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·26 de febrero de 2026
"Peinlich, abartig, bodenlos": Wollitz redet sich in Rage

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Obwohl es bei Energie Cottbus angesichts der Tabellenführung derzeit blendend läuft, vermisst Trainer Claus-Dieter Wollitz die Unterstützung der Politik – und redete sich diesbezüglich bei der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie gegen den SC Verl (Samstag, 16:30 Uhr) in Rage.
Schon länger stand die Sanierung des Trainingsplatzes an der Parzellenstraße im Raum, ab Montag rollen nun die Bagger an. Im Prinzip eine gute Nachricht. Auch Wollitz sprach am Donnerstag von einer "außergewöhnlichen Geste" der Stadt und betonte: "Die Leute haben verstanden, dass der Klub der wichtigste Werbeträger der Stadion und Region ist." Problem jedoch: Während der Sanierung, die bis August andauern wird, ist der Trainingsplatz nicht nutzbar, sodass Energie bis zum Ende der Saison nur noch den Platz am Eliaspark nutzen kann. "Das hat mit Profifußball nichts mehr zu tun", schimpfte Wollitz.
Mehr noch als die Tatsache, dass Energie künftig durch Cottbus reisen müsse, um trainieren zu können, echauffierte sich der 60-Jährige – zum wiederholten Mal in den letzten Monaten – aber über eine andere Tatsache. Konkret geht es um die bereits vor einem Jahr zugesagten Fördergelder des Landes in Höhe von zwei Millionen Euro zur Sanierung des Stadions. Geflossen ist das Geld bis heute nicht. Zwar zeigte Wollitz Verständnis dafür, dass mit Steuergeldern verantwortlich umgegangen werden müsse, dennoch bezeichnete er es als "zum Fremdschämen", wie Energie von der Politik links liegen gelassen werde. Es sei "peinlich, abartig und bodenlos", wie mit dem Verein umgegangen werde. Überall in Deutschland würden die Klubs öffentliche Unterstützung erhalten, nur in Brandenburg nicht.
Dass Sportminister Steffen Freiberg bislang noch nicht im Stadion gewesen sei, "ist noch peinlicher", schimpfte Wollitz, der auch an Ministerpräsident Dietmar Woidke kein gutes Haar ließ, weil dieser am 31. Januar nicht bei der Jubiläumsfeier zum 60. Vereinsgeburtstag vor Ort war: "Ich möchte seine Glückwünsche nicht, aber der Klub hätte es verdient gehabt." Doch es sei gar nichts gekommen. "Keine Anerkennung, kein Respekt, keine Unterstützung, 0,0." Stattdessen würde das Land dem Klub es sogar noch erschweren, sich in der Liga zu behaupten. "Das ist einfach schade, und das haben die Fans auch nicht verdient."
Werbung in eigener Sache kann Energie am Samstag betreiben, wenn das Spitzenspiel gegen den SC Verl ansteht. Die Ostwestfalen bezeichnete Wollitz als "fantastische Mannschaft", die bislang "außergewöhnliche Leistungen" erbracht hätten. Der FCE-Coach erwartet zwar ein "schweres Spiel", geht aber davon aus, dass die Chancen "50:50" verteilt sind. Zumindest, wenn jeder an sein Leistungsmaximum komme.
Diesbezüglich machte Wollitz klar: "Ich mache vor keinem Spieler mehr Halt." Einzelne gelungene Aktionen oder frühere Verdienste spielten keine Rolle mehr. "Das hier und jetzt verlangt was anderes, verlangt absolute Basics und absolute Komplexität." Wer diese Grundlagen und Anforderungen nicht erfülle, könne nicht spielen. Das sei keine persönliche Entscheidung gegen einen einzelnen Akteur, sondern ergebe sich aus den Tatsachen und den Maßstäben, die im Profifußball gelten. Auch Wollitz selbst müsse sich auf die "andere Art des Fußballs" einlassen. "Sonst habe ich hier auch nichts mehr verloren."
Während Leon Guwara (Oberschenkelverletzung) weiterhin ausfällt, sind Jannis Boziaris (muskuläre Probleme), Jonas Hofmann (Trainingsrückstand nach Leisten-OP), Nyamekye Awortwie-Grant (grippaler Infekt) und Henry Rorig (Trainingsrückstand nach Infekt) noch fraglich. Erik Engelhardt hat sich indes beim Spiel in Aue die Nase angebrochen, wird aber spielen und eine Maske tragen. Mit einem Sieg würde Cottbus dem Aufstieg ein weiteres Stück näher kommen – und damit den Druck auf das Land nach finanzieller Unterstützung weiter erhöhen.







































