Miasanrot
·22 de abril de 2026
Warum der DFB-Pokal für den FC Bayern so wichtig ist wie nie

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Der FC Bayern steht im Halbfinale des DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen. Seit fünf Jahren konnte man das Finale im Berliner Olympiastadion nicht mehr erreichen. Umso größer ist die Sehnsucht nach einem Erfolg im deutschen Pokalwettbewerb.
Für den FC Bayern München war der DFB-Pokal über Jahrzehnte hinweg ein Wettbewerb der Selbstverständlichkeit. Wer national so dominant ist wie der Rekordmeister, für den gehört auch der Pokalsieg regelmäßig zum Pflichtprogramm.
Dieses Gefühl ist in den letzten Jahren verloren gegangen. Nachdem der FC Bayern den DFB-Pokal zuletzt in der Triple-Saison 2019/20 nach München holen konnte, verfehlte der Rekordmeister den Finaleinzug in den letzten fünf Jahren deutlich und schied wiederholt früh aus dem Wettbewerb aus.
Miasanrot zeigt, warum ein Triumph im DFB-Pokal für den FC Bayern heute so wichtig erscheint wie nie zuvor.
Die Zahlen in der Bundesliga sprechen weiterhin für sich. Kaum ein Verein in Europa dominiert die nationale Liga wie der FC Bayern die höchste deutsche Spielklasse. Seit dem vergangenen Wochenende steht der 35. Meistertitel der Vereinsgeschichte fest. In den letzten 14 Jahren landete die Schale am Ende der Saison 13-mal in München.
Doch parallel dazu entwickelte sich der DFB-Pokal zur überraschenden Problemzone für den 35-fachen Deutschen Meister. Immer wieder scheiterte man im Pokalwettbewerb zuletzt früh – und das teilweise gegen Gegner, die auf dem Papier klar unterlegen waren.
Das Zweitrunden-Aus nach verlorenem Elfmeterschießen im Schneechaos bei Holstein Kiel in der Saison 2020/21 läutete rückblickend eine bereits fünf Jahre andauernde Negativserie ein. Im Folgejahr schied der FC Bayern erneut in der zweiten Runde aus. Diesmal krachend mit einem blamablen 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach. Im Jahr darauf schaffte man es immerhin bis ins Viertelfinale. Dort war dann nach einem 1:2 gegen SC Freiburg Endstation.
2023/24 blamierte sich der Rekordmeister erneut, als man sich in der zweiten Pokalrunde mit einem 1:2 beim 1. FC Saarbrücken frühzeitig verabschiedete. In der vergangenen Saison scheiterte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany dann unglücklich im Achtelfinale mit 0:1 gegen den damaligen Titelverteidiger Bayer Leverkusen, nachdem Bayern-Kapitän Manuel Neuer wegen einer Notbremse gegen Leverkusens Jeremie Frimpong in der 17. Minute einen Platzverweis erhalten hatte.
Ergebnisse, die nicht nur überraschend waren, sondern am Selbstverständnis eines Klubs kratzten, der nationale Wettbewerbe eigentlich kontrolliert.
Mit jedem weiteren frühen Ausscheiden wuchs das, was im Dauererfolg häufig verloren geht. Die Sehnsucht. Das Finale in Berlin ist für den FC Bayern, seine Spieler und seine Fans längst kein alljährlich wiederkehrendes Ereignis mehr.
Zahlreiche Spieler im Kader des deutschen Rekordmeisters haben den DFB-Pokal noch nicht in ihrer Titelsammlung. Dazu gehören neben den erst kürzlich zum FC Bayern gewechselten Topstars wie Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz auch Dayot Upamecano und Jamal Musiala, die über Jahre hinweg zu festen Größen innerhalb des Vereins geworden sind.
Josip Stanišić und Jonathan Tah konnten zwar den Pokal mit Bayer Leverkusen gewinnen, sowie auch Konrad Laimer mit RB Leipzig – im Bayern-Trikot fehlt auch ihnen diese Erfahrung bislang jedoch.
Aus Fansicht hat sich die Perspektive ebenfalls verändert. Die Reise ins Berliner Olympiastadion, einst beinahe schon fest eingeplant, ist wieder zu etwas Besonderem geworden. Der emotionale Stellenwert des Pokals scheint nicht zuletzt deshalb heute ein anderer zu sein als noch vor einigen Jahren.
Der DFB-Pokal ist damit nicht mehr nur ein zusätzlicher Titel, sondern ein Ereignis, das wieder bewusst erlebt wird. Weil es eben nicht mehr garantiert ist, diese Reise nach Berlin anzutreten.
In einem Verein, in dem Meisterschaften fast schon erwartet werden, bekommt ein Pokalwettbewerb auf nationaler Ebene, den man eben nicht mehr kontrolliert, eine besondere Bedeutung.
Der DFB-Pokal steht inzwischen für mehr als nur eine weitere Trophäe. Er ist zu einem Symbol geworden. Für Wiedergutmachung. Für das Durchbrechen eines Musters. Und für die Rückkehr zu einem Anspruch, der zuletzt ins Wanken geraten ist.
Der Wert eines Wettbewerbs bemisst sich nicht nur an seiner Tradition oder seinem Prestige, sondern auch daran, wie sehr er vermisst wird. Für den FC Bayern gilt das aktuell mehr denn je: Der DFB-Pokal ist nicht länger ein Titel unter vielen, sondern einer, den man zurückerobern will.









































