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·15 de marzo de 2026

VAR und Schirileistungen: Der FC Bayern tut gut daran, nicht Real Madrid nachzueifern – ein Kommentar

Imagen del artículo:VAR und Schirileistungen: Der FC Bayern tut gut daran, nicht Real Madrid nachzueifern – ein Kommentar

Der FC Bayern München war abermals Teil eines Spiels, in dem die schwache Schiedsrichterleistung im Mittelpunkt stand. Etwas mehr Zurückhaltung täte dem FCB dennoch gut.

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Uli Hoeneß polterte nach dem Unentschieden in Leverkusen in fast schon gewohnt polemischer Manier durch die Gegend: Das sei die schlechteste Schiedsrichterleistung gewesen, die er je in einem Bundesliga-Spiel gesehen habe.


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Jan-Christian Dreesen äußerte sich da schon etwas zurückhaltender, aber dennoch bestimmt: „Wir betrachten die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge“, sagte der CEO des FC Bayern München bei Sky: „Die Leistung in Leverkusen war der Höhepunkt einer Phase, in der wir immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert waren. Ob beim HSV, in Dortmund oder in Leverkusen – es gab eben immer wieder strittige Szenen, die oft gegen uns liefen.“

Der DFB sei nun „gefordert, das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern. Dass Christian Dingert seinen Fehler eingesteht, ist ehrenwert, aber das alleine hilft uns nicht“.

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Natürlich muss kein Klub es schweigend hinnehmen, wenn er das Gefühl hat, in einem Spiel oder in einer Saisonphase benachteiligt zu werden. Der FC Bayern hat das in der Vergangenheit oft so gehandhabt und auch oft als strategisches Mittel genutzt, um Druck aufzubauen. Damit die nächste Entscheidung dann vielleicht doch eher wieder in die eigene Richtung kippt.

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Schiedsrichter-Krise? Zu viele Verschwörungstheorien, zu wenig zielführende Diskussionen

In Dreesens Aussage stecken letztendlich mehrere Ebenen, wovon zwei besonders entscheidend sind. Erstens ist da die Benennung seines Gefühls, in den letzten Wochen benachteiligt worden zu sein. Und zweitens ist da die Benennung der Qualität der Schiedsrichterleistungen generell.

Beim FC Bayern sollte man eher vorsichtig damit sein, über Themen wie Benachteiligung zu sprechen. Denn argumentativ verirrt man sich da schnell in verschwörungstheoretischen Gefilden – wie zahlreiche Diskussionen in den sozialen Netzwerken zeigen.

Von der künstlichen Aufrechterhaltung eines Meisterschaftskampfes durch den DFB bis hin zu Vorwürfen, bestimmte Klubs würden absichtlich benachteiligt werden, ist nahezu alles im Internet abgedeckt. Vorwürfe, die sich leicht äußern, aber kaum belegen lassen. Vorwürfe, die so ähnlich in nahezu allen anderen Bereichen der Gesellschaft als haltlos abgetan und ins Spektrum der Verschwörungstheorien verbannt würden.

Und genau an diesem Punkt sollte man als größter Klub in Deutschland auch vorsichtig sein, welche öffentlichen Dynamiken man mit seinen Aussagen unterstützt und wo man bestimmt, aber fair Kritik äußert. Sich als Opfer von Schiedsrichterleistungen zu inszenieren, steht dem FC Bayern nicht – ganz gleich, ob er in einzelnen Spielen oder Situationen tatsächlich unter falschen Entscheidungen „litt“ oder nicht. Oft genug profitierte er in der jüngeren Vergangenheit auch von Entscheidungen.

Der FC Bayern sollte sich kein Vorbild an Real Madrid nehmen

Explizit kein Vorbild nehmen sollte man sich hier an Real Madrid. Die „Königlichen“ sind mittlerweile Champions-League-Sieger darin, Schiedsrichter über die hauseigenen Kanäle und über andere Medien bereits vorab unter Druck zu setzen. So wurden beispielsweise vor wichtigen Spielen schon Berichte im eigenen TV-Sender ausgestrahlt, die den Spielleiter noch vor Anpfiff deskreditiert haben.

Bei Fehlentscheidungen im Laufe einer Partie kann man die Uhr danach stellen, dass sich hochrangige Verantwortliche öffentlich polemisch oder scharf dazu äußern und auch nicht davor zurückschrecken, systematische Benachteiligung zu unterstellen. Dieses Verhalten mag Teil einer Strategie sein, um die eigene Machtposition auszuspielen. Es ist aber vor allem peinlich.

Zum Glück ist der FC Bayern (noch) nicht so weit. Und er sollte alles daran setzen, dass das so bleibt. Dreesens Aussagen sind noch weit davon entfernt, lassen aber zwischen den Zeilen eine Opferrolle durchblicken, die Geschmäckle hat. Der Frust und der Ärger sind nachvollziehbar, aber gerade von Personen mit dieser Wichtigkeit ist zu erwarten, dass sie die berühmten Türen in alle Richtungen offen halten.

Bei Hoeneß hingegen ist der Weg zu Madrid-esquen Mitteln oft nicht weit. Viel wichtiger ist aber noch, dass man mit Polemik das eigentlich wichtigere Argument schwächt: Deutschland hat generell ein Problem, wenn es um den VAR und die Schiedsrichterleistungen geht. Das ist ja kaum zu übersehen, wenn man sich Woche für Woche die Bundesliga-Spiele ansieht.

Hier macht Dreesen einen sehr wichtigen Punkt: Der DFB muss einen Weg finden, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Woran das nun exakt liegt, lässt sich von außen nur schwer beurteilen. De facto werden aber Woche für Woche in allen Stadien dieselben Themen diskutiert und die Fans sind zu Recht von teilweise minutenlangen Checks genervt, an deren Ende nicht immer nachzuvollziehen ist, was genau jetzt eigentlich warum zurückgepfiffen wurde.

VAR macht den Fußball nicht gerechter

Dabei muss man sich aber endlich loseisen von hanebüchenen Verschwörungstheorien. Je nachdem von welchem Klub man nun Fan ist, findet man zahlreiche Gründe, warum der eigene Verein nun das größte Opfer der falschen Schiedsrichterentscheidungen ist. Aber diese Diskussionen bringen niemanden weiter.

Es sollte eher lösungsorientiert darüber diskutiert werden, wie man es wieder hinbekommt, dass mehr über den Sport und weniger über die Unparteiischen gesprochen wird. Der VAR hat hier leider viel Unheil angerichtet, weil er von Beginn an als etwas verkauft wurde, was er einfach nicht ist: Ein Mittel, um Gerechtigkeit in den Fußball zu bringen.

Dass aber weiterhin teils schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen werden, liegt in der Natur der Sache. Denn es sitzen immer noch Menschen vor der Technik, es entscheiden immer noch Menschen über die Regeln und es sind Menschen, die auf dem Platz für Dynamik sorgen. Eine Dynamik, die Situationen nur schwer vergleichbar macht, auch wenn sie ähnlich sind.

Für die Schiedsrichter ist der VAR deshalb nicht immer und ausschließlich eine Hilfe. Manchmal verkompliziert er auch Dinge und sorgt dafür, dass die Akzeptanz für Fehler deutlich geringer ist, weil sich die entsprechende Szene gefühlt hundertmal angesehen wurde. Der VAR macht den Fußball nicht gerechter. Dieses Märchen muss enden.

Und auch der Umgang mit der Technik muss weiterhin Teil der Diskussion bleiben – vor allem dahingehend, wie viel Einfluss sie auf das Spiel nehmen darf und soll. Ob es jemals eine für den Großteil zufriedenstellende Lösung geben wird? Sicher nicht. Aber der Status-quo kann nicht das sein, was man sich vom Fußball erhofft.

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