DFB-Frauen
·29 de abril de 2026
HSV-Kapitänin Pauline Machtens: "Klassenverbleib weiter in der eigenen Hand"

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Mit dem Heimspiel gegen Mitaufsteiger 1. FC Union Berlin eröffnet der Hamburger SV am Freitag (ab 15 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) den 24. Spieltag in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Es geht um wichtige Punkte für den Klassenverbleib. Im DFB.de-Interview spricht die 23 Jahre alte HSV-Kapitänin Pauline Machtens mit Mitarbeiter Ralf Debat über den Saisonendspurt und die weiteren Perspektiven.
DFB.de: Wie groß war die Erleichterung nach dem 1:0-Auswärtssieg beim direkten Konkurrenten 1. FC Nürnberg, Frau Machtens?
Pauline Machtens: Wir wussten natürlich, welche Bedeutung die Partie hat, hatten das aber bewusst im Vorfeld nicht so sehr thematisiert. Klar, nach dem Abpfiff ist eine Last von uns abgefallen. Das war ein sehr gutes Gefühl, auch wenn uns klar ist, dass wir noch längst nicht am Ziel sind.
DFB.de: Was war entscheidend, um die drei Punkte mitzunehmen?
Machtens: Die Einstellung hat vom ersten Moment an gestimmt, wir haben die Zweikämpfe dominiert und vor allem durch unsere Aktivität mit dem Ball das Spiel an uns gerissen.
DFB.de: Es war die erste Partie unter der Regie des neuen Cheftrainers Rodolfo Cardoso. Was hat der Trainerwechsel während der Länderspielpause bewirkt?
Machtens: Man hat schon im Training eine gewisse Dynamik gespürt. Spielerinnen, die zuvor hintendran waren, wollten unbedingt die Chance nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Bislang gesetzte Stammkräfte mussten sich ebenfalls wieder neu beweisen. Das neue Trainerteam hat dazu für eine gute Stimmung und einen größeren Fokus gesorgt.
DFB.de: Wie sehr können die Spielerinnen von seiner großen Erfahrung als langjähriger Bundesligaprofi profitieren?
Machtens: Jede neue Trainerin und jeder neue Trainer bringt andere Impulse ein. Dass er manche Dinge auf dem Platz auch selbst vormachen kann, ist sicherlich kein Nachteil.
DFB.de: Da auch die SGS Essen ihr Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena gewonnen hat, beträgt der Vorsprung vor der Gefahrenzone der Liga weiterhin drei Punkte. Wie bewerten Sie die Ausgangsposition vor dem Endspurt?
Machtens: Am wichtigsten ist, dass wir den Klassenverbleib weiterhin in der eigenen Hand haben. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen und unsere Punkte holen, dann müssen wir nicht auf andere Plätze schauen. Wir haben alle Möglichkeiten, um unser Ziel zu erreichen.
DFB.de: Im Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin kann der HSV nun erneut vorlegen. Was für eine Partie erwarten Sie?
Machtens: Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass wir wieder vor der Konkurrenz dran sind. So können wir unser Ding machen, ohne durch andere Ergebnisse beeinflusst zu werden. Wir wissen, dass wir auf einen starken Gegner treffen, der sich im Laufe der Saison deutlich gesteigert und zuletzt sehr gute Leistungen abgeliefert hat, beispielsweise auch beim 2:3 gegen den FC Bayern München. Aber wir wissen auch, dass wir jedem Gegner die Stirn bieten können.
DFB.de: Im Hinspiel sprang im Stadion An der Alten Försterei ein 1:1 heraus. Wären Sie auch diesmal mit einem Remis zufrieden?
Machtens: Grundsätzlich gehen wir in jedes Spiel mit dem Ziel, es zu gewinnen. Gerade im Kampf um den Klassenverbleib zählt aber jeder Punkt, so dass am Ende auch ein Unentschieden sehr wertvoll sein kann. Es hängt auch vom Spielverlauf ab.
DFB.de: Worauf wird es ankommen?
Machtens: Wir treffen auf einen Gegner mit großer Qualität, im Union-Kader stehen viele gute Spielerinnen. Wir haben jedoch als Team in Nürnberg gut funktioniert. Wenn es uns gelingt, daran anzuknüpfen, dann haben wir auch gegen Union gute Chancen.
DFB.de: Welche Rolle spielt der Heimvorteil durch die Fans im Volksparkstadion?
Machtens: Schon während der gesamten Saison werden wir hervorragend unterstützt. Selbst nach Nürnberg haben uns viele lautstarke Anhänger begleitet. Das hilft uns sehr. Die Fans müssen einfach nur so weitermachen wie bisher. (lacht)
DFB.de: In der Rückserie hat der HSV schon jetzt deutlich mehr Punkte geholt als während der Hinrunde. Wie sehr hat das auch mit den Veränderungen in der Winterpause zu tun?
Machtens: Zum Ende der Hinrunde sind wir auch wegen einiger verletzungsbedingter Ausfälle an unsere Grenzen gestoßen. Durch die Transfers, aber auch die Rückkehr einiger verletzter Spielerinnen hat sich die Breite und Qualität im Kader deutlich erhöht. Wir haben uns außerdem an die Anforderungen in der Bundesliga gewöhnt und wussten besser, was auf uns zukommt.
DFB.de: Welche Fortschritte hat das Team insgesamt gemacht?
Machtens: In erster Linie stehen wir defensiv inzwischen deutlich stabiler, lassen weniger Chancen der Gegner zu. Dazu sind wir häufiger mit Umschaltaktionen erfolgreich.
DFB.de: Wo sehen Sie noch besonders viel Luft nach oben?
Machtens: Wir können uns in der Offensive sicherlich noch mehr Chancen herausspielen. Wenn wir aber hinten die Null halten und dann - wie in Nürnberg - durch ein Standardtor 1:0 gewinnen, habe ich auch nichts dagegen. (lacht)
DFB.de: Sie waren auch schon am Aufstieg beteiligt. Wäre der Klassenverbleib aus Ihrer Sicht ein noch größerer Erfolg?
Machtens: Ich möchte das gar nicht vergleichen. Was wir vor einem Jahr erlebt haben, war für uns alle ein Traum. Es werden aber mit Sicherheit genauso tolle Momente, wenn wir am Saisonende gemeinsam den Klassenverbleib feiern können.
DFB.de: Was bedeutet Ihnen die Rolle als Anführerin?
Machtens: Bei einem so großen Verein wie dem HSV Spielführerin zu sein, erfüllt mich mit Stolz. Das hätte ich als Kind nicht zu träumen gewagt. Das Team auf das Feld führen zu dürfen, obwohl ich erst in der dritten Saison für den Verein spiele, ist etwas Besonderes. Allerdings bin ich ganz sicher keine alleinige Anführerin. Da bringen sich noch einige weitere Spielerinnen hervorragend ein. Das Team steht immer im Mittelpunkt.
DFB.de: Sie bestreiten Ihre erste Bundesligasaison seit der Spielzeit 2020/2021. Welche Unterschiede haben Sie festgestellt?
Machtens: Als ich damals mit Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga gespielt habe, war vor allem die Aufmerksamkeit bei weitem noch nicht so hoch. Damals wurden beispielsweise nur einzelne Spiele live im TV gezeigt, Spiele in den großen Stadien gab es nicht. Dazu haben sich auch die Rahmenbedingungen für uns Spielerinnen wesentlich verbessert. Noch vor wenigen Jahren waren wir weit davon entfernt, dass wir uns komplett auf den Fußball konzentrieren konnten. Das ist schon eine eindrucksvolle Entwicklung.
DFB.de: Wie bewerten Sie die mittel- und langfristigen Perspektiven der HSV-Frauen?
Machtens: Erst mal geht es für uns darum, den Klassenverbleib zu sichern und uns in den nächsten Jahren wieder in der Bundesliga zu etablieren. Darüber hinaus möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Fakt ist, dass der HSV im Fußball der Frauen auch für die Zukunft noch einiges vorhat und wir im gesamten Verein eine große Unterstützung spüren.
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