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·19 de marzo de 2026
Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

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Simon Bartsch
19 März, 2026
Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.
Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.
Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.
In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“
Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.
Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“









































