MillernTon
·8 de enero de 2026
Spielabsage „ja/nein/vielleicht“

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·8 de enero de 2026

Die Wetterlage ist extrem, das Spiel des FC St. Pauli am Samstag gegen RaBa Leipzig steht auf der Kippe. Wie wahrscheinlich ist eine Absage?(Titelfoto: Tim)
Der Hamburger Fußballverband hat bereits am Mittwoch Fakten für das Wochenende geschaffen und eine Generalabsage für die Zeit vom 07. bis 11. Januar für alle Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspiele verfügt. Ausgenommen davon aber ist der Profifußball und somit auch das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RaBa Leipzig am Samstag. Was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht doch auch abgesagt werden kann.
Die Deutsche Fußball Liga regelt den Spielbetrieb der Bundesligen und es klingt in Medienberichten so, als sei sie auch entscheidungsberechtigt, ob ein Spiel aufgrund der Witterung stattfindet oder nicht. Das ist aber nicht der Fall. Die DFL schreibt in ihrer Satzung (Anhang VI – Regelwerk für Stadien und Sicherheit) zwar: „Der Club hat alle zumutbaren Maßnahmen zu treffen oder auf diese hinzuwirken, die geeignet und erforderlich sind, die Sicherheit bei der Durchführung von Spielen in dem von ihm genutzten Stadion zu gewährleisten“, aber sie hat (basierend auf meiner Recherche) keine Befugnis zu entscheiden, ob ein Spiel witterungsbedingt abgesagt wird oder nicht.
Die Entscheidung, ob ein Stadion hinsichtlich witterungsbedingter Gefahren sicher ist oder nicht und damit die Durchführung eines Bundesligaspiels möglich ist oder nicht, obliegt den Spielstättenbetreibern (das ist manchmal der Club, manchmal die Stadt) und der/dem Schiedsrichter*in. Bedeutet für Samstag: Der FC St. Pauli und Schiedsrichter Dr. Florian Exner haben das letzte Wort in dieser Sache.
Nun ist es aber natürlich nicht so, dass andere als Exner und der FCSP bei dieser Sache nicht mitreden können. Die DFL dürfte die Entscheidung des Clubs sicher mittragen, würde sich nicht dagegen stellen. Und die Clubs sind abhängig von den Behörden. Der FC St. Pauli erklärte am Donnerstag, dass „wir als Verein dafür verantwortlich sind, das Stadion und das Spielfeld vorzubereiten – in Bezug auf die Verkehrssituation können wir keinen Einfluss nehmen.“ Das bedeutet: Der FCSP kann für die Sicherheit der Anreise nicht garantieren und auch nicht entscheiden, ob die Anreise sicher beziehungsweise überhaupt möglich ist.
In Fällen witterungsbedingter Probleme bei der Durchführung ist eine enge Abstimmung zwischen Behörden und Spielstättenbetreibern angesagt. Wenn eine Behörde sagt: „Ey, ihr könnt ja Fußball spielen, aber wir können nicht garantieren, dass alle Zuschauenden sicher an- und abreisen können.“ oder „Ihr könnt spielen, aber unsere Rettungsdienste sind alle anderweitig im Einsatz, weil es scheiße glatt ist.“, dann ist es eigentlich egal, ob ein Club alleine entscheiden darf, ob ein Spiel stattfindet oder nicht. Ein „Alleingang“, entgegen der Empfehlung von Behörden, wäre sehr unwahrscheinlich.
Zudem kann auch das Schiedsrichter-Gespann entscheiden, ob ein Spiel abgesagt wird. Da geht es dann um die Bespielbarkeit des Platzes, was aufgrund der Pflicht von Rasenheizungen inzwischen eher sicher gegeben ist. Ein Spiel wie gegen Werder Bremen im DFB-Pokal auf weißer Pracht dürfte es in der ersten Bundesliga wohl nicht mehr geben.
Zurück zur Sicherheit im Stadion: Denn die muss nicht nur für Spieler, sondern auch für Zuschauende gewährleistet werden. Schnee und Glätte in den Umläufen und auf den Rängen sind eine Herausforderung, die sich vermutlich (mit der Hilfe vieler Hände) recht gut in den Griff bekämen ließe. Vom Tribünendach herunterhängende Eiszapfen und viel Schnee auf dem Dach sind da schon ein größeres Problem, sie können eine reale Gefahr darstellen und diese zu beseitigen, verlangt viel mehr Aufwand.
Der Verein betonte auf unsere Nachfrage, dass man die Partie unbedingt stattfinden lassen möchte, erklärte in einem Statement: „Angesichts der heftigen Schneefälle in den vergangenen Tagen beobachtet der FC St. Pauli die gesamte Situation sehr genau; wir tun das Möglichste, damit das Spiel gegen Leipzig wie geplant stattfinden kann.“Zudem erklärt der FC St. Pauli: „Der Verein muss allerdings abwarten, wie sich die Wetterlage entwickelt und ob es weitere heftige Schneefälle geben wird.“ Die letzte Sache kann bereits beantwortet werden. Es gibt keine Wettermodelle, die etwas anderes behaupten, als massiven Schneefall, mindestens am Freitagvormittag. Dass der Verein sich jedoch nicht allein auf Wettermodelle verlassen sollte, dürfte aber auch klar sein.
Wenn man sich anschaut, wie sehr der öffentliche Nahverkehr in Hamburg und der Fernverkehr bereits die letzten Tage, insbesondere am Donnerstag, unter dem Schneefall ächzte, dann wirkt es nahezu unmöglich, dass am Samstag 29.546 Menschen die An- und Abreise ohne große Sicherheitsrisiken hinbekommen. Das würde ja auch beinhalten, dass die Angebote zur Anreise (fernab des Autos, was ja auch keine so gute Idee sein könnte) überhaupt bestehen müssen. Diesen Donnerstag kam der Bahn- und Bus-Verkehr nahezu zum Erliegen.
So mag die Durchführung des Spiels FC St. Pauli gegen RaBa Leipzig vielleicht möglich sein. Vielleicht schafft es der FCSP, die Sicherheit im Stadion zu gewährleisten. Wenn man bedenkt, dass eine Spielabsage für weit mehr Leute Konsequenzen hat als im Amateurbereich, (denkt mal an all die Leute, die rund um ein Spiel beruflich im Einsatz sind) dann ist durchaus verständlich, dass die Clubs ein Interesse an einer Durchführung haben. Die Anreise-Situation ist aber eine ganz andere Sache. Sicher ist, dass kein Fußballspiel so wichtig sein kann, dass massive Sicherheitsrisiken bei der Anfahrt in Kauf genommen werden sollten.
Ob die weiteren Schneefälle in Verbindung mit dem Wintersturm „Elli“ nun dazu führen werden, dass einen Tag später ein Bundesligaspiel abgesagt werden muss, ist Stand jetzt nicht final zu beantworten. Der FCSP kündigte an, dass es „mutmaßlich am Freitagmittag“ weitere Informationen geben werde. Stand Donnerstag-Nachmittag wäre eine Absage des Spiels nicht verwunderlich.// Tim
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