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·5 de junio de 2026
WM 2038 oder 2042 in Deutschland: Dafür braucht der DFB noch Überzeugungskraft

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Neuendorf legt der DFL Pläne mit 14 Stadien vor – darunter Berlin, München, Kaiserslautern und Mönchengladbach. Wegen FIFA-Rotation rückt 2042 in den Fokus.
Es gibt Nachrichten, die kommen leise daher und sind doch verräterisch. Der DFB prüft eine Bewerbung um die Weltmeisterschaft 2038 oder 2042, und nach dem, was Bild berichtet, hat Präsident Bernd Neuendorf dem Präsidium der Deutschen Fußball Liga seine Vorüberlegungen schon vorgetragen. Im April hatte der Verband auf SID-Anfrage noch vorsichtig formuliert, man befasse sich „insofern mit einer WM-Bewerbung, als dass zukünftige Optionen geprüft und besprochen werden". Inzwischen ist aus dem Konjunktiv eine Liste geworden. Vierzehn Stadien, mindestens 40.000 Plätze, in vierzehn Städten – das ist keine Skizze mehr, das ist ein Bauplan.
Die Auswahl liest sich wie ein Spiegel der deutschen Fußballgeografie: Berlin, Leipzig, Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Dortmund, Frankfurt, Kaiserslautern, Mönchengladbach, München, Stuttgart. Auffällig ist, was hier zusammenrückt. Mönchengladbach und Kaiserslautern stehen neben München und Berlin, Standorte mit Tradition neben den großen Arenen. Das ist sportpolitisch klug gewählt, weil es die Bewerbung nicht zu einer reinen Metropolenshow macht. Man kann den Vorschlag also durchaus als Versuch lesen, das Wort „Sommermärchen" nicht nur zu zitieren, sondern es geografisch breiter aufzustellen als 2006.
Trotzdem stellt sich die Frage nach dem Sinn. Deutschland hätte dann zum dritten Mal eine WM ausgerichtet, nach 1974 und 2006. Drei Endrunden in einem Land, während andere Verbände noch nie an der Reihe waren – das ist ein Argument, das man nicht wegwischen kann, wenn man es ernst meint mit der globalen Idee dieses Turniers. Die FIFA selbst hat darauf reagiert: Nach der jüngsten Regelung muss ein Kontinent zweimal aussetzen, bevor er erneut Gastgeber sein darf. 2026 spielt man in den USA, Mexiko und Kanada, 2030 zunächst je ein Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay, dann übernehmen Marokko, Portugal und Spanien. 2034 geht das Turnier nach Saudi-Arabien. Daraus folgt, was im DFB jeder ausrechnen kann: 2038 ist Europa raus, realistisch wird es frühestens 2042.
Das verändert die Debatte. Wer heute eine Bewerbung vorbereitet, plant für ein Turnier in 16 Jahren. Niemand, der jetzt über Standorte entscheidet, wird dann noch im Amt sein. Genau hier wird es interessant, denn die Logik einer solchen Bewerbung ist nicht primär sportlich. Es geht um Infrastruktur, um langfristige Investitionsentscheidungen in Stadien und Verkehr, um viele, viele Euro-Milliarden und damit um die Frage, was eine WM in einem Land bewirken soll, das zwei bereits hatte. Der DFB braucht dafür eine überzeugende Idee. Wie kleinkariert zu viele Deutsche die Chancen mit einem Sport-Großereignis betrachten, musste gerade erst Hamburg erfahren, als eine Mehrheit gegen Olympische Spiele stimmte und alle Sachargumente aus einem Gefühl heraus ignorierte.
Dass die DFL-Spitze um Hans-Joachim Watzke der Sache positiv gegenübersteht, ist nachvollziehbar – die Profivereine profitieren von ertüchtigten Spielstätten unmittelbar. Aber die WM ist kein Stadionförderprogramm, und die Erinnerung an 2006 trägt nicht ewig. Wer ein neues Sommermärchen verspricht, sollte erklären, warum gerade Deutschland 2042 derjenige ist, der spielen muss, und nicht jemand anderes. Solange diese Begründung fehlt, bleibt die Bewerbung das, was sie im April noch offen war: eine Option, die geprüft wird. Vor der WM, die kommende Woche in den USA, Mexiko und Kanada beginnt, wirkt der Blick 16 Jahre nach vorn sonst wie eine Flucht aus der Gegenwart.







































