Rund um den Brustring
·7 de mayo de 2026
Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit Leverkusen-Experte Sebastian Bergmann von der Rheinischen Post

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·7 de mayo de 2026

Gegen Leverkusen steht für den VfB das zweite Endspiel um die Champions-League-Teilnahme an. Vor der Partie am Samstag im Neckarstadion sprachen wir mit Leverkusen-Experte Sebastian Bergmann von der Rheinischen Post.
Rund um den Brustring: Hallo Sebastian und danke, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Nach dem Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Arsenal und durchwachsenen Ergebnissen wie dem 3:3 in Heidenheim, dem wilden 6:3 gegen Wolfsburg oder der Heimniederlage gegen Augsburg schien es, als würde Leverkusen in der kommenden Saison nicht in die Königsklasse zurückkehren. Nach dem klaren Sieg gegen Leipzig hat man sich mindestens bis Samstag Platz 4 vom VfB geholt — ist aber mit diesem und Hoffenheim punktgleich. Welchem der drei Konkurrenten traust Du am Ende den Sprung in die Champions League zu?
Sebastian: Für mich ist dieses Spiel ein Endspiel um die Champions-League-Qualifikation: Der Sieger packt es. Das Momentum spricht nach den jüngsten Partien für Leverkusen. Dass Hoffenheim am Ende der lachende Dritte dieses Dreiervergleichs wird, ist zwar weiterhin möglich – dafür wäre aus meiner Sicht allerdings ein Remis zwischen dem VfB und Bayer die Voraussetzung. Wenn ich mich festlegen muss, setze ich auf Leverkusen – auch wegen des wirklich starken Auftritts gegen Leipzig.
Zwischendurch wurde kolportiert, Kasper Hjulmand habe angesichts der Ergebnisse keine große Zukunft in Leverkusen. Wie siehst Du seine Perspektive in Leverkusen?
Ich glaube nicht, dass sich die grundsätzliche Haltung des Klubs zum Trainer durch den Derbysieg in Köln und den Auftritt gegen Leipzig nachhaltig verändert hat. Selbst bei einer Champions-League-Qualifikation dürfte Hjulmand bei den Verantwortlichen (und auch bei Teilen der Fans) weiter kein leichtes Standing haben. Dafür waren die Leistungen und die Entwicklung der Mannschaft seit dem Jahreswechsel zu schwankend, die Linie insgesamt zu unklar. Dass Hjulmand im Sommer gehen muss, halte ich deshalb für wahrscheinlicher, als dass Bayer ihm eine komplette Vorbereitung inklusive Neustart zugesteht. Wobei – wie bei Trainern fast immer – viel davon abhängt, welche Alternativen realistisch verfügbar sind.
Auch wenn noch zwei Spiele ausstehen: Wie fällt dein Fazit der Umbruchssaison nach dem Abgang von Xabi Alonso und vielen Spielern der 2024er Meistermannschaft aus?
Auch wenn nach dem wohl transferintensivsten Sommer der Klubgeschichte ein Auf und Ab zu erwarten war: Dass es phasenweise so wild werden würde, damit hat in Leverkusen vermutlich niemand gerechnet. Sollte am Ende trotz aller Irrungen und Wirrungen die Königsklasse erreicht werden, wäre die Saison – inklusive Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Arsenal und Halbfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Bayern – in gewisser Weise wieder „Bayer wie früher“, also eher Prä-Alonso-Ära als das Level der letzten zwei Jahre. Das ist nach den jüngsten Erfolgen zunächst ein deutlicher Rückschritt, aber auch kein Anlass für Schwarzmalerei.
Wo siehst Du aktuell die Stärken und Schwächen der Leverkusener Mannschaft?
In einzelnen Spielen hat Leverkusen durchaus wieder Ansätze des Fußballs gezeigt, der vor allem in der Double-Saison so stark gemacht hat: viel Ballbesitz, Kontrolle, Durchschlagskraft über individuelle Qualität. Auch wenn einige der teuren Transfers nicht wie erhofft gezündet haben, gibt es klare positive Entwicklungen unter dem Bayer-Kreuz. Hervorheben würde ich Ibrahim Maza, dessen Kreativität dem Offensivspiel häufig Struktur und Ideen gibt. Schwachstellen waren in dieser Saison unter anderem Standardsituationen gegen den Ball. Zudem fehlt Robert Andrich als Abwehrchef Tempo – er ist stark, wenn er über Stellungsspiel und Zweikampf kommt, wird aber in offenen Räumen verwundbarer. Und Torwart Mark Flekken hatte mehrfach Patzer, die direkt zu Gegentoren geführt haben. Allerdings hat auch der Niederländer sich in den vergangenen Partien gesteigert und unter anderem ein Tor gegen Leipzig eingeleitet.
Patrik Schick hat in den letzten sechs Bundesliga-Spielen neun Tore geschossen und die Spiele in Köln und gegen Leipzig im Alleingang entschieden. Wie wichtig ist er für die Mannschaft und auf wen müssen wir am Samstag noch aufpassen?
Schick macht aktuell genau das, was ihn auszeichnet: Tore schießen. Zu Saisonbeginn musste er sich die Mittelstürmerrolle noch mit dem jungen Christian Kofane teilen, in der Endphase profitiert Bayer aber wieder enorm von seiner Kopfballstärke und Erfahrung. Neben Maza müssen Gegner vor allem eines vermeiden: unnötige Freistöße rund um den Sechzehner. Mit Alejandro Grimaldo und Aleix Garcia hat Leverkusen zwei Spieler, die dabei echte Spezialisten sind. Außerdem ist Nathan Tella nach überstandener Verletzung in sehr guter Form und hat zuletzt gegen Leipzig ein überragendes Spiel gemacht.
Das Hinspiel gewann der VfB deutlich, in der vergangene Saison siegte Leverkusen spektakulär in letzter Minute in Stuttgart, auch die Partien zuvor waren hochklassig. Aktuell hat der VfB eine kleine Formkrise, während Leverkusen im Aufwind ist. Was für ein Spiel erwartest du am Samstag?
Abgesehen vom 0:0 in der vergangenen Saison in Leverkusen waren die Duelle zwischen Bayer und dem VfB in den letzten Jahren fast immer hochklassig oder torreich – meist sogar beides. Deshalb erwarte ich auch diesmal ein Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Chance aktiv suchen und nicht lange taktieren, zumal beide Teams grundsätzlich eher das Spektakel lieben.
Wer fällt denn bei Leverkusen aus?
Abgesehen von Martin Terrier dürfte der Kader weitgehend komplett sein.
Zum Abschluss: Dein Tipp für Startelf und Ergebnis?
Flekken – Quansah, Andrich, Tapsoba – Culbreath, Garcia, Palacios, Grimaldo – Maza, Tella – Schick.
2:1 für Leverkusen
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