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·23 de junio de 2026

Sergen Yalcin rechnet ab: „Das sind Verräter“ – und stellt Montella offen infrage

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Sergen Yalcin teilt aus: Harte Worte zu Besiktas, Montella und der Nationalmannschaft

Sergen Yalcin hat mit deutlichen Aussagen über seine Zeit bei Besiktas, die Kritik an seiner Arbeit und die Situation der türkischen Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Der frühere Trainer der Schwarz-Weißen sprach bei KAFA Sports offen über seinen Abschied, interne Probleme, einzelne Spieler und die Rolle von Vincenzo Montella nach dem enttäuschenden WM-Auftritt der Türkei.

„Wenn die Fans wollen, gehe ich“

Yalcin blickte zunächst auf seine letzte Amtszeit bei Besiktas zurück und machte deutlich, dass er seinen Abschied auch als Folge der Stimmung rund um den Klub verstanden habe. „Ich habe gesagt: Wenn die Fans wollen, gehe ich. Die Fans wollten es, also bin ich gegangen. Was man mir angetan hat, soll man Italiano nicht antun. Lasst den Mann seine Arbeit machen.“ Eine Absage an Besiktas sei für ihn damals nicht infrage gekommen. Gleichzeitig habe er bereits bei seiner Zusage klargemacht, dass kurzfristige sportliche Ziele kaum realistisch seien. „Ich konnte Besiktas nicht Nein sagen. Als ich die Aufgabe angenommen habe, habe ich gesagt, dass man kein konkretes Ziel ausgeben kann. Wir kamen zu einem bereits zusammengestellten Kader. Ich habe gesagt, dass dieser Prozess mindestens zwei bis drei Transferperioden benötigt und kurzfristig kein Erfolg zu erwarten ist.“


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Yalcin verteidigt den Umbruch bei Besiktas

Der frühere Meistertrainer betonte, dass seine Arbeit nicht nur an Ergebnissen gemessen werden dürfe. Zwar sei die Saison sportlich nicht erfolgreich gewesen, strukturell habe man jedoch einen wichtigen Umbruch eingeleitet. „Diese Mannschaft hat 18 oder 19 Spiele nicht verloren. Also übertreibt nicht. Vom Ergebnis her war die Saison nicht erfolgreich, aber als Neuaufbau waren wir erfolgreich.“ Besonders stolz zeigte sich Yalcin auf die radikalen Entscheidungen in der Winterpause. „Die Veränderung, die ich in der Halbzeit der Saison vorgenommen habe, kann in der Türkei niemand machen. Ich habe neun Spieler weggeschickt. Die Spieler, die ich stattdessen geholt habe, spielen jetzt bei der Weltmeisterschaft.“

„Ersin kam weinend in mein Zimmer“

Besonders emotional wurde Yalcin beim Thema Ersin Destanoglu. Der Torhüter sei aus dem eigenen Nachwuchs gekommen, habe mit Besiktas eine Meisterschaft erlebt und dennoch eine extrem schwere Phase durchmachen müssen. „Ersin ist ein Fall für sich. Macht man so etwas mit einem jungen Spieler, der aus der eigenen Jugend von Besiktas kommt und Meister geworden ist? Hat er das verdient?“ Yalcin schilderte anschließend eine Szene aus dem Spiel gegen Alanyaspor.

„Er kam in der Halbzeit in mein Zimmer und weinte. Er sagte: Bitte, Trainer, nimm mich raus. Ich habe ihm gesagt: Wenn ich dich heute rausnehme, ist deine Fußballkarriere vorbei. Du gehst nicht raus, du kannst nicht raus. Selbst wenn du noch fünf Tore kassierst, bleibst du auf dem Platz.“ Der Trainer erklärte zudem, dass er intern klar für eine Vertragsverlängerung mit dem Torhüter geworben habe. „Ich habe darum gebeten, mit Ersin einen neuen Vertrag zu machen. Ich habe ausdrücklich berichtet, dass er auf keinen Fall gehen sollte.“

„Muci ist nicht mein Spieler“

Auch zu Ernest Muci fand Yalcin klare Worte. Er betonte, dass er seine Haltung zu dem Offensivspieler nicht bereue, auch wenn dieser später bei Trabzonspor erfolgreich gewesen sei. „Ich glaube nicht, dass ich bei Muci falsch lag. Was auch immer er macht, er ist nicht mein Spieler. Selbst wenn er ein Komet wäre. Er ist kein schlechter Spieler, er war bei Trabzonspor sehr erfolgreich. Dann soll er eben bei Trabzonspor spielen, aber er ist nicht mein Spieler.“

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Foto: IHA

Cengiz Under und die Kritik aus den sozialen Medien

Yalcin sprach zudem über die Verpflichtungen von Gökhan Sazdagi und Cengiz Ünder. Die Mannschaft habe Alternativen benötigt, weshalb man nach verfügbaren Spielern aus der Türkei gesucht habe. „Als Cengiz im Spiel gegen Basaksehir getroffen hat, bebte das Stadion vor Cengiz-Rufen. Der Junge spielte gut, dann verletzte er sich. Seine Rückkehr hat lange gedauert.“ Danach sei über YouTube und X gezielt eine Kampagne gegen ihn und den Spieler gestartet worden. „Es wurde von Leuten, die das geplant haben, die Propaganda verbreitet: Cengiz ist Sergens Mann.“

„Warum sollte sich ein Trainer auf einen Spieler einschießen?“

Auch den Vorwurf, er habe sich auf einzelne Spieler wie Vaclav Cerny eingeschossen, wies Yalcin zurück. „Sie kritisieren Cerny und sagen, ich hätte mich auf ihn eingeschossen. Cerny hat 30 Spiele von Beginn an gemacht. Warum sollte sich ein Trainer auf einen Fußballer einschießen?“ Bei Rafa Silva fiel seine Bewertung noch schärfer aus. „Bei Rafa Silva haben sie mich fertiggemacht. Und was ist danach passiert? Was für ein Star ist Rafa Silva denn? Wo hat er gespielt und was hat er gemacht? Ich kenne seine Vergangenheit auch nicht besonders gut.“

„Das sind Verräter“

Besonders hart ging Yalcin mit früheren Besiktas-Spielern und ehemaligen Weggefährten ins Gericht, die ihn aus seiner Sicht öffentlich unfair angegriffen haben. „Ehemalige Besiktas-Spieler und frühere Teamkollegen von mir gehen ins Fernsehen oder auf YouTube. Sie haben keine Ahnung von der Welt, aber sie versuchen ständig, unter die Gürtellinie zu schlagen.“ Dann wurde Yalcin noch deutlicher. „Schämt euch! Sie können weder trainieren noch kommentieren. Sie kritisieren jeden, nur um wieder ins Gespräch zu kommen und einen Job im Verein zu bekommen. Das sind Verräter. Wenn der Ausdruck passt, dann sage ich es genau so.“

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„Mir wurde eine Wasserflasche entgegengeworfen“

Yalcin beschrieb auch die Feindseligkeit, die ihm im Stadion entgegenschlug. Eine Szene sei für ihn besonders bezeichnend gewesen. „Ich laufe, plötzlich kommt Wasser auf mich. Ich schaue hin, dann fliegt eine Flasche. Also wirklich, irgendwann reicht es. Habt ihr meinen Vorgängern auch Wasserflaschen zugeworfen? Den Ausländern? Nein. Warum?“ Er habe unter normalen Bedingungen gearbeitet, keine überzogenen Forderungen gestellt und keine Abfindung kassiert. „Wir bekommen ein normales Gehalt, wir nehmen keine Entschädigung. Wir geben unser Bestes. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so viel gearbeitet zu haben. Mit Serkan Recber haben wir am Tag acht Spiele angeschaut.“

Klare Kritik an Montella

Zum Abschluss sprach Yalcin auch über die türkische Nationalmannschaft und stellte die Berufung von Vincenzo Montella grundsätzlich infrage. „Um Trainer der Nationalmannschaft oder einer großen Mannschaft zu werden, muss es ein Erfolgskriterium geben. So etwas gibt es mittlerweile nicht mehr. Mit welchem Erfolg wurde Montella Nationaltrainer? Welchen Erfolg hat er denn?“

Auch zur Situation von Orkun Kökcü äußerte sich Yalcin auffällig offen. Er glaube nicht, dass Montella den Mittelfeldspieler künftig häufig einsetzen werde. „Ich glaube nicht, dass Montella Orkun sehr oft spielen lassen wird. Wenn Orkun von der Nationalmannschaft zurückkommt, kommt er ziemlich niedergeschlagen zur Mannschaft. Dort gibt es einige Probleme, das sage ich ganz offen.“ Damit lieferte Yalcin nicht nur eine Abrechnung mit Teilen des Besiktas-Umfelds, sondern auch eine klare Kritik an der aktuellen Struktur rund um die türkische Nationalmannschaft. Seine Aussagen dürften die Debatten über Besiktas, Montella und die Zukunft mehrerer Spieler weiter anheizen.

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