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·2 de julio de 2026
WM 2026: Tag 21 im Blog – England auf den Schultern von Harry Kane – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

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·2 de julio de 2026

Tag 21 der WM 2026: Harry Kane trägt ganz England auf seinen Schultern. Der VAR ist ein Problem für den Fußball und vieles mehr. Unser WM-Blog mit Analysen und News zur Weltmeisterschaft.
Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen und Wochen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.
Harry Kane und Thomas Tuchel retten England, der VAR ist weiterhin eines der Themen dieser WM
Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
Das Spiel in aller Kürze: Die ersten 25 Minuten des Spiels wirkt England wie ein Schüler, der sich für eine Mathe-Klausur auf Stochastik vorbereitet hat und dann plötzlich eine Kurvendiskussion bewältigen soll. Die DR Kongo presst aggressiv und verwirrt England komplett – inklusive frühem Tor. Gut für Tuchel, dass es die Trinkpause gibt. Er googelt schnell, wie man Kurvendiskussion in drei Minuten einfach erklärt und plötzlich läuft es für die Three Lions. Zunächst noch dominant und harmlos, später aber mit regelmäßigen Chancen und Kane. Ein zäher, aber verdienter Sieg für England.
Miasanrot-Note: 3,5
Das Spiel in aller Kürze: Lange ist es ein komplett souveränes Spiel des Senegal, der ideenlose, träge und komplett überforderte Belgier nahezu das ganze Spiel über unter Kontrolle hat. Belgien muss nach dem 0:1 das Spiel machen und kommt damit gar nicht zurecht. Quasi eine sehr schwere Geburt. In der zweiten Trinkpause prügeln sich Trossard und Tielemans beinahe, Belgien ist kurz davor, zu implodieren. Und dann schaufelt Trossard einen Ball auf Tielemans zum 2:2, nachdem Lukaku kurz zuvor den Anschluss macht. Verstehen sie selbst nicht.
Die Verlängerung läuft wie die 90 Minuten zuvor: Erst ist der Senegal das bessere Team, dann kommt Belgien aus dem Nichts wieder ins Spiel. Ein sehr softer Elfmeter, den man geben kann, wird nicht gegeben, ehe es zu einer gefühlt einstündigen VAR-Unterbrechung kommt. Dann Elfmeter für Belgien und die Entscheidung. Bitter für den Senegal, der in der zweiten Halbzeit selbst Pech hat, als das 2:2 trotz Schubser von Tielemans gegeben wird.
Miasanrot-Note: 3
Das Spiel in aller Kürze: Es ist wie das echte Leben. Lange scheint die USA alles im Griff zu haben und dann zieht sie einer ins Unglück. Balogun tritt seinen Gegenspieler nicht absichtlich um, rutscht unglücklich ab. Trotzdem klare Rote Karte. Erst ab diesem Zeitpunkt realisiert Bosnien-Herzegowina, dass sie vielleicht eine Chance haben. Wirklich Ideen haben sie aber nicht. Ein Freistoß von Malik Tillman macht den Deckel auf einen eher langweiligen Kick.
Miasanrot-Note: 4,5
Harry Kane ist kaum noch in Worte zu fassen. Was der Stürmer des FC Bayern Woche für Woche leistet, ist unglaublich. Es wird umso unglaublicher, wenn man ihn auf verschiedenen Ebenen mit den anderen Außerirdischen vergleicht, die so bei der WM herumlaufen. Lionel Messi ist der beste Spieler der Geschichte, er ist vielleicht der technisch herausragendste Spieler, den es je gab und er hat eine visionäre Fähigkeit, Spielsituationen zu lesen, weit bevor sie entstehen.
Kylian Mbappé ist einer der athletischsten Spieler auf diesem Niveau. Er ist unfassbar schnell, durchsetzungsfähig und findet intelligent immer die richtigen Lücken in der Abwehr. Sein Abschluss ist herausragend. Michael Olise spielt nahezu unmögliche Pässe durch die noch so gut organisierten Abwehrreihen. Und Kane?
Auf den ersten Blick wirkt er fast schon normal. Seine Technik ist sehr gut, aber auf diesem Level nichts Besonderes. Er ist nicht besonders schnell und beweglich. Wenn er aufdreht wirkt er nicht so geschmeidig und sauber wie andere Spieler. Und trotzdem ist er aktuell der beste Spieler der Welt. Sein Gespür für die richtige Positionierung sticht heraus. Wie er beim Kopfball zum 1:1 exakt die richtige Bewegung macht, um sich in Position zu bringen, ist stark.
Kane ist zudem mehr als ein reiner Torjäger. Er kann die Bälle klug verteilen, spielt anspruchsvolle Pässe und wie man in der komplizierten Anfangsphase des Spiels sehen konnte, verteidigt er auch mit. Gern mal am eigenen Strafraum. Zwei Fähigkeiten ragen bei ihm dann aber doch heraus – auch im Vergleich zu den Genannten.
Die erste ist sein Abschluss. Beim 2:0 wuchtet er die Kugel so ins Netz, dass der Keeper wahrscheinlich nicht mal dann eine Chance hätte, wenn er direkt in der Schussbahn stünde. Kanes Schusstechnik und vor allem auch seine Vororientierung sind bemerkenswert. Vor dem satten Schuss guckt er kurz nach oben, um zu schauen, was der Torwart macht und wie die Abwehrspieler positioniert sind. Fußball-IQ: 999.
Die zweite Fähigkeit betrifft eher die Art der Führung. Nach dem Spiel stand Kane im Kreis der englischen Mannschaft und bat seine Mitspieler darum, diesen Sieg zu feiern und sich nicht damit zu beschäftigen, dass es ein enges Spiel in Favoritenrolle war. Es sei ein großer Sieg gewesen. Und er lag vollkommen richtig. Denn die DR Kongo spielte taktisch enorm clever, setzte England überraschend unter Druck und ging verdient in Führung.
Dann aber kam Kane, der nach wenigen Kontakten in den ersten Minuten mehr Einfluss nahm. Wie ein Leader eben. Statt vorn darauf zu warten, dass das Fußvolk ihn bedient, ackert er mit. Das macht ihn besonders. Keine Superstarmentalität, sondern Verantwortungsbewusstsein. Einen kompletteren Spieler gibt es nicht. Und einen, der auf dem Level der Außerirdischen sympathischer ist, wohl auch nicht.
Retrospektiv betrachtet war es vor allem Kane, der England ins Achtelfinale getragen hat. Thomas Tuchel hatte aber durchaus auch seinen Anteil. Der Deutsche nutzte die erste Trinkpause, um sein Team besser auf das einzustellen, was die DR Kongo anstellte. Die Afrikaner pressten aggressiv und überraschten England damit.
Nach der Trinkpause gelang es den Three Lions deutlich besser, in die gegnerische Hälfte zu kommen und die DR Kongo defensiv zu binden. Ein Faktor dafür war, dass die Engländer den Spielaufbau ruhiger gestalteten, statt sofort vertikal zu gehen und dabei zu viele Ballverluste zu haben. Ein weiterer Faktor war das nun aggressivere Pressing der Europäer.
England tat sich nun leichter, offensiv Räume zu finden, nur nutzten sie sie nicht konsequent genug. Das änderte sich mit den personellen Wechseln nach rund einer Stunde. Die Struktur veränderte sich damit leicht, Declan Rice rückte ein wenig auf die rechte Seite, vorn wirbelten Gordon und Saka. Es war nun deutlich mehr Tiefe im Spiel und England bekam mehr Druck ins eigene Spiel. Das Resultat spricht am Ende für sich. Chapeau, Tuchel.
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Belgien gegen Senegal ist ein weiteres Beispiel dafür, dass das Konzept VAR in eine vollkommen falsche Richtung gelaufen ist. Die Idee dieser Technik versprach einst etwas anderes als das, was sie heute ist. Ich gebe es zu: Ich war einst ein Befürworter und habe mittlerweile die Seiten gewechselt.
Der VAR hätte sinnvoll sein können, wenn er sich auf die ganz wenigen sehr klaren und spielentscheidenden Situationen fokussiert hätte. Wenn er sich die Momente gepackt hätte, in denen es offensichtlich klare Benachteiligungen durch Fehlentscheidungen gegeben hätte. Und ja, allein das zu definieren, ist nicht leicht. Im Gegenteil: Was ist im Fußball schon klar, was nicht? Was ist entscheidend und was nicht?
Ohne eine solche Definition parat zu haben, wird mir aber immer klarer, dass die Eingriffsschwelle des VAR viel zu niedrig ist. Wir erleben eine Dauerprüfung des Spiels. Jede Szene wird in Super- und Super-Superzeitlupe tausendmal abgespielt, bis das noch so kleinste Vergehen aussieht, als wäre es das schlimmste Foul der Fußballgeschichte. Kontaktsport my ass.
Das zurückgenommene Tor von Deutschland war schon ein Beispiel. Niemals sollte bei einem so geringen Vergehen eine Tatsachenentscheidung zurückgenommen werden. Niemals sollte da ein VAR minutenlang drüberschauen und so viele Perspektiven reinspielen, bis man sich ein Foul herbeifantasiert. Ganz egal wie ungeschickt sich Waldemar Anton da anstellt.
Die Szene bei Belgiens Elfmeter mag klarer sein. Das Ding kann man geben, vielleicht muss man es, fair enough. Aber auch hier wird so lange die Superzeitlupe bedient, bis der Kontakt schlimmer und schlimmer wird. Der Ball wäre vermutlich auch ohne Kontakt durchgelaufen, Belgien kam sogar zum Abschluss. Der Spieler zieht sogar noch zurück. Zumal ein Schubser von Tielemans beim 2:2 eben nicht überprüft wurde.
Fans haben darauf keinen Bock, die Spieler haben darauf keinen Bock und selbst die größten Befürworter, zu denen ich mich zähle, haben mittlerweile erkannt, dass versucht wird, Gott zu spielen. Letztendlich ist der Mensch nicht gemacht für solche Tools. Er kann sie nicht dosiert nutzen. Stattdessen Eingriff um Eingriff um Eingriff. Da noch eine zusätzliche Möglichkeit, einzugreifen und hier noch eine.
Plötzlich werden Tore aberkannt, bei denen zwei Tage vorher ein Spieler ein Foul im Training begangen hat. Wäre ja schließlich sonst niemals gefallen. Der Fußball hat darunter gelitten, zumal die Eingriffe in Summe willkürlich daherkommen. Es gibt keine Linie, weil es bei dieser Menge an möglichen Eingriffssituationen auch gar keine Linie geben kann. Und es wird sich nicht mehr zurückdrehen lassen. Der VAR hätte eine gute Sache für den Fußball werden können, davon bin ich weiterhin überzeugt. Aber er ist es nicht.
Schaut sich das 25 Minuten mal ganz in Ruhe auf verschiedenen Positionen an und legt dann los. Es ist bemerkenswert, mit welcher Seelenruhe er an der Wende Englands werkelt. Während andere Spieler seines Niveaus vermutlich vorn auf ihre Situationen warten, lamentieren und sich über die Mitspieler ärgern würden, ackert Kane in der eigenen Defensive mit. Und dann fällt es auch nicht schwer zu verstehen, warum ihn seit vielen Jahren fast alle auf der Insel lieben. Miasanrot-Note: 1,5
Disclaimer: Offiziell kein Bayern-Spieler mehr, aber wir haben seine Auftritte zuvor auch bewertet, also ziehen wir durch.
Kommt erst in der 93. Minute und soll in der Verlängerung für Tempo und neue Impulse sorgen, um das Spiel wieder auf die Seite des Senegal zu drehen. Das gelingt ihm nur bedingt. Hat Aktionen, spielt aber eher glücklos. Miasanrot-Note: 4
Bekommt seinen ersten Einsatz bei dieser WM und spielt direkt mutig. Hat zwei, drei gute Aktionen und nimmt sich einen Abschluss aus der Distanz. Gewinnt zudem seine Zweikämpfe und integriert sich gut ins Spiel. Große Highlights bleiben dennoch aus. Miasanrot-Note: 3
Das sind die nächsten Sechzehntelfinals bei der WM 2026:
21 Uhr:
1 Uhr:
5 Uhr:
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier







































