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·18 de julio de 2026
WM Finale gegen Spanien: Lionel Messi gegen seine 2.Heimat

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Am Sonntag trifft Lionel Messi im WM-Finale mit Argentinien auf Spanien, das Land, das seiner Karriere erst die Bühne bereitet hat. Kein Drehbuch hätte sich einen passenderen Abschluss für die Laufbahn des 39-Jährigen ausdenken können, der seine erste mit seiner zweiten Heimat konfrontiert sieht.
Superstar vom FC Barcelona: Lionel Messi © AFP
Spanien - ArgentinienFinale
So 19.07. · 21:00 Uhr · ZDF
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Vor einigen Monaten erwarb Messi Anteile am spanischen Fünftligisten Unió Esportiva Cornellà. Seit der Übernahme ist die Instagram-Gefolgschaft des Klubs um mehr als das Zwanzigfache gewachsen und liegt damit inzwischen vor der Hälfte aller Erstligavereine Spaniens. Doch dem Argentinier ging es nicht um einen weiteren Beleg seiner globalen Strahlkraft. Ihn reizte die geschätzte Jugendarbeit des Vereins, vor allem aber wollte er sich ein Stück seiner alten Heimat sichern. Cornellà liegt direkt vor den Toren Barcelonas, jener Stadt, in der Messi mehr Lebenszeit verbracht hat als irgendwo sonst.
Barcelona’s Argentinian forward Lionel Messi celebrates scoring his team’s first goal during the UEFA Champions League round of 16 1st leg football match between Arsenal and Barcelona at the Emirates Stadium in London on February 23, 2016.
Barcelona won the match 2-0. / AFP / JAVIER SORIANO
Mit gerade einmal 13 Jahren wechselte er aus Argentinien zum FC Barcelona, weil der katalanische Klub die notwendige Hormonbehandlung für das kleinwüchsige Ausnahmetalent finanzieren konnte. In Barcelona wuchs der größte Teil seines sportlichen Mythos heran, dort verabschiedete er sich 2021 unter Tränen und keineswegs freiwillig, und dorthin will er nach dem Ende seiner Spielerkarriere zurückkehren. Als Zeichen dieser Verbundenheit trägt er das Wappen des FC Barcelona längst als Tätowierung auf dem linken Bein, direkt neben seiner Rückennummer zehn, einem Fußball und dem Emblem Argentiniens. Wenn nun am Sonntag der Fußball-Spanier auf die Spanier trifft, schließt sich damit ein Kreis, der kaum symbolträchtiger hätte ausfallen können. Schon zu Turnierbeginn, als er Miroslav Kloses WM-Torrekord übernahm, sagte Messi: „Danke an Gott, er hat mir zu viel geschenkt.“ Mit 39 Jahren wurde er nun erneut zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürt, unter anderem dank acht Toren und vier Vorlagen. Zwar wird Messi nach der WM noch für Miami United auflaufen, doch das Endspiel in New Jersey markiert sein letztes großes Kapitel auf der internationalen Bühne. Ein Abschied, wie er zu diesem Ausnahmestürmer passt, der stets eine fast kindliche Freude am Spiel verkörperte: romantisch bis zuletzt.
Die Statistiken untermauern seinen Ausnahmestatus. Messi ist alleiniger Rekordtorschütze bei WM-Endrunden mit 21 Treffern und zugleich Rekordvorlagengeber mit zwölf Assists. Er ist der älteste Feldspieler, der je in einem WM-Finale auflief, und nach dem Brasilianer Cafú erst der zweite Spieler mit einem dritten Finalauftritt. Pelé zwar wurde dreimal Weltmeister, verpasste jedoch 1962 verletzt große Teile des Turniers. Messi dürfte zudem der erste Fußballer sein, dem noch vor dem Anpfiff eines Finales eine Straße gewidmet wurde. In Berkeley Heights, rund eine Stunde vom Stadion entfernt, trägt seit Turnierstart eine Straße den Namen „Lionel Messi Way“.
(Von links aus) Javier Mascherano, Lionel Messi, Neymar da Silva Santos Junior und Luis Suarez feiern den Gewinn des UEFA Champions League Finales 2015. AFP PHOTO / LLUIS GENE
Doch nicht die Zahlen werden am Ende bleiben, sondern die Erinnerung an die Ästhetik seines Spiels. „Hoffentlich freuen sich die Spanier, dass Argentinien im Finale steht“, sagte Nationaltrainer Lionel Scaloni, „wo Leo Messi ihrem Land doch so lange so viele Freuden beschert hat.“ Scaloni weiß natürlich, dass Messi als Barça-Ikone auch bei den Anhängern von Real Madrid oft für Frust gesorgt hat. Dennoch, so der Coach, hoffe er, dass die außergewöhnliche Klasse dieses Spielers unabhängig von Vereinsrivalitäten gewürdigt werde. „Was müsste er noch tun, um als bester Spieler der Geschichte zu gelten? Für mich kann es da keine Zweifel mehr geben“, stellte Scaloni klar. Die größte Rechnung seiner Laufbahn hatte Messi bereits vor vier Jahren beglichen, als er Argentinien im Alter von 35 Jahren doch noch zum Weltmeistertitel führte. Danach wollte er die Länderspiele nur noch genießen, nachdem er jahrelang unter dem enormen Erwartungsdruck seiner Landsleute und den ständigen Vergleichen mit Diego Maradona fast zerbrochen wäre.
2016 trat er sogar kurzzeitig aus der Nationalmannschaft zurück. Damals schrieb ihm ein 15-jähriger Enzo Fernández einen Facebook-Beitrag, in dem er ihn beinahe anflehte weiterzumachen: „Dich in der Albiceleste spielen zu sehen, ist der größte Stolz auf der Welt.“ Bei der WM 2022 standen beide gemeinsam für Argentinien auf dem Feld, eine Fußnote, die schon damals eine gewisse Romantik in sich trug. Messi blieb also, weil er immer noch zu den Besten zählte und weil seine Mitspieler ihn weiterhin brauchten. 2024 verteidigte Argentinien den Titel bei der Copa América. Der Wechsel in die US-Liga nach Miami 2023 erwies sich als kluger Schachzug, um seinen Körper vor Überlastung zu schützen. Wer in den größten Stadien der Welt derart brilliert hat, tut dies in Amerika mit vergleichsweise geringem physischen Aufwand. Er wurde dort Meister und Torschützenkönig. Auffällig bleibt, wie wenig Messi läuft: Als bester Feldspieler des Turniers legt er im Schnitt nur rund sieben Kilometer pro 90 Minuten zurück, während die laufintensivsten Profis auf bis zu zwölf Kilometer kommen.
Es ist eine feine Ironie im durchoptimierten, wissenschaftlich durchleuchteten modernen Fußball, dass ein Spieler wie Messi darin noch immer bestehen kann. Er verarbeitet das Spielgeschehen mit einer nahezu übersinnlichen Wahrnehmung, oft genügt ihm ein Blick, eine kleine Körperfinte oder sogar bewusster Stillstand, um mehr Wirkung zu erzielen als andere durch endlose Sprints. Die WM 2026 war bis zum Viertelfinale ein Fest für Torjäger. Kylian Mbappé, Erling Haaland, Harry Kane und Messi trafen scheinbar nach Belieben, weil ihre Teams gezielt auf sie zuspielten und gegnerische Abwehrreihen keine Antwort fanden. Doch mit den späteren Runden stieg das taktische und defensive Niveau spürbar. Seit dem Viertelfinale kamen die vier Superstars zusammen nur noch auf ein einziges Tor. Mbappé, Haaland und Kane schieden aus, Messi dagegen erreichte das Finale, weil er auch unter widrigen Umständen Mittel und Wege fand, seine Mannschaft zum Sieg zu führen. Im Halbfinale gegen England, als es hart auf hart kam, schien in seinen Augen plötzlich wieder das alte Feuer aufzuflammen. Er riss das Spiel an sich, band Gegenspieler und trieb sein Team zu einem selten gesehenen Offensivfeuerwerk an. In den letzten 35 Minuten kamen die Argentinier auf 88 Prozent Ballbesitz, was zwei Aluminiumtreffern, mehreren Glanzparaden von Englands Schlussmann Jordan Pickford und letztlich zwei entscheidenden Toren mündete, beide von Messi vorbereitet.
Wo früher andere für ihn spielten, spielte er nun für sie. Er macht jeden Mitspieler besser, nicht nur durch seine fußballerische Klasse, sondern auch durch seinen Mythos. Alle vertrauen ihm, alle folgen ihm, und niemand weiß besser als er, wann welcher Impuls nötig ist. Diese Aura der Unbesiegbarkeit hat Argentinien mit ins Finale getragen, das Gefühl, dass jeder Spieler neben ihm zum „Mentalitätsmonster“ werden kann. Doch Argentinien allein auf Genie und Leidenschaft zu reduzieren, würde der Mannschaft nicht gerecht. Enzo Fernández und Alexis Mac Allister zählen zu den besten Mittelfeldakteuren der Welt, Julián Álvarez und Lautaro Martínez gehören zur Weltspitze der Stürmer. Wie die letzte halbe Stunde des Halbfinals zeigte, kann Argentinien auch spielerisch dominieren und dürfte mit seiner taktischen Bandbreite, Leidenschaft und Unberechenbarkeit eine echte Herausforderung für die favorisierten Spanier darstellen, die insgeheim wohl lieber gegen England angetreten wären. Es kündigt sich ein faszinierender Kontrast an zwischen dem methodischen, rationalen Ballbesitzfußball der Spanier und dem emotionalen, impulsiven Spiel der Argentinier. Nicht minder entscheidend ist der Anteil des Trainers. Scaloni übernahm nach dem gescheiterten WM-Auftritt 2018 einen Trümmerhaufen ohne erkennbare Perspektive und galt zunächst selbst nur als Übergangslösung. Seither hat er klare Strukturen, Automatismen und einen gemeinsamen Glauben in der Mannschaft etabliert, auf deren Basis Aufholjagden wie im Achtelfinale gegen Ägypten (3:2 nach 0:2-Rückstand bis zur 79. Minute) oder zuletzt gegen England (2:1 nach 0:1 bis zur 85. Minute) überhaupt erst möglich wurden. Unter Scaloni gewann Argentinien bereits zwei Copa-América-Titel und eine Weltmeisterschaft. Aus dem Spieler, dessen Ruhm einst vor allem auf seinen katalanischen Heldentaten fußte, ist längst ein argentinischer Mythos auf Augenhöhe mit Maradona geworden, vom gelegentlichen Fremdk
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