Rüpel Rüdiger: Für Deutschland nicht nur tragbar, sondern auch notwendig | OneFootball

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·4 de marzo de 2026

Rüpel Rüdiger: Für Deutschland nicht nur tragbar, sondern auch notwendig

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Antonio Rüdiger sorgt für Schlagzeilen - und einmal mehr sind diese nicht gerade positiver Art. Der Real-Routinier hat mit einem gefährlichen Foul gegen Getafe seinen rücksichtslosen Charakter auf dem Platz zur Schau gestellt. Gewundert haben dürfte sich darüber kaum einer. Ausraster prägen die Karriere des Innenverteidigers, sei es seine viel diskutierte Kopf-ab-Geste oder brutal geführte Zweikämpfe sowie Auseinandersetzungen mit den Schiedsrichtern.

Rüdiger ist ein Gratwandler. Dies hat man häufig so hingenommen, weil er sportlich eben über jeden Zweifel erhaben war. Dies ist nach zahlreichen Verletzungen in den letzten beiden Jahren nun aber nicht mehr der Fall. Es gibt folgerichtig zunehmend Stimmen, die besagen, dass Julian Nagelsmann Rüdiger gar nicht für die WM berufen sollte. Mit einer solchen Maßnahme würde der Bundestrainer aber einen heftigen Fehler machen.


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Wir durchleuchten die Gründe, warum Rüdiger trotz seiner sportlichen und vor allem charakterlichen Fragezeichen ein sicherer WM-Fahrer sein sollte.

Ein Team benötigt auch unbequeme Typen

Hat eine Truppe zu viele nette Sunnyboys, wird es mit einem erfolgreichen Abschneiden wohl kaum etwas werden. Natürlich gibt es im DFB-Team auch Spieler wie Joshua Kimmich und Nico Schlotterbeck, die bereit sind, den Finger in die Wunde zu legen und wenn nötig auch auszuteilen. Mit Abstrichen kann man noch Akteure wie Jonathan Tah oder David Raum dazuzählen, das war es dann aber auch schon. Ein Typ wie Rüdiger kann natürlich im Mannschaftsklima Probleme verursachen, dafür kann er aber auch den Mund aufmachen, Missstände aufdecken und Debatten führen.

Kleinere Reibereien und hitzige Wortgefechte gehören im Training mal dazu. Hinzu kommt, dass die DFB-Elf auch in den Spielen mal auf die "bösen Jungs" treffen wird. Auch auf dieser Ebene muss man dagegenhalten und darf sich nicht unterbuttern lassen. Einen Rüdiger hat man immer noch lieber selbst im Team als in der gegnerischen Mannschaft. Auch das DFB-Team muss dem Gegner mal wehtun können. Rüdiger ist diesbezüglich natürlich genau der Richtige. Letztlich geht es um den WM-Pokal, nicht um einen Fair-Play-Preis.

Rüdiger hat Big-Game-Erfahrung

Natürlich haben gerade die Bayern-Spieler, aber auch Akteure wie Nico Schlotterbeck oder Kai Havertz reichlich Matches auf internationalen Top-Niveau bestritten, an den Erfahrungsschatz von Rüdiger kommt aber kaum einer heran. Immerhin hat dieser vor seiner Real-Zeit bereits in der Premier League, Serie A und Bundesliga gekickt.

Rüdiger kennt die Druck-Situation großer Matches und besitzt eine gewaltige Turnier-Erfahrung. Bei den Königlichen trainiert er Woche für Woche gegen Weltklasse-Offensivspieler wie Kylian Mbappé oder Vinicius Junior. Diese Erfahrung kann gerade bei einer WM entscheidend sein. Die letzten Turniere haben bereits gezeigt, dass insbesondere routinierte Innenverteidiger den Unterschied ausmachen können, selbst wenn diese auf Klub-Ebene ein paar Probleme haben.

Rüdiger ist sportlich noch immer gut genug

Ob Rüdiger bei der WM einer für die Startelf ist oder zunächst als Backup agiert, sei mal dahingestellt. Sportlich gehört er aber noch immer zu den Top-Innenverteidigern Deutschlands. Dies hat er auch in den Einsätzen für Real gezeigt, die er absolviert hat. Rüdiger weist hierbei eine gute Zweikampfquote von 63 Prozent auf und ist insbesondere in der Luft noch immer eine Macht. Kommt er nun verletzungsfrei bis zur WM, sollte auch die Fitness wieder in großen Teilen zurückkehren. Rüdiger vereint Aggressivität, gute fußballerische Fähigkeiten, Zweikampfstärke und hoffentlich auch Athletik. Dies ist ein Paket, das nur wenige Innenverteidiger auf dem Niveau für sich verbuchen können.

Die Konkurrenz ist nicht übermäßig stark

Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah sind für die WM natürlich fix im Kader gesetzt. Danach wird es aber schon eng, zumal auch der vor einem Jahr noch relativ hoch gehandelte Robin Koch in ein Leistungsloch gefallen ist. Die weiteren Optionen wären Waldemar Anton, Malick Thiaw und Yann Aurel Bisseck.

Die drei genannten Innenverteidiger spielen allesamt eine recht gute Saison, jedoch gilt insbesondere für die beiden Letztgenannten, dass sie im DFB-Team kaum mal eine Rolle gespielt haben. Ihnen gehört eher die Zukunft als die WM 2026. Sollten Schlotterbeck oder Tah ausfallen, wäre es schon wertvoll, einen Spieler in der Hinterhand zu haben, der die Mitspieler und die Drucksituation in einem wichtigen WM-Spiel kennt.

Rüdiger kann auch als Rechtsverteidiger auflaufen

Die Rechtsverteidiger-Position ist und bleibt ein Problem. Aktuell sieht es danach aus, als würde Joshua Kimmich hier spielen, weil kein gelernter Rechtsverteidiger das nötige Niveau mitbringt. Es könnte aber durchaus dazu kommen, dass Julian Nagelsmann Kimmich doch auf der Sechs bringen möchte. Genau dann braucht es hinten rechts eine Alternative. Diese könnte Rüdiger bieten.

Mit seinen fußballerischen Qualitäten und seiner normalerweise auch starken Athletik wäre ihm die Position zuzutrauen. Rüdiger rückt auch bei Real Madrid gerne mal recht weit mit nach vorne und probiert sich auch immer wieder mit Halbfeldflanken, die eine durchaus beachtliche Qualität haben. Bedenkt man, dass auf links eher ein offensiv ausgerichteter Außenverteidiger agieren wird, wäre Rüdiger ein passender Gegenpol. Ähnlich wie es die Bayern früher mit Benjamin Pavard und Alphonso Davies gemacht haben, könnte auch Deutschland mit einer asynchronen Kette verteidigen.

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