Gündoğan-Rückkehr? Angerufen hat nur Guardiola | OneFootball

Gündoğan-Rückkehr? Angerufen hat nur Guardiola | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·30 de julio de 2026

Gündoğan-Rückkehr? Angerufen hat nur Guardiola

Imagen del artículo:Gündoğan-Rückkehr? Angerufen hat nur Guardiola

Ein 35-Jähriger sagt, er könne sich irgendwann eine Rolle beim DFB vorstellen. Wenige Antworten später sagt er, dass sich beim DFB bislang niemand gemeldet hat – und dass der Einzige, der ihm etwas angeboten hat, Pep Guardiola heißt. Aus diesen Sätzen ist über Nacht eine Bombe geworden.

Was Gündoğan gesagt hat – und in welchem Zusammenhang

İlkay Gündoğan hat Sky Sport ein langes Interview gegeben. Es ging um sein erstes Jahr bei Galatasaray, um eine mögliche Rückkehr zum Jugendklub 1. FC Nürnberg, um Guardiola, um Klopp. Und irgendwann fiel die Frage nach seiner Zukunft im Profifußball. Die Antwort: „Ich kann mir das vorstellen – auch für den DFB, in welcher Rolle auch immer.“


OneFootball Videos


Das ist der Satz, der die Runde macht. Nur steht er nicht allein. Gündoğan hat im selben Gespräch erklärt, dass er die B-Lizenz bereits erworben hat und den Trainerweg nach dem Ende seiner Spielerkarriere ausprobieren möchte. Er hat betont, dass er im Kopf noch ein paar Jahre spielen will. Und auf die Frage nach einem Job im Trainerteam der Nationalmannschaft hat er nüchtern geantwortet, dass bis jetzt nichts gekommen sei – außer von Guardiola.

Es geht also um die Zeit nach der Laufbahn, um eine offene Bereitschaft, nicht um einen Antrag. Wer daraus eine Bewerbung bei Jürgen Klopp macht, dreht die Chronologie um.

Ein Comeback als Spieler steht überhaupt nicht zur Debatte

Der zweite Teil der Erzählung, Gündoğan könne unter Klopp noch einmal die Schuhe schnüren, findet im Interview keine Grundlage. Sein DFB-Rücktritt liegt zwei Jahre zurück: 82 Länderspiele, Kapitän bei der Heim-EM 2024, Abschied nach dem Viertelfinal-Aus. Sein Vertrag bei Galatasaray läuft bis 2027, mit dem türkischen Meister spielt er in der kommenden Saison Champions League.

Die einzige Stelle, an der es im Gespräch überhaupt um Spielzeit ging, betraf Nürnberg – jenen Klub, der ihn 2009 für 50.000 Euro aus Bochum holte und bei dem er in 53 Pflichtspielen zum begehrten Mittelfeldspieler wurde. Dort seien „ein, zwei Jahre als Spieler“ denkbar, ebenso eine Funktion als Trainer oder Funktionär. Zwischen einem hypothetischen Ausklang in Franken und einer Rückkehr in den DFB-Kader liegt eine Distanz, die keine Überschrift überbrücken kann.

Der eigentliche Anrufer heißt Pep Guardiola

Die tatsächliche Nachricht des Interviews wurde von der lauteren Version überdeckt. Gündoğan hat offengelegt, dass Guardiola ihm gesagt hat, er solle noch einige Jahre spielen und dann sein Assistent werden. Konkreter noch: Hätte Guardiola die italienische Nationalmannschaft übernommen, wäre Gündoğan als Co-Trainer ein Thema gewesen – über dieses Szenario habe er ernsthaft nachgedacht. Guardiola lehnte den Job ab und ist derzeit ohne Verein.

Wer Gündoğans Karriere kennt, versteht die Logik. Fünf Jahre unter Klopp beim BVB, Double 2012, dann ein Jahrzehnt unter Guardiola in Manchester mit fünf Meisterschaften und dem Champions-League-Titel. Zwei Trainerschulen, zwei Türen. Bislang klopft nur eine.

Vom Zitat zur Schlagzeile

Klopps erste Personalfragen liegen woanders

Der Rest der Ausgangslage ist unstrittig und gut belegt. Julian Nagelsmann hatte einen Rücktritt unmittelbar nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) zunächst ausgeschlossen und legte sein Amt dann am 3. Juli nieder. Am 24. Juli stellte der DFB Klopp am Campus in Frankfurt vor: Vierjahresvertrag bis zur EURO 2028 und zur WM 2030, Amtsübernahme am 15. August, Co-Trainer Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender. Präsident Bernd Neuendorf nannte ihn die „uneingeschränkte Wunschlösung“ für das Amt.

Und die erste echte Personalgeschichte dieser Amtszeit läuft schon – nur ohne Gündoğan. Nach Informationen der Sport Bild hatte Antonio Rüdiger direkt nach dem Paraguay-Spiel in der Kabine angedeutet, seine Länderspielkarriere zu beenden. Offiziell wurde daraus nichts, und mit Klopps Installation hält der Real-Verteidiger die Tür wieder offen. 86 Einsätze stehen für ihn zu Buche, damit liegt er gleichauf mit Oliver Kahn und Andreas Brehme. Ob Klopp auf ihn setzt, ist offen; der neue Bundestrainer will Nationalspieler und neu beobachtete Kandidaten der Reihe nach anrufen und seine Planung erläutern.

Dahinter steckt die unangenehmere Aufgabe. Rüdiger und Leon Goretzka waren 2018 in Russland dabei, Jonathan Tah, Leroy Sané und Joshua Kimmich schon 2016 in Frankreich. Eine Mannschaft, die bei zwei Weltmeisterschaften in der Vorrunde scheiterte, 2021 im Achtelfinale, 2024 im Viertelfinale und nun in der Runde der letzten 32, braucht keine Rückholaktion. Sie braucht Entscheidungen darüber, wer nicht mehr dabei ist.

Die Frage ist nicht, ob Gündoğan wiederkommt. Sie ist, wen Klopp im September streicht

Am 24. September gibt Klopp in Amsterdam gegen die Niederlande sein Debüt, drei Tage später folgt die Heimpremiere in Augsburg gegen Griechenland, am 1. Oktober kommt Serbien nach München, am 4. Oktober geht es nach Griechenland. Vier Pflichtspiele, ein Kader, den bis heute niemand kennt.

Nagelsmann hatte bei Gündoğans Abschied gesagt, die Tür bei der Nationalmannschaft sei nie ganz geschlossen. Der Satz stimmt noch, nur hat die Tür inzwischen einen anderen Besitzer, und der hat sie bislang zu diesem Thema nicht angefasst. Ein Bundestrainer, der noch keinen Spieler nominiert hat, holt keine Rentner zurück. Er organisiert Abschiede. Das ist die unbequeme Hälfte des Jobs – und genau die, für die man Klopp geholt hat.

Ver detalles de la publicación