Zwischen Rückschlägen und Entwicklungsschritten: Die Hinrunde der VfL-Nachwuchskicker in der Regionalliga West | OneFootball

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·2 de enero de 2026

Zwischen Rückschlägen und Entwicklungsschritten: Die Hinrunde der VfL-Nachwuchskicker in der Regionalliga West

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Hinter Finn Cramer, Joschka Kroll und Luca Böggemann liegt ein ereignisreiches halbes Jahr. Die drei Nachwuchskicker des VfL Osnabrück sammelten in der Hinrunde der aktuellen Saison bei ihren Leihvereinen ganz unterschiedliche Erfahrungen im Herrenbereich. Ein Rückblick.

Nachdem Finn Cramer im Sommer seinen ersten Profivertrag beim VfL Osnabrück unterzeichnet hatte, wurde der 19-Jährige in die Regionalliga West zum SC Wiedenbrück verliehen. Dort sollte der Mittelstürmer, der in der vergangenen Saison in der DFB-Nachwuchsliga in 25 Partien acht Tore erzielt hatte, erste Schritte im Herrenbereich gehen. In den ersten fünf Saisonspielen kam Cramer zu vier Einsätzen. Am fünften Spieltag – beim Auswärtsspiel gegen die Sportfreunde Siegen – stand er erstmals über eine komplette Halbzeit auf dem Platz. Nach dem vielversprechenden Start erlitt Cramer allerdings eine Blutvergiftung, die ihn insgesamt vier Wochen außer Gefecht setzte. Am zehnten Spieltag feierte er sein Comeback und kam seitdem zu vier weiteren Kurzeinsätzen.


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Dabei befindet sich der SCW in einer Ergebniskrise: In den letzten fünf Partien holte man nur einen Punkt. Dadurch steht Wiedenbrück in der Regionalliga West aktuell mit zwölf Zählern auf dem vorletzten Platz, fünf Punkte beträgt der Abstand auf das rettende Ufer. Insgesamt blickt Finn Cramer auf 242 Einsatzminuten in Liga und Westfalenpokal zurück. Seine persönliche Hinrunde fasst er wie folgt zusammen: „Die Hinrunde im Herrenbereich hat für mich sehr gut begonnen, da ich zu Saisonstart viel gespielt habe und meine Leistungen zeigen konnte. Die Zwangspause hat mich dann leider zurückgeworfen, weshalb ich nach meiner Rückkehr nicht auf die erhofften Spielminuten gekommen bin. Trotzdem bleibe ich positiv, arbeite weiter hart an mir und bin überzeugt, dass sich das in der Rückrunde auszahlen wird.“ In der von Cramer selbst angesprochenen Rückserie wird er allerdings nicht mehr für den SC Wiedenbrück auflaufen. Stattdessen schloss sich der Offensivspieler nun leihweise dem SSV Jeddeloh II an, bei dem er seine Entwicklung unter Ex-Osnabrücker und Trainer Björn Lindemann fortführen möchte.

Ebenfalls positiv ins kommende Jahr blickt auch Heiko Flottmann, der die Leihspieler des VfL in ihrer Entwicklung eng begleitet: „Finn wurde durch eine verschleppte Verletzung leider etwas zurückgeworfen. Aber ich bin zuversichtlich, dass er in der Rückrunde stärker zurückkommen wird.“

Nach Anfangsschwierigkeiten entwickelte sich Joschka Kroll dagegen zur Stammkraft. Der Verteidiger, der sich im Sommer ebenfalls leihweise dem SC Wiedenbrück anschloss, sammelte nach anfänglichen Kurzeinsätzen unter Trainer Sascha Mölders inzwischen bereits sechs Startelfeinsätze. Dabei kommt der 19-Jährige überwiegend als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Aufgrund der Rotsperre seines Mannschaftskollegen Nikola Aracic lief Kroll zuletzt aber auch als linker Innenverteidiger auf. „Die Hinrunde war für mich von vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Herrenbereich geprägt. In dieser Phase ging es vor allem darum, mich Schritt für Schritt an das Niveau und die Abläufe zu gewöhnen. Mit zunehmender Zeit konnte ich mich immer besser einbringen, meine Leistungen steigern und mich in den letzten Wochen auch regelmäßig zeigen. Besonders freut mich, dass ich zuletzt viel Einsatzzeit bekommen habe und auch mehrfach von Beginn an spielen durfte. Insgesamt bin ich mit meiner Entwicklung und der Spielzeit in den letzten Wochen sehr zufrieden“, fasst Kroll sein erstes richtiges Jahr im Herrenbereich zusammen.

In der vergangenen Saison spielte der 1,90 m große Defensivspieler – ebenso wie Cramer – mit den A-Junioren des VfL in der DFB-Nachwuchsliga, stand jedoch auch zweimal im Kader der Profis, ohne zum Einsatz zu kommen. In der aktuellen Spielzeit sammelte Kroll in der Regionalliga West sowie im Westfalenpokal insgesamt 711 Einsatzminuten für die Wiedenbrücker. In den letzten drei Saisonspielen stand er dabei jeweils über die volle Distanz auf dem Platz. „Joschka hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten durchgesetzt und sich am Ende der Hinrunde einen Stammplatz beim SC Wiedenbrück erkämpft. Wir sind gespannt, welche Schritte er noch in der Rückrunde gehen wird“, so Flottmann zur Entwicklung des VfL-Eigengewächses.

Für Kroll steht im neuen Jahr nun ein harter Abstiegskampf bevor. Dabei blickt er jedoch zuversichtlich auf die anstehenden Herausforderungen: „Jetzt gilt es, als Mannschaft weiter geschlossen zu arbeiten, den Bock umzustoßen und die Klasse zu halten – dafür werde ich alles geben.“

Ein turbulentes halbes Jahr liegt auch hinter Luca Böggemann. Der 21-jährige Schlussmann wurde im Sommer zunächst in die Regionalliga Nordost zum Traditionsverein Chemie Leipzig verliehen. Dort kam Böggemann in den ersten drei Saisonspielen jeweils über die volle Distanz zum Einsatz, musste jedoch drei Niederlagen und ein Torverhältnis von 0:6 hinnehmen. Nachdem er seinen Stammplatz bei der BSG verloren hatte, wurde das Leihverhältnis einvernehmlich beendet. Mit den Sportfreunden Lotte fand man jedoch schnell eine neue Leihstation für den 1,95 m großen Keeper.

Bei den Blau-Weißen traf Böggemann mit dem spielenden Co-Trainer Marc Heider nicht nur auf ein bekanntes VfL-Gesicht – auch sein Konkurrent im Tor, Laurenz Beckemeyer, lief in der Jugend für die Lila-Weißen auf. Trotz der Tatsache, dass Böggemann nur wenige Tage nach seiner Ankunft in Lotte im Westfalenpokal sein Debüt für die SFL gab, musste er sich im Ligaalltag zunächst erneut mit einem Bankplatz begnügen. Zum Ende der Hinrunde fiel Beckemeyer jedoch aufgrund von Nierenproblemen aus, sodass Böggemann auch in der Regionalliga West zum Einsatz kam.

Direkt in seinem ersten Ligaeinsatz erlebte der 21-Jährige eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Nachdem die Sportfreunde beim Auswärtsspiel bei der Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf bereits nach 20 Minuten mit 0:2 zurücklagen, drehte Lotte die Partie in der Schlussphase noch. Ausgerechnet in der sechsten Minute der Nachspielzeit erzielte Marc Heider per Kopf den entscheidenden Treffer zum 3:2 und riss Böggemann zu einem Jubellauf Richtung Auswechselbank hin. Und auch bei seinem Heimdebüt am Lotter Kreuz durfte „Böggi“ am Ende jubeln: Beim Sieg gegen den Aufsteiger Bonner SC blieb er ohne Gegentor (1:0). Im letzten Spiel vor der Winterpause kassierte die Mannschaft von Trainer Fabian Lübbers jedoch eine deutliche 0:4-Auswärtsniederlage beim aktuellen Tabellenführer Fortuna Köln. Die Sportfreunde stehen nach der Hinserie mit 23 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz.

Dabei starten die Blau-Weißen aufgrund eines Nachholspiels bereits am 16. Januar – eine Woche früher als die Ligakonkurrenten – in den Pflichtspielbetrieb im neuen Jahr. Ob Luca Böggemann im Spiel gegen die SSVg Velbert dann erneut zwischen den Pfosten steht, ist noch unklar. Mit seinen Leistungen zum Jahresende hat sich der Schlussmann im Konkurrenzkampf mit Laurenz Beckemeyer definitiv empfohlen. „Das letzte halbe Jahr war eine sehr intensive Zeit, mit Höhen und leider auch Tiefen, aber einem positiven Abschluss. Auch das bringt mich persönlich weiter. Ich bin gespannt auf das Jahr 2026!“, blickt Böggemann selbst auf die vergangenen Monate zurück.

Mit 630 Spielminuten in der Regionalliga West, Nordost und im Westfalenpokal sammelte er wertvolle Erfahrungen – so fasst es auch Heiko Flottmann zusammen: „Luca ist im letzten halben Jahr persönlich sehr gereift. Das wird ihm guttun und auch im neuen Jahr weiterhelfen!“

Als Fazit blickt Flottmann auf das für den VfL neu geschaffene Leihspielermodell für Nachwuchskicker: „Auch in diesem ersten Halbjahr wurde die generelle ‚Problematik‘ des Überganges vom Jugendbereich in den Seniorenbereich deutlich. Eine umfassende, allen gerecht werdende Lösung beziehungsweise einen ‚Königsweg‘ gibt es aus meiner Sicht nicht.“

So oder so werden die Nachwuchskicker des VfL auch im neuen Jahr wertvolle Erfahrungen bei ihren Leihstationen sammeln – Erfahrungen, die sie auf und neben dem Platz in ihrer Entwicklung weiterbringen werden.


Text: Jendrik Greiwe Fotos Joschka Kroll: Marina Brünning Fotos Luca Böggemann: Rolf Grundke

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