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·28 de mayo de 2026
Statistik offenbart erstaunliches Gefälle zwischen Europa-Offensive und Keller-Defensive beim 1. FC Köln

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Simon Bartsch
28 Mai, 2026
Bekanntlich sind Statistiken immer nur so gut, wie man sie lesen oder deuten will. Am Ende des Tages zählen in der Bundesliga die Tabelle, Punkte, Tore. Doch ein Blick in die Statistik offenbart gerne auch schon mal Tendenzen. So ist beim FC ein erstaunliches Gefälle zwischen Offensive und Defensive zu sehen.
Die Spieler des 1. FC Köln nach dem Duell gegen St. Pauli (Foto: Stuart Frankin / Getty Images)
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Die Äußerungen von Thomas Kessler waren wohl der Erleichterung über den Klassenerhalt geschuldet, sie hatten aber ein wenig den Unterton von Stolz. Es wäre für einen Verein wie den 1. FC Köln ja nicht selbstverständlich, dass man die Klasse schon am 32. Spieltag in trockene Tücher gebracht habe, so der Geschäftsführer nach der 1:5-Pleite gegen München. Dass am Ende nur 29 Zähler zum Klassenerhalt gereicht hätten, spricht nicht so richtig für die Qualität der Abstiegskandidaten. Und gerade die letzten Saisonleistungen ließen doch einige Fragezeichen zurück. Doch es gibt durchaus Punkte, in denen der FC deutlich besser performt hat, als es die Tabelle am Ende widergibt, genauso gibt es Werte, die eher für den Abstieg gesprochen haben und in der kommenden Spielzeit dringend verbessert werden müssen.
Tatsächlich ist ein deutliches Gefälle zwischen Offensive und Defensive zu erkennen. So gehörten die Geißböcke bei den erzielten Toren in dieser Saison zu der oberen Tabellenhälfte (Platz neun). Rein nach den xGoals würden die Kölner sogar europäisch spielen. Mit einem Wert von 54 belegt der FC in dieser Wertung den siebten Rang, hinter den sechs Top-Teams der Liga. Dass es „nur“ zu 49 Treffern reichte, lag wohl an einer fehlenden Kaltschnäuzigkeit. So erreichten die Geißböcke eine xGoals-Effizienz von -4,9, Platz 14 der Liga. Nur Gladbach, Wolfsburg, St. Pauli uns Mainz machten demnach weniger aus ihren Möglichkeiten. Auch bei den erspielten Großchancen liegen die Kölner mit 49 auf Rang sieben, vor Hoffenheim. Allerdings nutzte der FC nur 22 von jenen (prozentual dennoch ein ordentlicher Wert). In den meisten Offensiv-Statistiken (erfolgreiche Flanken, Dribblings etc.) liegen die Geißböcke im Liga-Mittelfeld.
Besonders gut war der FC bei den Kontern. Nur Werder Bremen schloss öfter nach Umschaltmomenten ab, nur der HSV und die Bayern erzielten mehr Treffer nach Kontern. Das große Manko der Kölner Offensive waren aber wie mehrfach berichtet die Standardsituationen. Nur Werder Bremen erzielte mit sechs Toren weniger als der FC. Die Geißböcke kamen auf acht. Bei den Toren nach Ecken verbesserte sich Köln in den vergangenen Wochen noch ins Liga-Mittelfeld. Interessant: Statistisch ist der FC in den Spielen unter René Wagner in der Offensive im Schnitt deutlich gefährlicher gewesen, als unter Lukas Kwasniok (xGoals Kwasniok 1,4; Wagner 2,2). Genauso sagt die Statistik aber auch, dass das zu Lasten der Kaltschnäuzigkeit ging (xGoals-Effizienz Kwasniok -0,3; Wagner -4,6).
In der Defensive zeichnet sich allerdings ein ganz anderes Bild. Die Kölner fingen sich 63 Gegentore, nur die Keeper von Frankfurt, Wolfsburg und Heidenheim mussten noch öfter hinter sich greifen. Nach den xGoals lag die Qualität der gegnerischen Torchancen bei 56 Gegentoren, damit wären die Geißböcke immerhin auf Rang 13 gelandet. In zahlreichen Defensiv-Statistiken gehören die Kölner zu den eigentlichen Abstiegskandidaten (Geführte Zweikämpfe, gewonnene Bodenzweikämpfe, Gegentore nach Flanken, zugelassene Flanken). Schlusslicht ist der FC sogar in der Foulstatistik und in der „Gegentreffer nach Standards“-Statistik. 20 Mal musste Marvin Schwäbe die Kugel nach einem ruhenden Ball aus dem Netz holen. St. Pauli und Wolfsburg folgen mit je 17 Gegentreffern. Ein signifikanter Unterschied ist in den Werten zwischen der Amtszeit von Kwasniok und Wagner nicht auszumachen.
In Sachen Intensivität ist die Laufstatistik diffus. Zwar gehörten die Kölner bei den abgespulten Kilometern zu den Top-Teams der Liga, nur Hoffenheim, Bayern, Freiburg und Heidenheim waren mehr unterwegs. Bei den Sprints findet sich der FC aber im Liga-Mittelfeld wieder, bei den intensiven Läufen im Schlussdrittel.







































