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·26 de febrero de 2025

Toter Ballbesitz und Stürmer außer Form: Was dem VfB aktuell zum Spitzenteam fehlt

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Nach einem wahren Traumstart in das Jahr 2025 befindet sich der VfB Stuttgart derzeit in einer Ergebniskrise. Die Schwaben spielen auch weiterhin einen der ansehnlichsten Bälle der Bundesliga – und laufen dennoch Gefahr, die internationalen Ränge zu verpassen.

Stuttgart: Ein durchwachsener Februar

Noch vor wenigen Wochen war die Welt des VfB Stuttgart in bester Ordnung. Der Vizemeister der Vorsaison kam hervorragend aus der Winterpause und gewann die ersten vier Pflichtspiele dieses Jahres. Plötzlich fanden sich die Schwaben auf dem vierten Tabellenplatz wieder. Und sie durften von der zweiten Champions-League-Teilnahme in Serie träumen.


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Doch vor etwa einem Monat folgte der Leistungseinbruch: Der VfB gewann wettbewerbsübergreifend nur zwei seiner letzten sieben Partien, verpasste in der Königsklasse die Playoffs und rutschte auch in der Bundesliga auf den siebten Rang ab. Mit Blick auf die Begegnung gegen den FC Bayern am kommenden Wochenende werden die Aussichten auf Punkte dabei keineswegs rosiger.

Luxusprobleme oder reale Ergebniskrise?

Es sind Probleme, die man in Cannstatt noch vor anderthalb Jahren mit Kusshand genommen hätte. Denn die Mannschaft von Sebastian Hoeneß befindet sich vor dem so langsam anlaufenden Saisonendspurt in einer nach wie vor luxuriösen Situation. Der Rückstand auf Platz vier beträgt nur drei Zähler und mit dem DFB-Pokal bietet sich sogar eine realistische Titelchance.

Doch mit der angestiegenen Leistung geht nun mal auch eine gestiegene Erwartungshaltung einher. Das war im Fußball schon immer so. Somit ist es wenig verwunderlich, dass die Ergebnisse der vergangenen Woche im weiten Rund der MHP-Arena niemanden zufriedengestellt haben dürften. Insbesondere gilt dieser Umstand für das jüngste 1:1 bei der TSG Hoffenheim.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

„Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir müssen uns vorwerfen, nicht das zweite Tor erzielt zu haben. Unter dem Strich hatten wir ein dickes Chancenplus“, erklärte ein sichtlich enttäuschender Hoeneß nach dem Abpfiff. Und traf damit den Nagel auf dem Kopf.

Im Baden-Württemberg-Duell gegen den Abstiegskandidaten aus dem Kraichgau war der VfB das klar überlegene Team. 14 Abschlüsse, ein Ballbesitzanteil von 56 Prozent und ein xG-Wert von 3,67 sprechen in dieser Hinsicht eine klare Sprache. Doch die Offensivspieler des Vizemeisters ließen reihenweise beste Chancen aus, ehe der Hoffenheimer Gift Orban in der 74. Minute den fast schon logischen Ausgleich besorgte.

Es krankt an der letzten Kreativität

Positiv: Im Vergleich zu den vorherigen Spielen war es den Schwaben immerhin gelungen, sich eine Vielzahl an brauchbaren Tormöglichkeiten zu kreieren. Gegen Wolfsburg, Mainz oder Gladbach konnten die Kicker mit dem Brustring nie einen höheren xG-Wert als 1,22 erreichen. Trotz eines Ballbesitzanteils, der stets bei über 55 Prozent lag.

In weiten Teilen verzeichnete der fünfmalige deutsche Meister nämlich vor allem eines: Toten Ballbesitz, der sich weitgehend außerhalb des gegnerischen Strafraums abspielte. Dieses Phänomen plagte die Stuttgarter schon in Teilen der Hinrunde und ist momentan wieder realer denn je.

Zwar spielt die Hoeneß-Elf, orchestriert vom Mittelfeld-Dirigenten Angelo Stiller, weiterhin einen der gefälligsten Bälle der Bundesliga. Doch die Fähigkeit, regelmäßig in die besonders gefährlichen Bereiche des Spielfeldes vorzustoßen, ist der Mannschaft im Vergleich zur überragenden Vorsaison so ein wenig abhanden gekommen. Und das schmerzt.

Guirassy wird schmerzlich vermisst

Das liegt in Teilen an einem deutlich schwächeren Chris Führich, zum Anderen aber auch am Abgang von Serhou Guirassy, der neben seinen 28 Toren immer wieder als hochkarätige Anspielstation für seine Mitspieler fungierte, Räume aufriss und auch tief fallend oder hängend agierend, immer wieder das Auge für den besser postierten Nebenmann hatte.

Ähnliche Qualitäten hat der deutlich kleinere, aber ähnlich spielintelligente Deniz Undav ebenfalls. Der deutsche Nationalspieler erlebt jedoch eine Seuchen-Saison und wird immer wieder von Verletzungsproblemen zurückgeworfen. Phasenweise ist Undav  zu genialen Momenten und absoluten Höchstleistungen fähig, die Torgefahr der vergangenen Spielzeit geht dem 28-Jährigen derzeit aber ab.

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(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

Selbiges gilt auch für Ermedin Demirovic, der in Cannstatt in die riesigen Fußabdrücke von Guirassy treten sollte. Die selbe Rolle wie der Guineer kann Demirovic qua seines Skillsets gar nicht ausfüllen, lange stimmte immerhin die Torquote. Seit Jahreswechsel traf der Bosnier aber nur noch einmal und stand in vier der zurückliegenden fünf Begegnungen nicht mehr in der Startelf.

Da hilft es nur wenig, dass El-Bilal Toure im November von einem Mittelfußbruch ausgebremst wurde und seitdem an seinem Comeback arbeitet. Immerhin: Der schnelle Angreifer steht wieder gemeinsam mit seinem Teamkollegen auf dem Trainingsplatz und könnte in den kommenden Wochen zur Alternative werden. Nach hartnäckiger Verletzung auf ein Wunder-Comeback zu hoffen, wäre jedoch eine zu hohe Erwartungshaltung.

Und so ist es vor allem Nick Woltemade, der aktuell die Fahne der Stuttgarter Stürmer-Riege hochhält. Der Sommer-Neuzugang ist allerspätestens in der Winterpause so richtig im Schwabenland angekommen und verzückt die Anhänger seitdem in höchster Regelmäßigkeit mit seinen einzigartigen Qualitäten. Für sein stattliches Gardemaß von 1,98m ist Woltemade technisch unverschämt beschlagen und darüber hinaus graziler und leichtfüßiger als so mancher Flügelspieler. Mehr und mehr münzt der Youngster diese Stärken auch in Zahlen um, beteiligt sich im Schnitt alle 103 Minuten an einem Treffer.

Europa als Standortargument

Sich ausschließlich auf die Geniestreiche eines 23-jährigen Neuzugangs zu verlassen, sieht der Hoeneß’sche Matchplan allerdings nicht vor. Der VfB muss im Saisonendspurt darauf hoffen, dass auch die arrivierten Angriffskräfte wieder zu ihrer eigentlichen Form finden.

Denn auch wenn sie in Stuttgart ganz genau wissen, wo sie hergekommen sind: Das Verpassen des Europapokals würde in den Reihen des Traditionsvereins niemanden zufriedenstellen. Zu sehr wirken die einzigartigen Reisen dieser Champions-League-Saison noch nach. Und zu sehr dürfte auch der Verbleib des einen oder anderen Leistungsträgers, darunter Hoeneß selbst, mit einer Qualifikation für den internationalen Wettbewerb verknüpft sein.

(Photo by Alex Grimm/Getty Images)

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