LIGABlatt
·25 de junio de 2026
Neuer & Tah bodenlos, Wirtz, Sané & Groß bemüht – Deutschland in der Einzelkritik

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Im letzten Gruppenspiel dieser WM traf Deutschland auf Ecuador. Während die deutsche Mannschaft bereits zuvor als Gruppensieger feststand, mussten die Südamerikaner gewinnen, um noch eine Chance aufs Sechzehntelfinale zu haben. Letztendlich wollten es die Ecuador-Spieler offensichtlich mehr, als die deutschen Spieler, indem sie über 90 Minuten insgesamt die galligere Mannschaft waren. Wie sich aber jeweils die Jungs von Bundestrainer Julian Nagelsmann schlugen, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.
Manuel Neuer: Der erste Schuss auf sein Kasten war drin. Zwar war der Schuss verdeckt, unhaltbar wirte er aber nicht. Hiernach hatte Neuer in der ersten Hälfte nichts mehr zu tun. In der zweiten Halbzeit gab es mehrere kommunikative Probleme mit Jonathan Tah. Beim 1:2 sah der 40-Jährige nicht wirklich gut aus, als er nach einer Eckenvariante Gonzalo Plata aus den Augen verlor, der den Fuß reinhielt und das Tor machte. (Note: 5)
Joshua Kimmich: Stark in den Zweikämpfen und allgemein defensiver ausgerichtet, als in den Partien zuvor, machte der deutsche Kapitän seine Sache insgesamt ordentlich, hatte dafür aber auch keine herausragenden Momente. Nach einer Stunde wurde Kimmich ausgewechselt und für ihn verteidigte fortan Malick Thiaw. (Note: 3)
Jonathan Tah: Schon in Hälfte eins hatte der Münchner mehrere schläfrige Momente, war aber selten so richtig gefordert. Dies änderte sich dann im zweiten Durchgang, wo mehrere kommunikative Probleme sowohl mit Antonio Rüdiger, als auch mit Manuel Neuer schon erahnen ließen, dass dies nicht sein Abend war. Dies zeigte sich dann vor allem in der 78. Spielminute als Tah den Torschützen Gonzalo Plata bei einer Eckenvariante gewähren ließ, der einfach den Fuß reinhielt und somit Manuel Neuer überraschte. (Note: 5)
Antonio Rüdiger: Insgesamt weniger fehleranfällig als Jonathan Tah, machte der Ersatz für den Verletzten Nico Schlotterbeck aber keinen wirklich sicheren Eindruck, was sich früh durch unnötige Fehlpässe zeigte. In den Zweikämpfen blieb der Mann von Real Madrid zwar meisten stabil, hatte aber mehrfach Tempodefizite, wenn Ecuador das Spiel mal schnell machte. Nach hinten hinaus passte die Kommunikation zu seinen Mitspielern überhaupt nicht mehr, weshalb Rüdiger es verpasste, in der entscheidenden Phase die Partie zu beruhigen. (Note: 4,5)
David Raum: Der Leipziger machte viele Wege nach vorne und versuchte immer wieder durch Flanken für Gefahr zu sorgen. Aus seinem Einwurf entstand in der 2. Spielminute das 1:0 und auch hiernach war Raum vorerst eigentlich eine der positiveren Erscheinungen in der deutschen Mannschaft, auch wenn die Abstimmungen gerade mit Antonio Rüdiger nicht immer passten. In der zweiten Halbzeit wurde dies dann zunehmend zu einem Problem, da sich dem Gegner dadurch immer wieder Räume Boten, was die deutsche Abwehr teils sehr unnötig unter Druck setzte. (Note: 3,5)
Felix Nmecha: Bis zur "Hydration Break" zeigte der Dortmunder eine wirklich schlechte Partie, verlor vorm Gegentreffer den Ball und wirkte auch danach nicht immer wach. Nach der Unterbrechung in der ersten Halbzeit war Nmecha wieder wesentlich präsenter, gewann Zweikämpfe, spielte Steckpässe und suchte auch ab und an den Abschluss. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der 25-Jährige noch ein paar ordentliche Pässe im Fuß, wurde dann aber in der 65. Spielminute durch seinen Vereinskollegen Maximilian Beier ersetzt. (Note: 4)
Aleksandar Pavlović: Vor dem 1:0 ist es der Münchner, der den Ball im gegnerischen Strafraum behauptet, er hat allerdings auch Glück, dass sein Foulspiel nicht geahndet wurde. Hiernach hat Pavlović zwar ein, zwei gute eröffnende Bälle, verlor auch mehrere Zweikämpfe unnötig. Beim Gegentor war er nicht eng genug am Gegenspieler, um diesen am Schuss zu hindern. Nach einer späten Verwarnung in der ersten Hälfte, blieb der 22-Jährige zur Pause in der Kabine und für ihn kam Angelo Stiller in die Partie. (Note: 4)
Leroy Sané: Durch ein sehr ansehnliches Tor in der 2. Spielminute hatte der Galatasaray-Angreifer einen perfekten Einstand und auch hiernach machte er zunächst noch eine gute Partie, indem er weite Wege machte, viel ackerte und defensiv wichtige Zweikämpfe gewann. In der zweiten Halbzeit flachte die Leistung Sanés aber immer weiter ab. In der 75. Spielminute muss er eigentlich das 2:1 machen, vergab aber kläglich. Ärgerlicherweise erzielte Ecuador nur wenige Minuten später den Siegtreffer. (Note: 2,5)
Jamal Musiala: Sehr bemüht, aber insgesamt nicht wirklich griffig, war dies nicht der Abend des 23-Jährigen. Musiala ging zwar mehrfach ins Dribbling, oder setzte das eine oder andere Mal den Doppelpass an, war dabei aber zu zögerlich unterwegs kam nicht richtig ins Tempo. Zwar führte der Münchner sehr viele Zweikämpfe, von denen er auch die Mehrzahl gewann, jedoch waren es durchaus empfindliche Duelle, die er letztlich verlor, wodurch mehrfach vielversprechende deutsche Angriffe nicht zu Ende gespielt werden konnte. (Note: 4)
Florian Wirtz: In der ersten Halbzeit war der Liverpool-Star der beste deutsche Spieler, der zu Beginn einige gute Offensivaktionen hatte und in der 2. Spielminute das 1:0 durch Leroy Sané mustergültig auflegte. Auch wenn es der deutschen Mannschaft nur phasenweise gelang, wirklich gefährliche Angriffe aufzuziehen, liefen sie wenn, dann fast alle über Wirtz. So ging es auch in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit weiter, bis er dann in der 73. Spielminute durch Pascal Groß ersetzt wurde. (Note: 2,5)
Kai Havertz: Alles in allem war dies ein sehr unauffälliger Auftritt des deutschen Mittelstürmers, der in der ersten Halbzeit nur wenige Aktionen hatte, auch wenn einige seiner vielgelobten Läufe auch wieder dabei waren. In der 24. Spielminute hatte Havertz allerdings gleich drei gute Aktionen in einer Szene, als er zunächst einen Pass geschickt durchließ, den Ball anschließend zurückeroberte und danach nach einer Flanke von David Raum per Kopf die Chance aufs 2:1 hatte, aber nicht genug Druck hinter die Kugel bekam. Hiernach war der Arsenal-Angreifer deutlich besser in der Partie und war viel mehr im deutschen Spiel eingebunden. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Havertz um ein Haar einen Elfmeter herausgeholt, doch wurde der Strafstoß nach VAR-Einsatz wegen eines vorherigen Foulspiels wieder einkassiert. Nach einer Stunde wurde er dann durch Deniz Undav ersetzt. (Note: 3,5)
Angelo Stiller (ab Spielminute 46): Zur Pause für Aleksandar Pavlović gekommen, versuchte der Stuttgarter zwar durch Pässe das deutsche Spiel zu beruhigen, war aber mit der enormen Intensität der angestachelten Ecuadorianer überzeugt und ließ sich in den Zweikämpfen mehrfach den Schneid abkaufen. Nach vorne wiederum konnte Stiller nur wenige gestalterische Impulse setzen. (Note: 4)
Deniz Undav (ab Spielminute 60): Nach der Hereinnahme für Kai Havertz war der Stürmer die meiste Zeit sehr unsichtbar. Ein, zwei Mal versuchte er zwar eröffnende Bälle nach außen zu spielen, um dann in die Spitze zu gehen, wie beim 1:1 gegen die Elfenbeinküste, doch kamen die anschließenden Flanken nicht. In der 3. Minute der Nachspielzeit hatte Undav noch einmal die Chance aufs 2:2, traf aber nur das Außennetz. (Note: 3,5)
Malick Thiaw (ab Spielminute 60): Für Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger eingesetzt, war der Newcastle-Profi schnell viel gefordert und musste mehrere brenzlige Zweikämpfe führen, aus denen er meistens als Sieger hervorging. Defensiv machte er also insgesamt einen soliden Eindruck, doch nach vorne hin fehlten ihm Kimmichs gestalterische Fähigkeiten, weshalb das deutsche Offensivspiel zunehmend uninspirierter wirkte. (Note: 3)
Maximilian Beier (ab Spielminute 65): Der Dortmunder setzte nach seiner Einwechslung zwar immer wieder den Tiefenlauf an, wurde aber nur selten gesucht. Wenn er mal am Ball war, versprang dieser ihm oft, oder der Pass landete beim Gegenspieler. Nach einem klugen Laufweg in der 74. Spielminute hatte Beier nach einer Hereingabe die Chance aufs 2:1, doch verpasste er die Kugel um Haaresbreite. Kurz darauf war es dann die Südamerikaner, die den Siegtreffer erzielten. (Note: 4)
Pascal Groß (ab Spielminute 73): Der Routinier machte nach seiner Einwechslung den spritzigsten Eindruck bei den Deutschen, indem er auch vermeintlich schon verlorene Bälle noch versuchte, zu erreichen, oder in den Zweikämpfen mit einer ordentlichen Prise Galligkeit sich behauptete. Auch mit dem Ball am Fuß machte Groß seine Sache ordentlich, indem er noch einige interessante Bälle spielte, doch hatte man den Eindruck, dass der Mann von Brighton & Hove Albion in seinem Team der einzige war, der noch die letzten Meter gehen wollte. Am Ende konnte der 35-Jährige auch nicht noch einmal das Feuer im deutschen Spiel entfachen und wirklich herausragende Aktionen hatte er, trotz seines Einsatzwillen auch nicht mehr. (Note: 2,5)
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images







































