liga3-online.de
·4 de junio de 2026
Nach Zwangsabstieg: 1860 steht vor riesigem Scherbenhaufen

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·4 de junio de 2026

Auf den schwarzen Freitag folgte ein schwarzer Mittwoch: Zum zweiten Mal nach 2017 muss der TSV 1860 München in die Regionalliga zwangsabsteigen – und steht vor einem Scherbenhaufen.
Es passte ins Bild und zur Situation, dass am Mittwochnachmittag um kurz vor 17 Uhr, als die DFB-Frist zur Einreichung der Lizenzunterlagen für die kommende Saison ablief, ein starker Regenschauer über das Trainingsgelände der Löwen an der Grünwalder Straße zog – und der TSV die wartenden Anhänger anschließend im wahrsten Sinne des Wortes 50 Minuten lang im Regen stehen ließ, ehe Präsident Gernot Mang das Aus verkündete.
Schon am 2. Juni 2017, als die Löwen nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ebenfalls die Lizenzbedingungen für die 3. Liga nicht erfüllen konnten, hatte es geregnet. Nun wiederholte sich die Geschichte gleich doppelt – und am Ende steht erneut der Absturz in die Regionalliga. Hatte dieser damals angesichts des Auszugs aus der ungeliebten Allianz Arena und der Rückkehr ins Grünwalder Stadion noch für Aufbruchsstimmung gesorgt, ist davon diesmal nichts zu spüren. Zu groß sind die Probleme, vor denen der Verein steht.
Noch am Mittwochabend verkündete Hauptsponsor "Die Bayerische" seinen sofortigen Ausstieg, was die ohnehin angespannte finanzielle Lage weiter verschärft. Laut der "Bild" benötigt der TSV kurzfristig rund eine Million Euro, um handlungsfähig zu bleiben. Andernfalls droht sogar die Insolvenz. Dass es dazu kommt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Investor Hasan Ismaik dürfte den Verein zumindest so weit unterstützen, dass die Profifußball-KGaA nicht zahlungsunfähig wird. Andernfalls wären seine Anteile endgültig nichts mehr wert.
Sportlich steht den Löwen ebenfalls ein radikaler Umbruch bevor. Nur acht Spieler sollen über einen Vertrag für die Regionalliga verfügen. Zahlreiche Leistungsträger können den Verein ablösefrei verlassen, sodass dem TSV auch mögliche Transfererlöse entgehen. Hinzu kommt, dass mit dem Absturz in die Viertklassigkeit die Einnahmen aus TV-Geldern, Sponsoring und Vermarktung massiv einbrechen werden.
Auch auf der Trainerbank deutet sich ein Wechsel an. Markus Kauczinski dürfte den Verein verlassen. Als möglicher Nachfolger wird U21-Trainer Alper Kayabunar gehandelt, der die zweite Mannschaft in dieser Saison zur Meisterschaft in der Bayernliga geführt hat. Mehrere Nachwuchsspieler könnten nun den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Viel Zeit bleibt für die Planungen allerdings nicht: Die Regionalliga Bayern startet bereits Ende Juli. Statt Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock heißen die Gegner nun DJK Vilzing und FC Memmingen.
Ob den Münchnern wie 2018 die sofortige Rückkehr in den Profifußball gelingt, ist offen. Zwar dürfte der TSV 1860 aufgrund seiner Strahlkraft zu den großen Favoriten zählen, allerdings werden alle Klubs gegen die großen Löwen besonders motiviert sein. Zudem steigt der Meister der Regionalliga Bayern in der kommenden Saison nicht direkt auf, sondern muss sich den Weg in die 3. Liga über Aufstiegsspiele gegen den Meister aus dem Norden erkämpfen. Ein Selbstläufer wird die Rückkehr somit keinesfalls.
Hinzu kommt, dass die finanziellen und strukturellen Probleme mit dem Zwangsabstieg keineswegs gelöst sind – im Gegenteil. Der Konflikt zwischen Investor Hasan Ismaik und dem Mutterverein dürfte den Klub auch in den kommenden Monaten weiter begleiten. Statt eines Neustarts droht zunächst eine Phase der Unsicherheit. Im Zwangsabstieg – passend zum Wetter am Mittwochnachmittag – ein reinigendes Gewitter zu sehen, wäre daher wohl zu einfach. Für den TSV 1860 München beginnt vielmehr eine der größten Herausforderungen seiner Vereinsgeschichte.







































