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·9 de abril de 2026
Hansi Flick sucht die Schuld beim Schiedsrichter und lenkt vom eigenen Unvermögen ab

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Barcelona verliert das CL-Viertelfinal-Hinspiel im Camp Nou 0:2 gegen Atlético – trotz langer Überzahl. Flick kritisiert VAR und Rote Karte statt Chancenverwertung.
Hansi Flick rannte nach dem Schlusspfiff über den Rasen, suchte Schiedsrichter Istvan Kovacs – und fand doch nur das, was er die ganze zweite Halbzeit schon gesucht hatte: einen Adressaten für ein Problem, das keinen externen Adressaten hat. Barcelona verliert 0:2 gegen Atlético Madrid im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League, zu Hause, im Camp Nou, und der Trainer redet über den VAR.
Das ist kein Zufall. Das ist Ablenkung.
Flick hadert mit zwei Szenen. Erstens: die Rote Karte gegen Pau Cubarsí in der 44. Minute. "Ich weiß nicht, es hätte eine Rote Karte sein können, oder auch nicht", sagt er selbst. Ein Trainer, der seine stärkste Verteidigungslinie mit "könnte auch nicht" einleiten muss, weiß im Grunde, dass das Argument nicht trägt. Zweitens: die Abstoß-Szene, bei der ein Atlético-Spieler den Ball mit der Hand stoppte. "Ich verstehe nicht, warum der VAR nicht eingegriffen hat", sagt Flick. Mag sein, dass er einen Punkt hat. Aber selbst wenn beide Entscheidungen anders ausgefallen wären – die eine Szene passierte vor dem 0:1, die andere ändert nichts an der Grundfrage: Warum hat Barcelona trotz langer Überzahl kein einziges Tor erzielt?
Denn das ist der Befund dieser Nacht. Nach Cubarsís Platzverweis spielte Atlético fast eine Halbzeit lang mit zehn Mann. Flick wechselte zur Pause Lewandowski und Pedri aus, brachte Gavi und Fermín López – suchte also Frische und Dynamik. Barcelona bestimmte das Spiel, erspielte sich Chancen, Flick bestätigt das selbst: "Wir haben uns mit einem Spieler weniger sehr gut geschlagen." Gut geschlagen, aber null Tore. Gegen zehn Mann. Zu Hause. Das ist keine Schiedsrichter-Frage, das ist eine Frage an den Trainer.
Ronald Araújo klang anders als sein Coach. Kein Wort über Kovacs, kein Wort über den VAR. "Diese Mannschaft kann das schaffen. Davon bin ich überzugeugt", sagte der Verteidiger mit Blick auf das Rückspiel in Madrid. "Wir werden sie angreifen, selbst in ihrer Hälfte."
Der Unterschied im Ton ist bezeichnend: Der Spieler schaut nach vorne, der Trainer nach hinten – auf Szenen, die er nicht mehr ändern kann.
Atlético war eiskalt, und das ist keine Floskel, sondern Taktik. Julián Álvarez traf in der 45. Minute per Freistoß, Alexander Sörloth erhöhte in der 70. Minute auf 2:0. Zwei Chancen, zwei Tore – gegen ein Barcelona, das den Ball hatte, aber nicht die Lösungen. Diego Simeone feierte im 15. Jahr als Atlético-Trainer seinen ersten Sieg im Camp Nou überhaupt, den ersten für Atlético dort seit 2006. Das schreibt man nicht dem Schiedsrichter zu. Das schreibt man einem Trainer zu, der genau wusste, wie er diese Partie anlegen wollte.
Mundo Deportivo titelte bereits: "Barca hofft auf ein Wunder im Metropolitano." Ein Wunder – nach einem Heimspiel, in dem man über weite Strecken in Überzahl war. Dass es so weit kommen konnte, liegt nicht an Istvan Kovacs. Flick hat in dieser Saison in La Liga sieben Punkte Vorsprung auf Real Madrid herausgearbeitet, die Supercopa gewonnen, vieles richtig gemacht. Aber an diesem Abend fehlte der Plan für die entscheidende Phase – und statt das zu benennen, redete er über Handspiel beim Abstoß.
Ein Trainer, der Schiedsrichter kritisiert, kauft sich Zeit. Ein Trainer, der sein eigenes Spiel zerlegt, kauft sich Zukunft.









































