinter Barcelona, im Viertelfinale der Champions League an Bayern gescheitert.
Vor allem aber war Arbeloa der Mann, der die Akademiespieler nach oben zog. García kannte er aus La Fábrica, dann bei Castilla, dann bei den Profis. Palacios ebenso. Wer Arbeloas Karriereweg kennt, weiß: Der greift nicht aus Nostalgie zu. Er kauft Spieler, deren Trainingsverhalten er auswendig kennt – in einer Liga, in der er selbst nie als Trainer gearbeitet hat. Zum Auftakt der Saison 2026/27 trifft er ausgerechnet auf Alonsos Chelsea.
Die naheliegende Erzählung – der neue Trainer mistet aus, die Eigengewächse müssen weichen – trägt hier nicht. José Mourinho, seit dieser Saison zurück in Madrid, hatte den Verkauf wochenlang blockiert. Real gab keinem der interessierten Klubs grünes Licht, weder für eine Leihe noch für einen festen Wechsel. García sollte durch die Vorbereitung, damit Mourinho ihn selbst beurteilen kann. Im 4:1 gegen Leganés traf der 22-Jährige prompt.
Die Frage ist also nicht, ob Mourinho ihn ziehen ließ. Er wollte es nicht. Die Frage ist, warum es trotzdem passierte – und die Antwort steht in der Kaderliste: Vor Mbappé wird García nicht spielen, hinter ihm gibt es keine Minuten zu verteilen, und Fulham zahlte irgendwann eine Summe, bei der Reals Kalkulation kippte. Unter Madrid-Anhängern kursierte am Donnerstag ein Satz, der die Stimmung gut trifft: Der einzige echte Neuner im Kader ist weg.
Der Goldene Schuh von 2025 verdient eine Fußnote: García traf viermal in sechs Spielen – genauso oft wie Di María, Guirassy und Marcos Leonardo. Den Ausschlag gab eine einzige Vorlage auf Arda Güler gegen Pachuca. So knapp kann eine Visitenkarte ausfallen, die anderthalb Jahre später 42 Millionen wert ist.
Bei Palacios ist die Sache weiter offen. Romano meldete am Donnerstag, der Wechsel stehe unmittelbar bevor; die Formel wird noch verhandelt, weil Real auch hier künftige Kontrolle behalten will. Der Achter debütierte im Januar 2026 bei den Profis, kam auf fünf Kurzeinsätze in LaLiga und spielte bei Castilla eine Saison, die sich in den Zahlen je nach Quelle unterscheidet – neun Treffer in 19 Partien in der einen Zählung, 16 in der anderen. Dass Castilla den Aufstieg verpasste, hat die Abwanderungswelle beschleunigt. Ein Vertrag, der 2027 ausläuft, tut sein Übriges.
Elfter in der vergangenen Saison, und der Sturm war der Grund. Raúl Jiménez‘ Vertrag lief Ende Juni aus, er ging ablösefrei zu Wolverhampton. Rodrigo Muniz kam nach einer von Verletzungen zerfressenen Spielzeit auf ein Tor in 21 Premier-League-Spielen. Jonah Kusi-Asare, 19, wurde nach der Leihe für rund zehn Millionen fest verpflichtet, kam bislang aber über sieben Kurzeinsätze nicht hinaus.
García ist in diesem Kader kein Luxus. Er ist die Position.
Zwei Klubs verlassen diesen Deal mit einem Erfolg, den sie unterschiedlich buchen. Fulham hat einen 22-jährigen Neuner, der auf Weltbühne getroffen hat und seinem Trainer blind vertraut. Real hat 42 Millionen, ein Drittel am nächsten Verkauf und die Möglichkeit, jedes künftige Angebot zu kontern. Wer 70 Prozent kauft, bekommt einen Stürmer. Wer 30 Prozent behält, betreibt ein Geschäftsmodell.
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