Warum die Kritik an Schalke 04 scheinheilig ist | OneFootball

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·3 de febrero de 2026

Warum die Kritik an Schalke 04 scheinheilig ist

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Der FC Schalke 04 spielte in der laufenden Spielzeit 2025/26 eine überraschend erfolgreiche Hinrunde und schaffte sogar den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga - dort stehen die Knappen trotz einiger Wackler zum Jahresbeginn noch immer. Doch nach mittlerweile vier sieglosen Spielen am Stück stehen die Knappen eben nicht nur an der Tabellenspitze, sondern mancherorts auch schon wieder mächtig in der Kritik. So mancher Anhänger des Kultklubs aus dem Ruhrpott bemängelt bereits die derzeitige Entwicklung und ausbleibende Ergebnisse. Das wirkt aber schon irgendwie etwas scheinheilig.

Der ganz große Hype ist abgeflacht

Zugegeben, der Hype um die Königsblauen hat etwas nachgelassen. Auch Top-Transfers wie Edin Dzeko oder Dejan Ljubicic können nicht über die seit Mitte Dezember ausbleibenden Siege hinwegtäuschen. Wenn Schalke im Aufstiegsrennen nicht den Wind aus den Segeln verlieren will, muss die Mannschaft schnellstmöglich in die ganz große Erfolgsspur zurückfinden.


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Nur mit Unentschieden wird man nicht lange bleiben, wo man jetzt noch steht, denn die 2. Bundesliga ist nicht nur leistungstechnisch ausgeglichen, sondern auch tabellarisch brutal eng beieinander. Das weiß man aber auch in Gelsenkirchen nur zu gut. Dennoch ist die Gefahr groß und ehe man sich versieht, fällt man von der Spitze ins graue Mittelfeld der Liga. Doch selbst dieser miserable und weit hergeholte Ausblick sollte jetzt nicht für Krisenstimmung sorgen und man sollte zudem vermeiden, den Teufel unnötig an die Wand zu malen. Bleiben wir bei den Fakten.

Kritik an Schalke ist scheinheilig

Hätte man einem Schalker Fan nämlich vor exakt einem Jahr gesagt, dass man zu Beginn des Februars 2026 auf Platz eins in der 2. Bundesliga steht, der Knappenschmiede wieder deutlich mehr Wertschätzung und Bedeutung schenkt und damit für ein Umdenken bei Vereinslegende Norbert Elgert sorgt, die lange ersehnte echte Identifikation der Spieler mit dem Verein zu einem Schulterschluss mit den Fans führt, man zu diesem Zeitpunkt der Saison noch immer den gleichen Trainer hat und es zudem keinerlei Trainerdiskussionen gibt und dass man einen großen Namen wie Edin Dzeko einen Wechsel nach Gelsenkirchen derart schmackhaft machen konnte, dass dieser auf jede Menge Geld und sonnigen Wüstenfußball verzichtet und sich stattdessen dem einen oder anderen Cevapcici am nasskalten Trainingsgelände zuwendet, dann hätte das vermutlich jeder einzelne von den aktuellen Kritikern sofort und ungesehen unterschrieben und mit breitem Grinsen so hingenommen.

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Miron Muslic ist als Schalke-Trainer fest im Sattel, so wie es seit Langem kein anderer mehr geschafft hat / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Nach dieser gefühlt phänomenalen Vorrunde jetzt schon wieder die Kritikkeule auszupacken und nach ein paar Stolperern zu nörgeln, ist nicht nur unangebracht, sondern grundsätzlich fast schon verwerflich für einen wirklich treuen Schalke-Fan. Womöglich haben gerade diese Leute aber wohl bereits vergessen, was der Verein in den letzten Jahren durchgemacht hat, wie eng und holprig es auch in der vergangenen Saison noch war und wie spät man den Kampf um den Klassenerhalt beenden und sich über Planungssicherheit für die Spielzeit 2025/26 freuen konnte.

Die Realität um Schalke ist etwas verrutscht

Wer der Meinung war, dass die Schalker in der Rückrunde zum großen Höhenflug ansetzen und den Aufstieg schon Ende März feiern würden, sollte sich vermutlich wegen akuter Realitätsferne untersuchen lassen. Denn die Wahrheit ist, dass der Schalker Fußball schon im ersten Halbjahr nicht von strahlender Schönheit, sondern von Herz, Leidenschaft und Aufopferungsbereitschaft geprägt war. Schalke hat sich die Punkte über viel Kampf und großen Zusammenhalt verdient. Dass die spielerischen Mittel begrenzt sind, war da schon klar und dass sich die gegnerischen Zweitligisten im weiteren Saisonverlauf auch auf den offensichtlichen Erfolgsplan der Knappen stürzen und diesen teilweise durchkreuzen würden, war ebenfalls absehbar. Wer nun aber, wie etwa kürzlich beim Rückstand im Heimspiel gegen Kaiserslautern, beleidigt und vorzeitig den Block und das Stadion verlässt und damit den Kampf um den längst abgeschriebenen Punktgewinn verpasst, sollte sein Verhalten und seine tatsächliche Vereinsliebe vermutlich hinterfragen.

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Trotz großer Euphorie: Schalke 04 punktete in der Hinrunde vielleicht auch über seiner Leistungsfähigkeit / Jan Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Jetzt schon wieder alles oder zumindest vieles infrage zu stellen und nach vier sieglosen Spielen den sportlichen Abgesang einzuläuten oder die Unterstützung einzustellen, nur weil eine etwas unrundere Saisonphase erreicht ist, wird weder der wirklich beeindruckenden Entwicklung der Knappen unter Miron Muslic bis zu diesem Zeitpunkt gerecht, noch zeigt es Verständnis für die vielen verletzungsbedingten Rückschlägen, die das Team zu verkraften hatte und hat und als Einheit bis zu einem gewissen Grad gut auffangen konnte. Allen voran auch einige Talente aus dem eigenen Nachwuchs, die ins kalte Wasser und Haifischbecken Profifußball geworfen werden mussten.

Die Entwicklung geht in die richtige Richtung und ist nicht frei von Rückschlägen

Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange aber eben auch in diesem Punkt mal erreicht und bedeutende Ausfälle lassen sich nicht durch Zauberhand vergessen machen. Dass die Schalker Mannschaft und das interne Umfeld im Verein jedoch derart ruhig und fokussiert bleiben, ist eine neue und erfreuliche Seite in der jüngeren Schalker Vergangenheit und darf als großer Fortschritt nicht unter den Tisch gekehrt werden, nur weil man nun seit ein paar Wochen nicht mehr lachend mit dem Finger auf die Konkurrenz zeigen konnte.

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Gerade jetzt muss man auf Schalke noch enger zusammenstehen / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Gerade diese etwas stotternde Phase jetzt war doch ehrlich gesagt irgendwie auch absehbar und erwartbar, sie gehört aber zur Entwicklung dieser Mannschaft ebenso dazu, wie das Feilen an einer nachhaltigen Spielidee. Nun kann das Gefüge mit und um Muslic umso mehr beweisen, wie gut die Teamchemie ist, wie strapazierfähig und belastbar man ist. Ganz sicher wird man am Ende durch diese Phase noch enger zusammenrücken und sich für die entscheidenden Wochen in Stellung bringen können. Ob es am Ende wirklich noch zum Aufstieg reicht, sei jetzt mal dahingestellt, aber beim FC Schalke 04 dürfte wie für kaum einen anderen großen Klub in Deutschland gelten: Der Weg ist das Ziel. In einem scheinbar mittlerweile eingetretenen Größenwahn scheinen viele der Kritiker aus dem eigenen Fanlager das wohl bereits vergessen zu haben, oder wachsen in Gelsenkirchen mittlerweile schon Erfolgsfans heran? Fakt ist nämlich auch: Die Hinrunde war zwar erfolgreich - allerdings nicht sonderlich schön anzuschauen. Wer aber die Tiefs nicht verkraftet, sollte in den Hochs vermutlich nicht so große Töne spucken.

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