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·15 de julio de 2026

Mehr Mut! Wo sich die FC Bayern Frauen in dieser Saison nochmal steigern können

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Für die FC Bayern Frauen war die letzte Saison eine historische. Kann man das in der neuen Spielzeit nochmal toppen?

Die FC Bayern Frauen sind in die neue Saison gestartet. Mit dem Trainingsauftakt stellt sich eine Frage ganz besonders: Gelingt es, die historische Leistung der abgelaufenen Spielzeit zu wiederholen oder sogar noch einen draufzusetzen?


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Letzteres wird sicher schwer. Viel mehr als der Gewinn aller drei nationaler Titel und das Halbfinale in der Champions League gibt es nicht. Nur ein Finaleinzug in der Königinnenklasse und der eventuelle Gewinn dieses Titels würden das noch toppen.

Aber wie realistisch ist das für einen Verein, der deutlich weniger in den Kader investiert als der Großteil der europäischen Konkurrenz? Vermutlich nicht sehr. Und so muss der Fokus zwangsläufig auf andere Aspekte gehen als den reinen Titelcount: Was kann sich fußballerisch im Vergleich zum Vorjahr noch verbessern?

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Wo José Barcala den FC Bayern bereits stärker gemacht hat

Nach anfänglichen, zumindest leichten Zweifeln hat José Barcala mit dem FC Bayern viel erreicht. Nicht nur die Titel sprechen eine klare Sprache, sondern auch fußballerisch hat sich das Team – wie erhofft – nochmal weiterentwickeln können.

Mehr Dominanz, mehr Kontrolle und dazu mehr Offensivpower. Die Anzahl der Tore hat sich von 2,5 pro Spiel in der Saison 2024/25 auf fast 3,2 erhöht. Gleichzeitig sind die Gegentore von fast 0,9 nochmal leicht auf 0,8 heruntergegangen. Die erwarteten Tore unterstreichen die Offensiventwicklung: Laut Wyscout kamen die Münchnerinnen hier im letzten Jahr unter Alexander Straus auf 2,2 zu 1 xG pro Spiel.

  1. FC Bayern und die xG: Was sind eigentlich Expected Goals?

In der abgelaufenen Saison waren es 2,6 zu 0,9 xG. Die Anzahl der eigenen Abschlüsse ist gestiegen (von 14 auf 16) und die der Gegnerinnen gesunken (von 8 auf 7). Mehr Ballbesitz (63 zu 61 Prozent) und etwas mehr Pässe (616 zu 600) unterstreichen die Kontrolle, die die Bayern oft haben. Man hat sich die besten Fähigkeiten der Vorjahre (Kontrolle, Dominanz, gutes Ballbesitzspiel) bewahren können und in der Offensive nochmal zulegen können.

Grund dafür ist auch ein verbessertes Pressing. Im Schnitt kommt der FCB auf rund 18 hohe Balleroberungen pro Spiel – vor Barcala lag der Wert noch bei um die 15. Gerade in der Bundesliga waren die schnellen Rückeroberungen ein Grundstein für die Dominanz und dafür, dass gegen kleinere Teams selten bis nie etwas anbrennen konnte. Weniger als sieben Pässe durften die Gegnerinnen in den ersten 60 Prozent ihres Spielfelds durchschnittlich spielen, ehe eine Defensivaktion der Bayern erfolgt. In der Vorsaison waren es noch etwas mehr als acht.

Starkes Pressing in der Bundesliga

Viele der hohen Ballgewinne entstehen aus diesen Situationen:

  1. Sehr gute Besetzung in der zweiten Reihe hinter der Offensivreihe, um nach Fehlpässen unkontrollierte Klärungsversuche einzusammeln
  2. Sofortiges Gegenpressing bei Ballverlusten, um den Druck auf die ballführende Spielerin zu erhöhen und keinen kontrollierten Aufbau zuzulassen

Wichtig dafür sind die Strukturen, die das Team unter Straus über drei Jahre verinnerlicht hat: Ein Fokus auf die zentralen Räume und die Halbräume und der Mut, sich durch diese Räume zu kombinieren. Das Positionsspiel hat sich dort nicht groß verändert. Unterschiede gibt es dennoch.

Barcala legt wieder etwas mehr Wert darauf, dass zumindest eine Offensivspielerin die Breite sucht – oft Klara Bühl, die dann von dort ihre Dribblings ins Zentrum starten kann. Auch Barcala achtet aber darauf, dass das Team in den zentralen Bereichen engmaschig positioniert ist. Vor allem, wenn der Gegner sehr tief verteidigt.

Im Gegenpressing gibt es lehrbuchmäßig drei Phasen oder Wellen:

  1. Den Ballverlust und die unmittelbare Reaktion der Spielerinnen, die in Ballnähe sind (roter Bereich in der Grafik unten)
  2. Die Reaktion der Spielerinnen, die den Bereich drumherum absichern, um direkt nachschieben zu können und den Druck aufrecht zu erhalten, wenn sich das gegnerische Team aus dem roten Bereich befreien kann. Hier geht es meist darum, keine kontrollierte Befreiung zu ermöglichen (grüner Bereich)
  3. Die Reaktion der am weitesten entfernten Spielerinnen, die entweder entscheiden müssen, den grünen Bereich zu verstärken, um den Druck hoch zu halten oder vor allem im Fall der Innenverteidigerinnen die Tiefe sichern müssen, falls der lange Ball kommt (blauer Bereich)
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Auf Bundesliga-Niveau machen die Bayern das so gut wie kaum ein anderes Team. Auch der VfL Wolfsburg hatte in der abgelaufenen Saison ein starkes Pressing, war dabei aber nicht so konstant wie die Meisterinnen.

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International ist das Pressing nicht immer optimal

Das Pressing ist einer der Punkte, die sich unter Barcala vor allem gegen kleinere Gegner deutlich verbessert haben. Gleichzeitig ist es einer der Punkte, die sich vor allem in der Champions League deutlich verbessern müssen. Wenngleich das Erreichen des Halbfinals als Erfolg zu werten ist, waren die Auftritte in der K.-o.-Phase streitbar.

Manchester United gab man zu viel Spielanteile, obwohl man in vielen Phasen gesehen hat, dass die Bayern das reifere und bessere Team sind. Und auch gegen den vermeintlich übermächtigen FC Barcelona hätte man sich mehr zutrauen können. Die besten Phasen in beiden Duellen hatte man, als das Pressing etwas aggressiver wurde.

Das ist kein exklusives Barcala-Problem. Auch seine beiden Vorgänger tendierten in diesen ganz großen Spielen dazu, eher abwartender zu agieren. Der statistische Unterschied zwischen Bundesliga und Champions League ist enorm. Wir erinnern uns: Der PPDA-Wert (Pässe der Gegenspielerinnen in deren ersten 60 Prozent des Spielfelds bis eine Defensivaktion der Bayern erfolgt) lag bei knapp unter sieben.

In der Champions League lag er bei fast 14. Unter allen 52 Teams (inklusive Qualifikation) macht das den 40. Rang. Bayern überlässt hier den Gegnerinnen deutlich häufiger den Ball – und tut sich damit nicht immer einen Gefallen.

Duelle mit dem FC Barcelona als Beispiel: Mehr Mut wäre gut

Der Gedanke dahinter dürfte klar sein: Das ganz hohe Pressing wird in der Champions League eher mal umspielt, weil die fußballerische Qualität höher ist. Aber die Duelle mit Barcelona, Arsenal und auch Manchester United haben gezeigt, dass der tiefere Ansatz mitunter dazu führt, dass das Team zu passiv wird und sich zu tief fallen lässt.

Spannend dahingehend ist der genauere Blick auf den PPDA-Wert in den beiden K.-o.-Spielen gegen Barça.

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Via Wyscout

Die Kurve zeigt, wie sich die Defensivaktionen in den ersten gegnerischen 60 Prozent während eines Spiels entwickeln. Ein hoher Wert sagt aus, dass Barça viele Pässe dort spielen kann, ohne vom FC Bayern gestört zu werden, ein niedriger Wert heißt, dass die Münchnerinnen häufiger zu Defensivaktionen in diesem Bereich kommen.

Im Hinspiel in der Allianz Arena gibt diese Kurve interessanterweise ungefähr den Spielverlauf wieder. Barça war lange klar das dominante und bessere Team, hätte abseits des durch einen Stellungsfehler von Giulia Gwinn geschenkten Tores auch noch weitere Treffer erzielen können. Dass es dazu nicht kam, lag vor allem daran, dass sie ihre Angriffe zu fahrig ausspielten, weniger an der Verteidigungsqualität der Bayern.

Szenenanalyse: Wichtiger Kett-Ausgleich fiel durch progressives Anlaufen

Je länger die Partie dauerte, desto mutiger wurden die Bayern aber auch im Pressing. Das Tor zum Ausgleich fiel zwar aus einer einigermaßen tiefen Verteidigungsformation heraus, aber auch deshalb, weil Klara Bühl und Franziska Kett die Passivität brechen konnten, indem sie aggressiv nach vorn schoben, statt wie all ihre anderen Mitspielerinnen nach hinten zu fallen.

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Kett geht damit durchaus ein Risiko, weil sie einen Raum öffnet, den Barcelona sofort erkennt. Schiebt Bühl in dieser Szene nicht auf die Empfängerin des Passes, kann die einen einfachen Chipball über Ketts Kopf hinweg spielen und Barça hat eine vielversprechende Offensivaktion. Aber Bühl läuft durch, setzt ihre Gegenspielerin unter Druck und erzwingt damit einen Rückpass in die Mitte.

Erst fünf Sekunden danach spielt Barcelona den langen Ball in den rot markierten Raum, aber da ist Kett schon längst wieder in Position und erobert die Kugel. Daraus entsteht dann der hervorragende Spielzug, der zum 1:1 führt. Es geht also nicht immer darum, so hoch wie möglich zu pressen, sondern so clever wie möglich und dabei nicht in den passiven Trott zu verfallen, sich immer tiefer hinten reindrücken zu lassen. Es braucht diese Pressingimpulse, um sauber verteidigen zu können und Entlastung zu schaffen.

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Via Wyscout

Das Rückspiel ist übrigens vergleichbar. Erst nach dem Gegentor gewannen die Bayern etwas Mut hinzu. Ihre wohl stärkste Phase in beiden Partien hatten sie in den letzten 30 Minuten in Barcelona, als sie nichts mehr zu verlieren hatten und deutlich häufiger ins Angriffspressing gingen.

FC Bayern Frauen brauchen mehr Vertrauen in die eigene Qualität

Vielleicht ist es ja so simpel: Mehr Vertrauen in die eigenen Qualitäten haben. Georgia Stanway wird nicht mehr da sein. Das ist ein herber Verlust, weil die Engländerin viel Stabilität gab und zu diesem Vertrauen in die Fähigkeiten beigetragen hat. Umso wichtiger wird es sein, dass Lena Oberdorf fit bleibt und wieder zu der Ankerspielerin wird, die sie vor ihrer Verletzung in Wolfsburg und für das DFB-Team war.

Ihr Potenzial ist riesig, die Fragezeichen sind es bei ihr aber auch. Gerade international geht es weniger darum, was man rein taktisch und fußballerisch noch verbessern kann, sondern eher darum, die Frage zu beantworten, warum man es seltener zeigt. Das liegt nicht nur an der größeren Qualität der Gegnerinnen.

Natürlich war das Halbfinale ein Riesenerfolg. Aber dieses Team kann noch mehr. Ob es dann reicht, um diese historische Saison nochmal zu toppen, muss sich zeigen. Nicht immer geht fußballerischer Fortschritt auch mit besseren Ergebnissen einher. Zumindest nicht sofort. Aber sucht man nach weiterem Potenzial, dann wird man wohl vor allem da fündig, wo mehr Mut im Spiel nach vorn und im Pressing notwendig ist.

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