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·20 de marzo de 2026

Leverkusen, Dortmund, Stuttgart, Leipzig – die Großen versagen, die Bundesliga leidet

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Von sieben deutschen Startern stehen nur noch drei im Viertelfinale. Der Rückstand auf Spanien in der UEFA-Saisonwertung hat sich binnen einer Woche verdreifacht.

Der Rückstand wächst, die Ausreden schrumpfen. Binnen einer Woche hat sich Deutschlands Defizit auf Spanien in der UEFA-Saisonwertung von 0,264 auf 0,853 Punkte mehr als verdreifacht. Was nach Nachkommastellen klingt, ist in Wahrheit ein Urteil über den Zustand der Bundesliga im europäischen Wettbewerb. Leverkusen scheitert an Arsenal, Stuttgart geht in Porto unter – und mit ihnen schwindet die Hoffnung auf einen fünften Champions-League-Platz für die Saison 2026/27. England ist mit 24,791 Punkten längst enteilt. Spanien zieht davon. Deutschland schaut hinterher.


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Man kann das an zwei Zahlen festmachen, die mehr erzählen als jede Einzelanalyse. Von sieben deutschen Startern stehen noch drei im Viertelfinale: Bayern, Freiburg, Mainz. Von acht spanischen Klubs haben sechs die nächste Runde erreicht. Das ist kein Zufall, kein Pech, kein Konjunkturproblem. Das ist ein strukturelles Kräfteverhältnis, das sich über Jahre aufgebaut hat.

Die Bundesliga hat in der Breite schlicht nicht die europäische Substanz, die Spanien und England vorweisen. Leverkusen, im Vorjahr noch Doublegewinner, steht in der Liga auf Platz sechs, fünf Punkte hinter den Champions-League-Rängen, und verabschiedet sich nach einem blutleeren 0:2 bei Arsenal. Stuttgart, immerhin amtierender DFB-Pokalsieger, kassiert ein 1:4 im Gesamtergebnis gegen Porto. Das sind keine knappen Niederlagen auf Augenhöhe – das sind deutliche Absagen.

Warum Bayern und Freiburg jetzt die ganze Liga schultern

Und genau hier beginnt das eigentlich Bemerkenswerte: Die verbleibenden deutschen Duelle im Viertelfinale sind keine isolierten Klubangelegenheiten mehr. Sie sind Strukturpolitik. Bayern trifft am 7. und 15. April auf Real Madrid, Freiburg empfängt am 9. April Celta Vigo. Jeder Punkt, den die beiden gegen spanische Gegner holen, reduziert den Rückstand in der Saisonwertung unmittelbar – weil er auf der deutschen Seite addiert und auf der spanischen subtrahiert wird. Die Mainzer Zähler gegen Racing Straßburg helfen relativ, wirken sich aber nicht direkt auf das deutsch-spanische Duell aus. Seien wir ehrlich: Der Druck, der auf Vincent Kompanys Mannschaft und Julian Schusters Freiburgern lastet, geht weit über den eigenen Wettbewerb hinaus. Sie spielen für die gesamte Liga.

Zur Wahrheit gehört auch: Freiburg steht zum ersten Mal überhaupt im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs. Mainz hat zum ersten Mal ein Europacup-Viertelfinale erreicht. Das sind Geschichten, die für sich genommen wunderbar sind – aber sie zeigen eben auch, dass die Bundesliga ihre europäische Last zunehmend auf Schultern verteilt, die dafür nicht gebaut wurden. Wenn Freiburg und Mainz die letzten Hoffnungsträger neben Bayern sind, dann sagt das weniger über den Mut der Kleinen als über die Schwäche der vermeintlich Großen. Leverkusen und Dortmund, Stuttgart und Leipzig – sie alle sind raus. Die Klubs, die den deutschen Koeffizienten eigentlich tragen müssten, haben geliefert: nichts.

Die Frage ist nicht mehr, ob die Bundesliga den fünften Startplatz in dieser Saison noch holen kann. Rechnerisch ist es möglich, realistisch wird es mit jeder Runde unwahrscheinlicher. Die Frage ist vielmehr, was die Liga aus diesem Befund macht. Mehr TV-Geld, höhere Ablösesummen, bessere Kaderplanung – das sind die üblichen Reflexe. Aber das Problem sitzt tiefer. Es geht um taktische Reife im internationalen Vergleich, um Konstanz über zwei Spiele, um die Fähigkeit, in fremden Stadien zu bestehen. All das fehlt der deutschen Breite. Bayern München muss es jetzt gegen Real Madrid richten – und wenn selbst das nicht reicht, hat die Bundesliga ihre Antwort: nicht in einer Zahl, sondern in einem Zustand.

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