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·22 juillet 2026
3. Liga international: Belgische "1ste Nationale" im Fokus

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·22 juillet 2026

Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "1ste Nationale" in der Belgien.
Vor zehn Jahren führte der Königliche Belgische Fußballverband (KBFV) die "First Amateur Division" ein, um einen semiprofessionellen Unterbau zur Jupiler Pro League und Challenger Pro League zu schaffen. Gleichzeitig ist die dritthöchste Spielklasse die einzige Liga, die der Verband selbstständig organisiert – vergleichbar mit der 3. Liga in Deutschland, die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geleitet wird. Im Laufe der Jahre durchlief die Spielklasse mehrere Veränderungen, darunter auch eine neue Namensgebung aufgrund der negativen Behaftung des Amateurstatus. Zur Saison 2024/25 wurde schließlich ein System entwickelt, das bis heute Bestand hat – und zwar in einer zweigleisigen 3. Liga. Nicht aus sportlichen Gründen, sondern aufgrund von kulturellen Argumenten.
So gibt es ein Mal die aus zwölf Teams bestehende "1ste Nationale FFA", was für "Football Francophone Amateur" steht und den wallonischen Raum in Belgien überwiegend abdeckt – also stark vereinfacht gesagt den französisch-sprachigen Teil der Bevölkerung. Währenddessen tritt der niederländisch-sprachige Anteil – die Flamen, auf die auch der flämische Sprachgebrauch zurückzuführen ist – in der "1ste Nationale VV" an, was für "Voetbal Vlaanderen" steht, und insgesamt 16 Teams umfasst. Entsprechend besitzen die Vereine auch entweder eine frankophone oder flämische Fußballlizenz, die zur Einteilung in die jeweiligen Divisionen führt. In der VV-Division wird der Aufstieg über einen typischen Ligamodus mit 15 Hin- und Rückspielen ermittelt, in der FFA-Division werden insgesamt nur 22 Partien pro Team absolviert und anschließend gehen die Top 6 in Playoff-Spiele. Aus beiden Divisionen steigt letztendlich nur der Champion auf.
Mit Olympic Charleroi, RWDM Brussels und Royal Union Tubize-Braine treten in der FFA-Division gerade einmal drei ehemalige Erstligisten in der neuen Saison drittklassig an. In die VV-Division ist wiederum kein früherer Spitzenklub abgestiegen, in beiden Gruppen spielen jeweils vier Nachwuchsteams der Profimannschaften – Standard Lüttich, Union Saint-Gilloise, OH Leuven und Jong Cercle. Mit Charleroi gibt es zudem schon die erste Mannschaft, die seit der Einführung der zweigleisigen Divisionen einen Auf- und einen Abstieg erlebte und somit wieder antritt. Die U23-Mannschaft der KAA Gent sicherte hingegen den Klassenerhalt, während Royal Excelsior Virton (FFA) und Sporting Hasselt (VV) im vergangenen Jahr aufgestiegen waren.
Als Dauerbrenner in der FFA-Division gilt neben Tubize-Braine vor allem Renaissance AEC Mons – beide Teams holten in 60 Partien über 100 Punkte in der Staffel, aber spielen nun aufgrund eines Scheiterns in den Playoffs das dritte Jahr in Folge in der 3. Liga. Obwohl beispielsweise Tubize-Braine die reguläre Saison vergangenes Jahr sogar als Spitzenreiter abschloss. In der VV-Division gilt das gleiche für den R Knokke FC, der zwei Mal als Zweitplatzierter über die Ziellinie ging.
Die Zuschauerzahlen sind lückenhaft, die Marktwerte aufgrund des semiprofessionellen Status der Liga unbekannt. Doch ein Blick auf die Stadien zeigt, dass von 28 Vereinen nur vier Vereine eine Kapazität von 10.000 Plätzen überschreiten – und dabei teilen sich Charleroi und Zébra Élites sogar noch das Stade de la Neuville als Spielstätte. Das Stade Charles Tondreau in Mons gilt Divisions-übergreifend als größtes Stadion mit Plätzen für 12.662 Zuschauern. Zieht man den Vergleich zur Jupiler Pro League, dann dürfte die Erwartung bei den Zuschauerzahlen auch im Drittliga-Bereich zumindest gleichbleibend sein. Etwa 11.500 Fans kommen seit Jahren ungefähr pro Partie in die Stadien der Spitzenklasse.
Bei Union Saint-Gilloise wurde schon Deniz Undav groß, auch Dennis Eckert Ayensa wurde bei Standard Lüttich zum iranischen Nationalspieler und aktuell steht mit Mateo Biondic wieder bei Saint-Gilloise ein Stürmer unter Vertrag, der schon Erfahrungen in der 3. Liga gesammelt hat – allesamt allerdings in Deutschland, denn mit der belgischen "1ste Nationale" hatten sie in ihren Karrieren nichts zu tun. Auch Ex-Bundesliga-Coach Alexander Blessin verdiente sich seine Sporen in Belgien – und in der Hinsicht gibt es mindestens einen deutschen Vertreter, der in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls schon Erfahrungen in Leuven sammelte.
Ex-Lautrer Sascha Kotysch stand 61 Mal in der VV-Division an der Seitenlinie, während die FFA-Division sogar auf das Coaching eines 382-fachen Premier League-Spielers zurückgreifen kann. George Boateng, dazu noch vierfacher niederländischer Nationalspieler, trainiert RAEC Mons und holte bislang einen Schnitt von 2,03 Punkten pro Partie. Da die Spielklasse in ihrer aktuellen Form aber erst ins dritte Jahr geht, werden wohl noch viele erfolgreiche Trainer wie auch Spieler folgen. Wie beispielsweise Ahmed Abdullahi, der den Rekord für den höchsten Transfer hält – rund 1,5 Millionen Euro zahlte der AFC Sunderland für den ehemaligen Nachwuchsspieler aus Gent.







































