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·19 de mayo de 2026
Nagelsmanns Anruf bei Oliver Baumann: Eine Demontage in eigener Sache

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Julian Nagelsmann plant mit Manuel Neuer als Stammtorhüter bei der WM und informierte Oliver Baumann telefonisch. Die Kaderbekanntgabe folgt am Donnerstag.
Es gibt Telefonate, die im Fußball mehr verraten als jede Pressekonferenz. Wenn die Bild-Zeitung an diesem Dienstag berichtet, dass Julian Nagelsmann bei Oliver Baumann persönlich angerufen hat, um ihm zu sagen, dass er mit Manuel Neuer als Nummer eins bei der WM plant, dann ist das mehr als eine personelle Notiz vor der Kaderbekanntgabe am Donnerstag in Frankfurt. Es ist die Korrektur einer Aussage, die der Bundestrainer selbst noch vor wenigen Wochen für gesetzt erklärt hatte. Baumann sei nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen die Nummer eins, hatte Nagelsmann immer wieder betont. Das war keine vage Andeutung, das war eine Festlegung.
Nun also der Schritt zurück, und zwar zu jemandem, der eigentlich gar nicht mehr da ist. Manuel Neuer ist 2024 nach 124 Länderspielen und der Heim-EM aus der DFB-Auswahl zurückgetreten, sortiert. Am Wochenende meldete Sky, dass Neuer, Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sich auf ein Comeback verständigt hätten. Nagelsmann selbst wollte am Samstag im ZDF-Sportstudio nichts Konkretes dazu sagen. Drei Tage später erfährt Baumann per Telefon, dass die Hierarchie eine andere ist als die, die ihm öffentlich zugeschrieben wurde.
Sportlich kann man die Idee diskutieren, sportpolitisch ist sie heikel. Baumann selbst hatte am Samstag, nach dem 0:4 mit der TSG Hoffenheim bei Borussia Mönchengladbach, in der ARD klargestellt: "Das ist mein Stand, ich habe keine andere Info." Ein Satz, der jetzt nachträglich seltsam wirkt, weil er die Diskrepanz zwischen öffentlicher Lesart und interner Vorbereitung offenlegt. Dass Baumann laut Bericht zugesichert hat, dennoch für die WM zur Verfügung zu stehen, spricht für seine Professionalität. Es ändert nichts daran, dass er ein zweites Mal hinten ansteht: zuerst hinter ter Stegen, jetzt hinter dem Zurückgekehrten.
Die Rückkehr eines 40-Jährigen für ein Turnier, das vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada steigt, ist eine Wette auf Erfahrung gegen alle Routine, die in den Monaten ohne Neuer aufgebaut wurde. Sie ist dazu eine Wette auf seinen Körper. Neuer muss aktuell wegen muskulärer Probleme in der Wade kürzertreten. Ob er am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart im Tor des FC Bayern stehen kann, ist nicht geklärt. Wer einen Torhüter zur Nummer eins bestimmt, dessen Einsatz im nächsten Pflichtspiel offen ist, der trifft eine Entscheidung mit Risiko.
Bleibt die Frage, was diese Personalie über den Bundestrainer aussagt. Nagelsmann hat sich auf Baumann festgelegt, dann mit Völler den Kontakt zu Neuer gesucht, am Samstag öffentlich gemauert und am Dienstag, zwei Tage vor der Kaderbekanntgabe, den vorherigen Stammkeeper informiert. Das ist legitim, weil ein Bundestrainer entscheiden darf, wann er was sagt. Es ist aber auch eine Demontage der eigenen Worte, und zwar der eigenen, klaren Worte über Baumann.
Was bleibt für die Position nach dem Turnier, ist offen. Mit Neuer hat der DFB einen Torhüter, dessen Karriere auf der Zielgeraden ist, mit ter Stegen einen Verletzten, mit Baumann einen, dem man jetzt zweimal erklärt hat, dass er es doch nicht ganz ist. Die Hierarchie, die Nagelsmann am Donnerstag in Frankfurt verkünden wird, ist für ein Turnier gedacht. Eine Lösung für die Zeit danach ist sie nicht.
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