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Selina Eckstein·29 de marzo de 2026
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Selina Eckstein·29 de marzo de 2026
"Ich muss sagen, dass ich damit gerechnet habe, dass ich dabei bin", sagte ein sichtlich geschockter Benjamin Henrichs in einem Video vor der Weltmeisterschaft 2022 als Reaktion auf seine Nicht-Nominierung von Hansi Flick. Es sei total enttäuschend für ihn gewesen, erzählte er damals in seinem Stream an die Fans.
Bei allen Länderspielen 2022 sei er dabei gewesen, weshalb er ein gutes Gefühl gehabt habe, führte Henrichs aus. Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass er in acht Spielen nur zwei Mal eingewechselt wurde und lediglich 68 Minuten auf dem Feld stand.
Auch wenn er darauf im Stream nicht einging, bitter dürfte für ihn auch die Tatsache gewesen sein, dass Flick statt Henrichs dessen Teamkollegen Lukas Klostermann nominierte. Er zählte damals zu den Überraschungen im Kader, denn zuvor fehlte Klostermann drei Monate verletzt. Dennoch entschied sich der damalige Bundestrainer gegen einen fitten Henrichs und für Klostermann.
Er sei sowohl in einer Dreier-, beziehungsweise Vierer- oder Fünferkette flexibel einsatzbar, hieß es damals in einem Bericht von 'rblive'. Auch weil er zuverlässig sei, dürfte er den Vorzug vor Henrichs erhalten haben. Ex-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann sagte einst, wenn er Klostermann nachts wecken und ihm auftragen würde: "Jetzt panierst Du mir ein paar Schnitzel, dann würde er es auch machen."
Klostermann fuhr zur WM, spielte sogar einige Minuten, doch wie wir wissen, war es nur ein kurzer Aufenthalt in Katar für die deutsche Mannschaft. Nach der Vorrunde war Schluss.
Gefühlt endete damit auch Klostermanns Nationalmannschafts-Karriere. Er wurde 2023 zwar noch zu einigen Freundschaftsspielen eingeladen, doch mittlerweile ist er auch im Klub nur Bankdrücker und so weit entfernt von einem WM-Ticket, wie die Leipziger in dieser Saison von einem internationalen Titel.
📸 Frederic Scheidemann - 2025 Getty Images
Ihn muss Henrichs also nicht mehr fürchten. Doch mit Blick auf die WM 2026 bremste er sich selbst aus. Im Winter 2024 riss er sich beim Auswärtsspiel in München die rechte Achillessehne.
Über ein Jahr fehlte er danach. Während dieser Zeit erhielt er viele Nachrichten – auch von ehemaligen Teamkollegen, wie Dominik Szoboszlai (Liverpool) oder Dani Olmo (Barça). Beide boten an, er könne Teile der Reha bei ihnen absolvieren. Auch Joshua Kimmich habe sich sich nach dem Leipziger erkundigt und ihm regelmäßig geschrieben. Dafür hatte sich der 29-Jährige beim Bayern- und DFB-Kapitän auch noch mal ausdrücklich bedankt, wie er im Gespräch mit dem 'kicker' verriet: "Weil ich das nicht selbstverständlich finde, wie oft er mir geschrieben und wie er sich auch gekümmert hat."
Anfang 2026 folgte dann Henrichs Comeback. Nach Kurzeinsätzen durfte er sogar auch schon zwei Mal von Beginn an spielen. Doch über 90 Minuten stand er noch nicht auf dem Platz. Als er allerdings vergangene Woche beim 5:0-Sieg gegen die Hoffenheimer traf, hätte ihn wohl gefühlt ganz Leipzig gerne umarmt.
"Was das bedeutet, hat man, glaube ich, an seinem Jubel gesehen und auch an dem Jubel der Mannschaft und des Stadions. Jeder weiß, was Benny für einen Weg hinter sich gebracht hat in den letzten Monaten. Jetzt ist er wieder mit dabei", freute sich Ole Werner nach dem Sieg. Der Leipziger habe einen außergewöhnlichen Charakter und sei "ein Segen für jede Mannschaft", erklärte sein Trainer. Mit Betonung auf "jede".
Doch um ein WM-Ticket in der deutschen Nationalmannschaft zu ergattern, braucht Henrichs Spielzeit. Ihm droht jedoch ein Déjà-vu. Zwar ist Klostermann kein Konkurrent mehr, doch ein weiterer Leipziger träumt noch vom Turnier im Sommer: Ridle Baku.
Ole Werner hat aktuell die Qual der Wahl, wen er hinten rechts aufstellt. Er habe "zwei richtig, richtig gute Jungs", was ihm die Entscheidung nicht einfacher mache. Wird Henrichs also vom nächsten Bundestrainer gekorbt und muss zusehen, wie sein Teamkollege zur WM fährt? Für die aktuelle Länderspielpause wurde keiner der beiden eingeladen, Stuttgarts Josha Vagnoman darf sich hingegen Nagelsmann zeigen.
Allerdings hatte der Bundestrainer Anfang Januar Kontakt mit Henrichs aufgenommen. "Er hat mir vor Kurzem nochmal geschrieben, und das war in meinen Augen eigentlich eine relativ gute Nachricht", verriet Henrichs im Trainingslager gegenüber dem 'kicker'.
Es ist also nicht komplett ausgeschlossen, dass er noch auf den WM-Zug springen könnte – mit vier Jahren Verspätung. Und wer weiß, vielleicht sehen wir im Mai dann einen Stream von Benjamin Henrichs, indem er verkündet, wie happy er ist, beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko dabei zu sein. Eigentlich habe er vorher ein schlechte Gefühl gehabt. Immerhin sei er vor der WM-Nominierung lange nicht mehr zu einem Länderspiel eingeladen worden.
📸 Neil Baynes - 2024 Getty Images
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