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·13 de junio de 2026

Schweizer Taschenmesser vor dem nächsten Meilenstein: Johan Manzambi im Porträt

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Murat Yakin schätzt Routine. Der 51-jährige Schweizer Nationaltrainer nominierte für die WM mal wieder einen unheimlich turniererfahrenen Kader. Für einige Spieler soll es das letzte große Hurra auf der internationalen Bühne werden, auf viele Experimente lässt sich Yakin nicht ein.

An Johan Manzambi kommt der Nationalcoach allerdings trotzdem nicht vorbei. Der 20-jährige Freiburger lieferte eine überragende Spielzeit ab, und ist im Breisgau zu einem der interessantesten Spieler der Bundesliga gereift. Nun steht mit der WM sein erstes großes Turnier im Trikot der Nationalmannschaft an – aber in welcher Rolle?


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,,Die Fans wollen ihn auf dem Feld, wir als Zuschauer wollen ihn auf dem Feld.“ Blerim Dzemaili ist bekennender Fan des Youngsters. Der 69-fache Schweizer Nationalspieler weiß wovon er redet, schließlich zog er selbst jahrelang an der Seite von Granit Xhaka die Fäden im Mittelfeld der ,,Nati“.

Es braucht allerdings nur bedingt die Meinung eines Experten, um die Klasse Manzambis erkennen zu können. Dem Nesthäkchen sind längst eigene Flügel gewachsen, die ihn konstant durch die Saison trugen. 55 Pflichtspiele hat der 20-Jährige in der abgelaufenen Spielzeit für den Sportclub heruntergerissen. Damit führt er die Pflichtspiel-Rangliste aller Schweizer Nationalspieler knapp vor Gregor Kobel (54) und Manuel Akanji (53) an.

Manzambi ist ein ,,Schweizer Taschenmesser“ auf höchstem Niveau

Quantität ist nicht immer gleich Qualität, im Fall des Mittelfeldspielers allerdings schon. Der in Genf geborene Shooting-Star ist ein wahres ,,Schweizer Taschenmesser“. Manzambi beherrscht alle wesentlichen Aspekte des Fußballspiels auf Top-Niveau. Er kann Dribbeln, Passen, Schießen und Verteidigen, dazu besitzt er eine hohe Spielintelligenz, die sich unter anderem im Erkennen von Räumen und einem guten Stellungsspiel äußert.

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Foto: Getty Images

Freiburg hat das Potenzial des 20-Jährigen früh erkannt. 2023 verpflichtete der Sportclub Manzambi aus der Jugend von Servette Genf. Zunächst wurde der Rohdiamant in der eigenen U19 eingesetzt, die nächsten Schritte ließen aber nicht lange auf sich warten. Auf erste Einsätze in der 3. Liga für die zweite Mannschaft folgte das Bundesliga-Debüt Ende September 2024 gegen Heidenheim. Seinen Premierentreffer erzielte er sieben Monate später gegen Borussia Mönchengladbach, die Belohnung gab es in Form des ersten Startelfeinsatzes eine Woche später gegen Hoffenheim. Manzambi eilte im zarten Alter von 19 Jahren in Windeseile von Meilenstein zu Meilenstein, spätestens zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich eine noch größere, vielversprechende Entwicklung ab.

Zeitsprung zurück ins Hier und Jetzt. In seiner ersten vollen Profisaison hat Manzambi den Wunsch-Glauben aller Freiburger wahr werden lassen und aufgezeigt, warum der SC Merlin Röhl kurzfristig bereits nach Saisonstart noch an Everton abgab. Fünf Tore und 5 Assists steuerte der Mittelfeldmotor in der Bundesliga zum Teamerfolg bei, in der Europa League war er ebenfalls maßgeblich an der Traum-Reise der Breisgauer bis ins Finale nach Istanbul beteiligt, unvergessen bleibt sein Traumtor im Halbfinal-Rückspiel gegen Braga. Manzambi wurde von der UEFA nach dem Turnier der Titel als ,,Entdeckung der Saison“ verliehen, sein Marktwert ist mittlerweile auf 50 Millionen Euro angestiegen.

Wo findet Manzambi im Team der Schweiz seinen Platz?

Damit liegt er im Kader-Ranking der Schweiz unangefochten auf dem ersten Platz. Ein weiteres Argument für seinen Coach, einen Platz für den Ausnahmekönner in der Startelf zu finden. Und Yakin gibt sich redlich Mühe. Da die Plätze im zentralen Mittelfeld der Eidgenossen durch Kapitän Granit Xhaka und den nicht minder erfahrenen Remo Freuler belegt sind, muss sich der Übungsleiter etwas anderes einfallen lassen. In den vergangenen beiden Testspielen setzte der 51-Jährige sein Juwel sowohl auf dem rechten Flügel, als auch im Sturmzentrum als Teil einer Doppelspitze ein. Der Beweis für Manzambis Vielseitigkeit. Eine offensive Rolle ist ihm durchaus zuzutrauen, interessanterweise trägt er bei der Nati sogar das Trikot mit der Rückennummer Neun.

Grundsätzlich sollte Manzambi in Nordamerika also auf ausreichend Spielzeit kommen. Schwierig gestaltet sich eine präzisere Prognose auch durch die taktische Flexibilität der Schweiz, die sowohl das Dreierkettensystem beherrscht, als auch auf eine Viererkette switchen kann. Je nachdem benötigt Yakin unterschiedliches Personal. Ex-Eidgenosse Blerim Dzemaili geht davon aus, dass statt Manzambi Fabian Rieder spielen wird. Einen Grund liefert der 40-Jährige direkt mit. Sollte es für die Schweiz in einem Spiel nicht laufen wie gewünscht, ,,bringt Manzambi als Joker genau das, was du als Trainer willst und brauchst in einer solchen Situation. In dieser Form hat das sonst niemand. Ist er schon in der Startelf, hast du diesen Effekt nicht.“

Wechselt Manzambi nach der WM zu einem internationalen Top-Club?

Ein Luxusproblem also für Yakin, der ohnehin nicht um Stimmungsschwankungen bei seinem Jüngsten fürchten muss. Manzambi bleibt trotz rasantem Aufstieg bescheiden und hat keine Probleme mit der möglichen Joker-Rolle: ,,Wenn ich eingewechselt werde, bin ich bereit. Wenn ich von Anfang an spiele, bin ich bereit. Und wenn ich gar nicht spiele, dann helfe ich meinen Mitspielern von der Bank aus. Egal, welche Rolle ich habe – der Trainer macht das Beste für uns.“

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Foto: IMAGO

Eine Bescheidenheit, die man ihm auch aufgrund seines Engagements in Freiburg ohne zu zögern abkauft. Im Breisgau gehört diese Eigenschaft seit jeher zu den Grund-Tugenden. Dort könnte der 20-Jährige im Übrigen auch kommende Saison noch auflaufen, trotz Interesse internationaler Top-Clubs. ,,Nein, die Fans müssen keine Angst haben. Ich bleibe ein Spieler von Freiburg. Die Saison ist nun vorbei und ich konzentriere mich voll und ganz auf die Weltmeisterschaft.“

Recht hat er. Durch die erstmalige WM-Teilnahme geht sein Kindheitstraum in Erfüllung. Es ist ein weiterer Meilenstein, den Manzambi nun abhaken kann. Wer aufmerksam mitgelesen hat, ahnt vielleicht schon, dass die nächsten nicht weit sein können.

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