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·9 de abril de 2026
Hertha-Geschäftsführer über Fan-Krawalle: „In Krisen hilft das Reden“

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Es wird weiter viel über die verstörenden Vorfälle vom Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC gesprochen. Die Ereignisse werden derzeit aufgearbeitet, Herthas Geschäftsführer Dr. Peter Görlich setzt der auf Kommunikation.
Im Interview mit dem rbb hat sich Görlich zu der Fan-Krawalle geäußert und ein Update zu der aktuellen Aufarbeitung gegeben: „Es ist eine äußerst komplexe Situation. Wir hatten gestern [am Mittwoch, Anm. d. Red] den Austausch mit der DFL, heute früh mit der Polizei“. Die Polizeidirektion Dresden teilte am Dienstag mit, dass man 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet habe. Daneben ermittelt auch der Deutsche-Fußball-Bund (DFB).
„Wir reden aber auch mit der Fanszene, weil ich davon überzeugt bin, dass man die Kommunikation in solchen Krisensituationen nicht einstellen sollte – auch wenn man komplett unterschiedliche Herangehensweisen hat“, erklärte Görlich weiter. Das Vereinspräsidium teile die Haltung, dass man „für eine lebendige Fankultur“ einstehe, „aber ohne Gewalt. Die körperliche Unversehrtheit steht im Mittelpunkt, wir halten uns an Regeln und Gesetze.“
In der Pressekonferenz vor dem kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern machte die Mediendirektorin, Vera Krings deutlich, dass Hertha die laufenden Ermittlungen unterstütze und diese nicht vorgreifen wolle. In der Mannschaft ist die Randale ein präsentes Thema und es wird viel darüber gesprochen, fügte Trainer Stefan Leitl hinzu.
Gefragt, wie die Signale von DFL, DFB und Polizei an Hertha aussehen, erklärte Görlich, dass man „dieser gesamten Diskussion rund um Stadionsicherheit, aber auch Stadionverbots-Richtlinien einen Bärendienst erwiesen“ habe. Auch lobte er die DFL, doch er weiß: „Das haben wir nun mit den Füßen getreten. Wir haben hier sehr wenige Argumente dafür, noch einmal etwas anzupassen“. Wichtig ist es, Gespräche zu führen: „Wir werden den intensiven Austausch nicht abbrechen, in Krisen hilft das Reden.“
Dass die Auseinandersetzung zwischen beiden Fanlagern ausgerechnet inmitten der Debatte um Stadionsicherheit vonstatten ging, war kein gutes Timing. Sachens Innenminister Armin Schuster drohte mit Strafen, sollte es keine „drakonischen“ Konsequenzen vonseiten der Vereine geben. Görlich sagte hier schlicht, dass man „Mittel und Wege zur Verfügung“ stehen habe, um gewaltbereite Fans zu identifizieren: „Das schauen wir uns sehr genau an und werden unsere Hausaufgaben machen.“
Dazu äußerte sich auch Werner Graf, seines Zeichens Spitzenkandidat der Grünen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. Dem Nachrichtenportal t-online gegenüber, verurteile er die Ausschreitungen „aufs Schärfste“ und kritisierte die Alte Dame, da es „ein Problem mit Gewalt“ gebe: „Dass nun vor allem aggressive Männer ein friedliches Stadionerlebnis zerstören und Erinnerungen an die alten Hooligan-Jahre aufkommen, ist schrecklich“, so Graf.
Auch von der Polizeigewerkschaft gibt es Kritik. Heiko Teggatz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft, nahm im Interview mit RTL/ntv die Sicherheitsdienste ins Visier und sprach hierbei deutlich von einem „Skandal“: „Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele auch nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche da ganz konkret von Geisterspielen.“
Gegen Kaiserslautern plante Hertha die Präsentation eines Sondertrikots. Dies wurde nun aber verschoben, aufgrund der Vorfälle beim Dresden-Spiel. Es sei ein „falsches Signal“, erklärte Hertha in einem Statement und machte deutlich: „Die dortigen Vorfälle und jede Form von Gewalt verurteilen wir aufs Schärfste. Sie stehen in klarem Widerspruch zu den Werten, für die Hertha BSC als Verein steht.“ Das Trikot stehe für „Gemeinschaft, Zusammenhalt und Identifikation.“
Doch diese Werte ließen sich „nicht glaubwürdig vermitteln, solange die Ereignisse noch aufgearbeitet werden müssen“. Der Fokus solle zunächst auf der „sachlichen und gründlichen Aufarbeitung der Geschehnisse“ liegen, hieß es weiter. „Gleichzeitig möchten wir offen damit umgehen, dass es im Zuge der langfristigen Planung vereinzelt Maßnahmen gegeben hat, die organisatorisch bereits für diese Woche angestoßen waren und sich nicht mehr vollständig stoppen ließen.“An Mitgliedern wurde postalisch eine Karte versendet, die das besondere Dress zeigt. Es erinnert an das Auswärtstrikot der Saison 2004/2005, ein großes „H“ prangt als Logo auf der Brust – wie damals. Sowohl Trikotsponsor Castore, als auch Hauptsponsor CheckCars24 haben ihre Logos angepasst. Wann das Sondertrikot zur Schau gestellt wird, ist aktuell unklar. Dazu hat sich Hertha nicht geäußert.









































