RB Leipzig
·29 de abril de 2026
Inside RBL: Leipzigs sichere Bank

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Torwarttrainer Frederik Gößling startet die Aufnahme. Maarten Vandevoordt und Peter Gulácsi sitzen hintereinander, die Blicke nach vorn gerichtet.
„Männer, morgen Union: Sie wollen schnell und geradlinig nach vorne spielen. Es kann gut sein, dass sie den Ball aus der letzten Reihe direkt nach vorne schlagen. Das wird unangenehm, wenn Bälle durchrutschen oder über unsere letzte Kette verlängert werden.“
Kurze Pause. „Für euch heißt das: schnelle Augen, schnelle Füße – alles beginnt mit der richtigen Positionierung.“
Die Szenen laufen über den Bildschirm. Lange Bälle, enge Räume. Gößling stoppt. Spult zurück. „Thema Einwürfe: Ihr müsst sofort bereit sein. Sie bilden einen kompakten Kreis und kommen nach Einwürfen oft zum Abschluss.“
Was hier besprochen wird, entscheidet Spiele.
Einwurf für Union. Trimmel wirft in der eigenen Hälfte auf Doekhi. Langer Schlag nach vorne. Der Ball rutscht durch. Ilić verlängert per Kopf. Plötzlich läuft Burke allein auf das Tor zu.
Maarten Vandevoordt erkennt die Situation früh. Zwei schnelle Trippelschritte. Kein Zögern. Er verschiebt zum linken Pfosten, verkürzt den Winkel – und blockt den Abschluss mit dem Fuß.
Die Szene dauert wenige Sekunden - und ist die perfekte Umsetzung dessen, was am Vortag besprochen wurde.
Am Ende fährt RBL den fünften Sieg in Serie ein und macht einen wichtigen Schritt Richtung Königsklasse. Vandevoordt pariert im Eins-gegen-Eins erneut stark gegen Burke, leitet mit einem präzise gesetzten Abschlag unter höchstem Druck Rômulos Tor ein – und zeigt eindrucksvoll die Vielseitigkeit des modernen Torhüterspiels.
Tore verhindern. Spiel eröffnen. Entscheidungen treffen. Alles in wenigen Momenten.

Freddy Gößling spricht von einer „luxuriösen Situation“. Zwei Torhüter auf Topniveau – aber nur einer kann spielen. Peter Gulácsi – 35 Jahre, über 500 Profispiele. „Unglaublich entscheidungssicher. Hat jede Situation schon mehrfach erlebt.“
Und Maarten Vandevoordt – elf Jahre jünger, früh gescoutet, gezielt aufgebaut. „Ich habe Maarten kennengelernt, da war er 19 – das war 2021“, blickt Gößling zurück.
Damals sucht RBL nicht einfach einen talentierten Torwart. Gesucht wird ein genaues Profil: „Wer hält eine hohe Position hinter der Kette? Wer traut sich, weit aus der Box zu kommen? Wer kann mit beiden Füßen präzise spielen und sich sauber in unseren Aufbau integrieren? Wer trifft klare Entscheidungen unter Druck?“
Bei Maarten Vandevoordt leuchten alle Scoutinglichter grün auf. Der Deal wird eingefädelt. Mit Weitblick.
Eine Konstellation, die selten ohne Reibung bleibt. Bei den Roten Bullen wird sie bewusst gestaltet. „Das war nicht immer einfach für die beiden“, blickt ihr Torhütertrainer zurück. „Wir wussten, dass wir mit Pete für viele Jahre eine absolute Bank haben.“ Parallel wird die Zukunft geplant.
„Wir wollten Maarten verpflichten – aber nicht sofort holen. Er sollte in Genk spielen, Erfahrung sammeln, sich entwickeln.“ Im Sommer 2024 kommt er nach Leipzig. 22 Jahre alt. 169 Profispiele. Und trifft auf Konkurrenz, die ihn fordert und fördert.
„Jeder, der kam – Yvon Mvogo, Josip Martinez – das waren Top-Torhüter. Sie haben Pete besser gemacht. Auch Maarten hat ihn gepusht. Deswegen hat Pete so gespielt, wie er gespielt hat. Wann wir den Generationswechsel machen, wollten wir uns offenlassen.“
Außergewöhnliche Leistung entsteht nicht trotz Konkurrenz – sondern durch sie.
14 Mal hält Gulácsi in der Saison 2024/25 die Null. Bestwert in der Bundesliga. In einer schwierigen Spielzeit bleibt er konstant. „Da gab es keinen Anlass, sofort etwas zu verändern“, sagt Gößling.
Und doch steht die Frage im Raum: Was passiert, wenn der Wechsel kommt? „Wir wussten, in dem Moment, in dem Maarten ins Tor kommt, haben wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, weiterhin konstant starke Leistungen zu sehen.“
Und dann ist es so weit.
Nach einer Verletzung Gulácsis rückt Vandevoordt für den Routinier während des Heimspiels gegen Wolfsburg ins Tor. Mitten in der Saison. Ohne Eingewöhnung. Die Zahlen sind eindeutig: eine Niederlage in zehn Spielen. Eine Siegesserie, die der junge Keeper mit seinen Paraden entscheidend mitgestaltet.
Keine Anpassungsprobleme. Kein Qualitätsverlust.
Dabei hilft, dass sich das Trainerteam um Ole Werner vor der Saison bewusst auf den Belgier als Pokal-Keeper festgelegt haben. Dort sammelt er wertvolle Erfahrungen, die sich jetzt auszahlen.
Der Bildschirm flimmert. Szenen laufen. Diesmal spricht Peter Gulácsi. Unions Standards sind jetzt im Fokus. „Khedira will dich immer wieder blocken und versucht deine Hand zu greifen, er will deinen Arm einhaken – pass da auf.“ Kleine Hinweise.
Große Wirkung. Eine Szene, die zeigt, trotz aller Ambitionen sind die Mitspieler füreinander da.
Freddy Gößling bringt es auf den Punkt: „Im modernen Torhüterspiel geht es darum, richtig zu stehen, schnell zu denken, schnelle Entscheidungen zu treffen – und Situationen zu lösen, bevor sie überhauptgefährlich werden. Genau das ist die große Kunst.“
Der Übergang zwischen den Pfosten läuft – ohne Bruch, sondern ganz natürlich.
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