FC Bayern München
·20 de julio de 2026
Konrad Laimer: Der unermüdliche Antreiber

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·20 de julio de 2026

Es war kein Tor, das man Konrad Laimer auf den ersten Blick sofort zuschreiben würde, und doch eines, das ihn bei genauerem Hinsehen ziemlich gut beschreibt. 13. Bundesliga-Spieltag, der FC Bayern ist zu Gast in Stuttgart. Es läuft die elfte Minute, als Laimer einen langen Ball im Halbfeld technisch sauber verarbeitet, Tempo aus der Szene nimmt und im richtigen Moment Michael Olise bedient. Der Franzose geht ins Eins-gegen-Eins, tunnelt seinen Gegenspieler – und Laimer? Der ist längst wieder unterwegs. Er startet durch, bekommt den Ball zurück und schiebt ihn mit der Hacke am Torhüter vorbei ins Netz.
Ein Treffer mit feinem Fuß, einer für die Highlights. Laimer nahm ihn später mit Humor und einem augenzwinkernden Künstlernamen auf. Wer wollte, konnte in diesem Moment den „Alpen-Zidane“ erkennen. Wer genauer hinsah, sah den eigentlichen Laimer: einen Spieler, der nach seinem Pass nicht abschaltet, nicht stehen bleibt, sondern weiterläuft, bis aus einer Möglichkeit ein Tor wird. Der Abschluss war Kunst, der Weg dorthin war Arbeit.
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Gerade darin liegt die Pointe: Der Spieler, der beim FC Bayern für unablässige Intensität, für kurze Abstände, für Zugriff und Teamarbeit steht, kann eben auch zaubern. Eigentlich ist Laimer selten dort, wo ein Fußballspiel gerade bequem ist. Er ist dort, wo es eng wird, wo der Gegner beim ersten Kontakt keine Luft bekommen soll. Dort, wo aus einem möglichen Konter des Gegners wieder ein Bayern-Angriff werden kann. Manchmal wirkt es, als habe er einen inneren Kompass für jene Zonen, in denen gleich etwas passieren könnte. Genau diese Qualität bleibt dem Doublesieger erhalten. Der FC Bayern hat den Vertrag von Konrad Laimer bis 2029 verlängert.
In der abgelaufenen Saison war der 29-jährige Österreicher wieder eine feste Größe im Bayern-Spiel. In seinem ersten Jahr in München wurde er häufig im Zentrum eingesetzt, dort, wo er viele Jahre geprägt wurde: als Mittelfeldspieler mit gutem Zugriff, starken Wegen gegen den Ball und einem natürlichen Gespür für Pressingmomente. Unter Vincent Kompany hat sich sein Aufgabenprofil verändert. Laimer hat sich auf der Außenverteidigerposition festgespielt und seinem Spiel damit noch einmal eine neue Dimension gegeben.
Das passt zu Kompanys Fußball. „Er hat einen klaren Plan, wie wir Fußball spielen wollen, und vermittelt ihn sehr gut“, sagte Laimer einst über seinen Coach. Unter dem Belgier wollen die Bayern hoch verteidigen, aggressiv anlaufen, nach Ballverlust sofort wieder Zugriff herstellen und das Spiel möglichst aktiv in der gegnerischen Hälfte halten. Für diese Idee braucht es Spieler, die nicht nur sprinten können, sondern wissen, wann sie sprinten müssen. Spieler, die Räume früh erkennen, Gegner unter Druck setzen und gleichzeitig die Balance der Mannschaft sichern. Laimer bringt genau diese Mischung mit.
Als Außenverteidiger interpretiert Laimer seine Rolle deutlich breiter als nur über die Linie. Er verteidigt nach vorne, schiebt mutig heraus, rückt im richtigen Moment ins Zentrum und sucht immer wieder den Weg in die Tiefe. Dabei bleibt er permanent im Kontakt: zum Ball, zum Gegenspieler, zur nächsten möglichen Drucksituation. Genau darin liegt seine Stärke. Laimers Intensität wirkt nie losgelöst vom Plan der Mannschaft, sie gibt diesem Plan erst Schärfe.
Dass Laimer diese Rolle so gut ausfüllt, liegt auch an seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit. Seine Karriere zeigt, dass er nicht an eine einzige Position gebunden ist. Am häufigsten spielte er bislang im zentralen Mittelfeld: 183 Einsätze, 16 Tore, 20 Vorlagen stehen dort in seiner Laufbahn zu Buche. Doch fast ebenso prägend ist inzwischen seine Entwicklung als rechter Verteidiger, wo er bereits 110-mal eingesetzt wurde und dabei sieben Tore sowie 16 Vorlagen sammelte. Dazu kommen 63 Spiele im defensiven Mittelfeld mit vier Treffern und sieben Assists.
In der Saison 2025/26 wurde diese Flexibilität besonders sichtbar. Über alle Wettbewerbe hinweg kam Laimer 28-mal als rechter Verteidiger für den deutschen Rekordmeister zum Einsatz und verbuchte auf dieser Position zwei Tore und neun Vorlagen. 16-mal spielte er links hinten, mit einem Tor und vier Assists. Dazu kamen drei Einsätze im zentralen Mittelfeld. Er war Stammspieler und in gewisser Weise auch eine taktische Option, die Kompany je nach Gegner, Spielverlauf und personeller Lage unterschiedlich einsetzen konnte.
Lange wurde Laimer vor allem über Intensität beschrieben. Über Ballgewinne, Zweikämpfe, Anlaufen, zweite Bälle. All das bleibt zentral für sein Spiel. Doch inzwischen ist er auch mit Ball deutlich produktiver geworden. Drei Tore und neun Vorlagen in 29 Bundesliga-Einsätzen der Saison 2025/26, dazu drei Assists in elf Champions League-Spielen. Das sind Werte, die zeigen, wie sehr Laimer seine Rolle erweitert hat: vom Absicherer zum Spieler, der Angriffe mitschiebt, vorbereitet und selbst abschließt.
Das hat viel mit der Rolle der Außenverteidiger unter Kompany zu tun. Sie sollen nicht nur breit stehen und absichern, sondern das Spiel im richtigen Moment verändern: mal durch Einrücken ins Zentrum, mal durch Tiefenläufe, mal durch Überladungen auf der Seite, mal durch den späten Weg in den Strafraum. Laimer bringt diese Anforderungen zusammen: Schärfe gegen den Ball, Mut nach vorne und die Ausdauer, beides immer wieder zu verbinden.
Mit Michael Olise hat Laimer einen Spieler vor sich, der seine Laufwege aufnimmt, öffnet und veredelt. Olise bringt Kreativität, Rhythmuswechsel und Dribblingstärke ein. Laimer ergänzt ihn mit Anschlussläufen, Absicherung, Tiefe und permanentem Nachschieben. Der eine zieht Gegenspieler auf sich, der andere nutzt den entstehenden Raum. Das Tor in Stuttgart war deshalb ein fast ideales Beispiel für diese Verbindung: Laimer eröffnet, Olise löst auf, Laimer vollendet.
Der Defensivallrounder passt auch deshalb zum FC Bayern, weil seine Spielweise eng mit seinem Selbstverständnis verbunden ist: viel investieren, wenig nachlassen, immer wieder den nächsten Ball wollen. „Ich kann nicht verlieren“, sagte unsere Nummer 27 einmal im Interview mit fcbayern.com. „Seit ich ein kleines Kind bin, ist das so. Ich gebe immer alles.“ Das ist in jeder Partie zu sehen.
Diese Einstellung verbindet ihn mit der Haltung des FC Bayern. „Mia san Mia“ ist Anspruch an großen Abenden und Maßstab im täglichen Arbeiten. Laimer lebt ihn auf seine Weise: ohne viel Theater, ohne große Gesten, aber mit enormer Konsequenz. In der Kabine gilt er als positiver Charakter, auf dem Trainingsplatz als jemand, der sofort Tempo und Schärfe hineinbringt. Er kann locker sein, aber nie nachlässig. Gut gelaunt, aber immer fokussiert.
Dazu passt auch seine Bayern-Bilanz. In seinen ersten drei Jahren beim deutschen Rekordmeister absolvierte Laimer 136 Pflichtspiele, erzielte sieben Tore und gab 19 Vorlagen. Er wurde zweimal Deutscher Meister, gewann den DFB-Pokal und den Deutschen Supercup. Schon zu Beginn seiner Bayern-Zeit hatte er betont, dass es für einen Fußballer kaum etwas Schöneres gebe, als Titel zu gewinnen. „Dafür trainiert man auch so hart und so lange, damit man am Ende etwas Schimmerndes in der Hand hält“, sagte er. „Ich glaube, ich bin hier genau richtig für das.“
Heute ist Laimer beim FC Bayern angekommen und längst nicht am Ende seiner Entwicklung. Er kennt den Club, die Mannschaft und seine Rolle besser denn je. Mit 29 Jahren bringt er die Erfahrung eines Spielers mit, der schon viel erlebt, viele große Spiele bestritten und Titel gewonnen hat. „Ich fühle mich großartig und habe das Gefühl, noch viele, viele Jahre vor mir zu haben“, sagte der Verteidiger.
Das ist eine wichtige Botschaft für den FC Bayern. Denn Laimers Spiel lebt von Verlässlichkeit. Von der Gewissheit, dass er wieder anläuft, wieder nachsetzt, wieder den Meter mehr macht. Aber es lebt inzwischen auch von Wirkung in den entscheidenden Zonen. Aus dem Mittelfeldspieler ist ein Außenverteidiger geworden, der das Bayern-Spiel auf beiden Seiten prägen kann. Aus dem Antreiber gegen den Ball ist ein Spieler geworden, der auch mit Ball häufiger Akzente setzt.
Konrad Laimer bleibt bis 2029. Und vielleicht erzählt jener Abend in Stuttgart am besten, was das für den FC Bayern bedeutet: Sein Tor war der Höhepunkt einer Szene, in der vieles zusammenkam, was Laimer auszeichnet. Der erste Kontakt, der Blick für Olise, der Lauf in den Strafraum, das Dranbleiben bis zum Abschluss. Und dann eben auch dieser feine Moment mit der Hacke.
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