MillernTon
·13 de febrero de 2026
Vorbericht: Bayer Leverkusen – FC St. Pauli (22. Spieltag, 25/26)

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Nur elf Tage nach dem letzten Besuch ist der FC St. Pauli wieder bei Bayer Leverkusen zu Gast und möchte dieses Mal mit einem Erfolg aus der BayArena abreisen.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Mit 0:3 verlor der FC St. Pauli Anfang Februar das Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen. Klingt nach einer deutlichen Klatsche, war es aber nicht, es war eher ein lange Zeit ausgeglichenes Spiel. Der FCSP war in der ersten Hälfte etwas besser als die Leverkusener, musste dann aber einen sehr ärgerlichen Gegentreffer zum 0:1 hinnehmen. In der Folge verpasste der FCSP den Ausgleich und im zweiten Abschnitt war Leverkusen dann dominant – dem FC St. Pauli gelang es nur noch selten, gefährlich zu werden. Zu allem Überfluss verletzte sich kurz vor Spielende Ricky-Jade Jones schwer und in der Folge fielen auch Mathias Pereira Lage und Joel Fujita aus – es war wirklich ein gebrauchter Pokal-Abend für den FCSP.
Nun wird zumindest einer der drei genannten Spieler wieder in den Kader zurückkehren. Alexander Blessin kündigte auf der Pressekonferenz an, dass Joel Fujita wieder mit an Bord ist. „Hoffnung“ gebe es zudem bei Pereira Lage. Da die tatsächliche Spielfähigkeit von Spielern, bei denen Blessin die „Hoffnung“ äußert, dass sie rechtzeitig fit werden, aber zuletzt immer gegen Null tendierte, sollte das Fragezeichen hinter einem Einsatz des Offensivspielers sehr groß sein.
Kein großes Fragezeichen gibt es bei Ricky-Jade Jones, David Nemeth, Andréas Hountondji und Simon Spari. Sie werden allesamt noch länger ausfallen. Gegenüber der MOPO skizzierte Sportchef Andreas Bornemann diese Woche einen vorsichtigen Zeitplan für die Rückkehr von Hountondji: „Wir haben noch Hoffnung, dass Andréas wieder eingreifen kann, wenn es im April und Mai in den Saisonendspurt geht. (…)“ Wie in diesem Fall das Wort „Hoffnung“ einzuordnen ist, keine Ahnung, aber immerhin gibt es für den immer noch erfolgreichsten Torschützen des FC St. Pauli einen Zeitplan für eine Rückkehr noch in dieser Saison.
In Bezug auf die aktuell verletzten Spieler erklärte Blessin: „Bei den anderen wird es darauf hinauslaufen, dass sie gegen Bremen zurückkehren werden.“ Zwar nannte er keine Namen, aber er dürfte damit explizit Eric Smith, Hauke Wahl und Connor Metcalfe gemeint haben, die allesamt Fortschritte machen, aber für die ein Einsatz in Leverkusen zu früh kommen dürfte. Der FC St. Pauli wird also auch gegen Leverkusen mit einem äußerst dünn besetztem Kader antreten.

Joel Fujita wird gegen Bayer Leverkusen wieder in den Kader des FC St. Pauli zurückkehren. // (c) Stefan Groenveld
Beim FC St. Pauli hat sich die personelle Situation im Vergleich zum Pokalspiel also verschlechtert. Bei Bayer Leverkusen sieht es hingegen besser aus: Ibrahim Maza könnte zurückkehren, er hat seine Knieverletzung überwunden. Fehlen werden am Samstag sicher die beiden Offensivspieler Eliesse Ben Seghir (Sprunggelenk) und Nathan Tella (Fußverletzung), sowie Torhüter Mark Flekken (Innenbandverletzung).
Nach dem 3:0 gegen den FC St. Pauli am Dienstag der Vorwoche stand für Bayer Leverkusen das Derby gegen Borussia Mönchengladbach an. Überzeugen konnte das Team von Trainer Kasper Hjulmand dabei nicht. Die Gladbacher gingen nicht nur verdient in Führung, sondern waren bis zum Ausgleich auch das bessere Team. Doch mit dem glücklichen Ausgleich übernahm Leverkusen das Spiel und war bis zum Abpfiff spielbestimmend, wenngleich die großen Chancen fehlten – am Ende stand es verdientermaßen 1:1.
Irgendwie ist dieses Ergebnis samt Spielverlauf ein wenig sinnbildlich für die Saison der Leverkusener: Das Team ist gut am Ball, möchte diesen haben, ist eines der wenigen richtigen „Ballbesitz-Teams“ der Bundesliga. Aber so richtig spielerisch überzeugen kann Leverkusen nur selten. So auch im Pokalspiel gegen den FC St. Pauli, als das Team nach den ersten 45 Minuten unverdient mit 1:0 führte: „In der ersten Halbzeit haben wir wenig zugelassen. Ein Fehler hat dafür gesorgt, dass Martin Terrier aus dem Nichts das 1:0 erzielt. Die klareren Chancen hatten wir“, erklärte Alexander Blessin am Donnerstag auf der Pressekonferenz.
So ist es oft die individuelle Klasse des Leverkusener Teams, die Spiele gewinnt, Punkte holt. Umso mehr ärgert mich persönlich, wenn sich jemand wie Robert Andrich nach dem Pokalspiel hinstellt und erklärt, dass der FC St. Pauli qualitativ nicht gut genug gewesen sei, um Leverkusen gefährlich zu werden. (Ich weiß, der Kontext muss beachtet werden – aber an der grundsätzlichen Aussage ändert der Kontext nichts). Ja, Robert, ihr seid alles ganz tolle Kicker. Toll, toll, toll, dass ihr so viel Geld in individuelle Qualität stecken könnt. Danke, dass wir dich auf einem hohen Ross sitzen sehen dürfen, Motivationsreden braucht die FCSP-Kabine sicher nicht, es reicht diese Aussage von dir. Ich bin sicher, dass die Spieler des FC St. Pauli es kaum erwarten können, dich vom Gaul runterzuholen und es wäre mir ein inneres Blumenpflücken, dabei zusehen zu dürfen.
Interessant ist, dass Bayer Leverkusen unter zwar Hjulmand relativ klare Abläufe im Ballbesitzspiel hat, aber die wirken auf mich etwas pomadig und sorgten zuletzt gegen den FC St. Pauli und Mönchengladbach für zu wenig Gefahr. Im Gegenteil, wie Blessin erklärt: „Gegen den Ball haben wir sie in den Räumen gelassen, die uns nicht wehtun.“ Der FCSP wusste die initialen Aufbaumechanismen der Leverkusener für sich und seine Umschaltmomente zu nutzen, konnte die hohe individuelle Qualität der Leverkusener lange durch eine geschlossene Team-Leistung ausgleichen. Erst nach Wiederanpfiff gelang es dem Hjulmand-Team, ballsicherer zu agieren. Auch weil Sechser Aleix García im zweiten Abschnitt etwas tiefer im Aufbau agierte. Ich bin sehr gespannt, wie die Antwort des FC St. Pauli darauf aussehen wird. Denn Leverkusen wirkt auf mich wie eine Mannschaft, die dank individueller Qualität herausragt, aber die zu selten zeigt, dass sie auch mit Widerständen umgehen kann. Ich hoffe sehr, dass der FC St. Pauli am Samstag diesen Widerstand leisten kann.
Wichtig wird auf jeden Fall erneut sein, dass man sich von den vielen Positionsrotationen nicht verwirren lässt. Bayer Leverkusen versucht, die Gegenspieler mit Überladungen der Außenbahnen und etlichen Rotationen auf positionsfremde Orte zu locken. Blessin aber erklärte schon vor dem Pokalspiel, dass der FC St. Pauli den großen Vorteil habe, eher ball- als mannorientiert zu verteidigen. Sowohl das Spiel in der Hinrunde, als auch die erste Halbzeit im Pokal-Viertelfinale haben bestätigt, dass der FCSP auf das Leverkusener Spiel gute Antworten hat. Allerdings wurden beide Spiele verloren und das soll bitte dieses Mal anders werden.
Auf Seiten von Bayer Leverkusen gibt es vor allem in der Offensive einige Optionen, obwohl mit Tella und Ben Seghir zwei Offensivkräfte aktuell ausfallen. Ganz vorne kann entweder der schnelle Christian Kofane oder Patrik Schick starten. Die Tendenz geht dabei eher zu Schick, weil Kofane zum einen etwas im Formtief steckt, aber auch gegen einen tiefstehenden FC St. Pauli sein Tempo gar nicht so gut ausspielen kann. Auf den Positionen rechts und links hinter Kofane oder Schick kommen mit Tillman, Hofmann, Poku, Maza und Terrier gleich fünf Spieler infrage (ich tippe auf Tillman und Terrier).

Erwartete Aufstellung Bayer Leverkusen – FC St. Pauli
LEV: Blaswich – Quansah, Andrich, Tapsoba – Vázquez, Palacios, García, Grimaldo – Tillman, Terrier – Schick
FCSP: Vasilj – Dźwigała, Andō, Mets – Saliakas, Irvine, Sands, Pyrka – Sinani, Rasmussen – Kaars
„Never Change A Running System“ dürfte beim FC St. Pauli das Gebot der Stunde sein. Nicht unbedingt, weil beim 2:1-Erfolg gegen Stuttgart die beste Elf auf dem Platz stand – eher, weil es an Optionen mangelt. Da einzig Fujita wieder in den Kader zurückkehren wird, sind die personellen Möglichkeiten im Zentrum weiterhin arg begrenzt. Und da es eher unwahrscheinlich ist, dass Jackson Irvine noch einmal über die volle Spielzeit auf dem Platz stehen wird (Blessin betonte auf der PK noch einmal, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die Verletzung von Irvine durch Belastung verschlimmert), dürfte bereits klar sein, welche Rolle für Fujita dieses Mal vorgesehen ist.
Nicht ganz so knapp besetzt wie im Zentrum ist der Kader aktuell auf den Außenbahnen, sowie im Angriffszentrum. Blessin erklärte auf der PK, warum das Duo Saliakas/Pyrka (Blessin: „Sie machen es hervorragend gut.“) aktuell die Nase vorne hat vor Louis Oppie, war voll des Lobes ob der Entwicklung von Pyrka: „Ich sehe bei ihm momentan kein Ende“, so der FCSP-Cheftrainer in Bezug auf die positive Entwicklung. Louis Oppie, der aktuell nicht in der Startelf ist, sei laut Blessin momentan „zu verkopft.“ Aussicht auf mehr Spielzeit bekam zudem Angreifer Taichi Hara. Blessin: „Es spricht nichts dagegen, ihn sukzessive länger zu bringen. Es waren jetzt zehn Minuten, kann nun auch gerne länger sein, aber das ist natürlich auch immer abhängig vom Spiel.“
Zweimal in dieser Saison zeigte der FC St. Pauli gegen Bayer Leverkusen eine ansprechende Leistung, zweimal gab es dafür aber nichts Zählbares. Das soll sich dieses Mal ändern. Wenn es dem FC St. Pauli gelingt, erneut so kompakt und giftig wie vor elf Tagen und so mutig wie in der Hinrunde aufzutreten, dann gibt es auch gegen ein Top-Team wie Leverkusen Chancen. Alle gute Dinge sind drei… Punkte!Forza!// Tim
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