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·31 de mayo de 2026
Marco Reus eröffnet eine Personaldebatte, die der DFB nicht bestellt hat

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·31 de mayo de 2026

Im Interview bringt Marco Reus seinen Ex-Trainer Jürgen Klopp als Nagelsmann-Nachfolger ins Spiel – und lobt beide auffällig gleichwertig.
Marco Reus hat in einem Interview mit Sports Illustrated Deutschland eine Personalie ins Spiel gebracht, die der DFB so nicht auf der Tagesordnung hat. Sein früherer Dortmunder Trainer Jürgen Klopp, sagt Reus, werde eines Tages Bundestrainer. Das ist keine Forderung, eher eine Prognose, aber sie kommt mit Nachdruck. „Ich bin davon überzeugt, dass er es eines Tages auch werden wird", so der 36-Jährige. Wer den Satz liest, hört unter dem Lob für Klopp die feine Relativierung des Amtsinhabers heraus.
Reus formuliert das diplomatisch genug, um nicht in den Verdacht der Demontage zu geraten. Julian Nagelsmann sei ein „hervorragender Trainer auf dieser Position", schickt er voraus. Doch im selben Atemzug attestiert er Klopp, „mit seiner Art und seinen Fähigkeiten ein hervorragender Bundestrainer" zu sein. Zwei Mal das Wort „hervorragend", einmal für den Trainer im Amt, einmal für den Trainer der Wunschvorstellung. Das ist die Art von Lob, die im Fußballgeschäft selten neutral bleibt.
Die Faktenlage spricht erst einmal gegen Reus' Prognose, jedenfalls in absehbarer Zeit. Nagelsmann hat beim DFB einen Vertrag bis zur EM 2028. Das ist ein langer Horizont, der über die kommende WM in den USA, Mexiko und Kanada hinaus geplant ist und Nagelsmann auch für ein zweites Großturnier den Rücken freihalten soll. Eine vorzeitige Trennung wäre nur denkbar, wenn die WM komplett aus dem Ruder läuft – und selbst dann hat der DFB in der Vergangenheit gezeigt, dass er Verträge gern erfüllt, statt sie aufzulösen.
Klopp selbst hat sich in dieser Frage zuletzt entwaffnend gleichgültig gegeben. Die Debatte um ein mögliches Engagement als Bundestrainer sei ihm „völlig wurscht", erklärte er. Während des Turniers wird man ihn ohnehin in einer anderen Rolle erleben: Vom 11. Juni bis 19. Juli arbeitet er als Experte für MagentaTV. Das ist eine Position, die ihn dem Publikum täglich präsent hält, ohne ihn in operative Verantwortung zu bringen – und genau das ist die Konstellation, die solche Debatten verlässlich am Köcheln hält. So kam er 2002 als WM-Experte beim ZDF später zum Trainerjob bei Borussia Dortmund.
Reus selbst kennt den Ausnahmezustand der WM aus eigener Erfahrung und blickt mit gemischten Gefühlen auf das Turnier. Er sieht es als „große Chance", den Sport in Nordamerika auf ein neues Niveau zu heben, glaubt aber nicht, „dass es dem Fußball gelingen wird, in den nächsten Jahren Sportarten wie Basketball, Baseball oder Football zu überholen". Den Gastgebern aus den USA bescheinigt er „eine interessante Mannschaft". Reus weiß, wovon er spricht: Er selbst spielt mittlerweile in der Major League Soccer für Los Angeles Galaxy und erlebt den US-Markt aus nächster Nähe.
Was bleibt, ist eine Personaldebatte, die der DFB nicht angezettelt hat und die er in dieser Form auch nicht braucht. Reus hat sie trotzdem eröffnet, freundlich verpackt, aber unmissverständlich. Klopp dementiert nichts, weil er nichts dementieren muss; sein „völlig wurscht" lässt jede Tür offen. Und Nagelsmann muss bei der WM nun nicht nur sportlich liefern, sondern dabei auch eine Geräuschkulisse aushalten, die ihm ein Ex-Nationalspieler aus Los Angeles gerade beschert hat. So funktioniert das im Fußball: Eine Vertragslaufzeit bis 2028 ist lang, ein Satz wie der von Reus ist kurz – und wirkt manchmal länger.







































