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·1 juin 2026

Alex Popps Herzensentscheidung: Der Traum beginnt eine Etage tiefer - na und?

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Borussia Dortmund verpasst durch Kölns 2:0 in Mönchengladbach den Aufstieg trotz 8:0 gegen SpoHo Köln. Alexandra Popp spielt nun Regionalliga.

Manchmal entscheidet ein Spiel, das man selbst gar nicht beeinflussen kann. Borussia Dortmund hat am Sonntag im Saisonfinale der Regionalliga West alles erledigt, was zu erledigen war: 8:0 gegen Vorwärts SpoHo Köln, ein zweistelliger Wille, ein einstelliges Ergebnis. Es half nichts. Die Zweitvertretung des 1. FC Köln gewann ihr Rheinderby in Mönchengladbach mit 2:0 und stieg auf. Zwei Punkte Rückstand am Ende, und mit ihnen ein Plan, der sich vertagt. Der Plan trägt einen Namen, den der deutsche Frauenfußball seit Jahren mit Toren, Turnieren und Kapitänsbinde verbindet. Alexandra Popp, 35 Jahre alt, 145 Länderspiele, 67 Länderspieltore, hatte im März angekündigt, vom Bundesligisten VfL Wolfsburg zu Borussia Dortmund zu wechseln. Herzensverein, das Wort fällt in solchen Mitteilungen schnell, hier passt es. Popp wollte einen Traum verwirklichen, das war ihre Formulierung. Sie hat ihn nicht aufgegeben, aber er beginnt jetzt eine Etage tiefer als geplant. Regionalliga also. Für eine Spielerin, die 2008 ihr Profidebüt gab und seither auf den größten Bühnen des Frauenfußballs unterwegs war, ist das eine Zäsur, die sich nicht schönreden lässt. Es ist die erste Regionalliga-Saison ihrer Laufbahn, und sie kommt im Spätherbst dieser Laufbahn. Wer den Karriere-Bogen einer DFB-Ikone sieht, der von der Bundesliga in den Champions-League-Modus reichte, der muss nun einen Knick einrechnen, den sie selbst gewählt hat. Ein Wechsel aus der Bundesliga in die dritte Liga ist im Männerfußball schwer vorstellbar; im Frauenfußball ist er eine Möglichkeit, die mit der Lücke zwischen den Spitzenklubs und allen anderen zu tun hat. Popp hat ihre Ambition selbst formuliert, ohne Pathos: "Man kennt den Plan von Borussia Dortmund: Sie möchten schnellstmöglich in die erste Liga." Sie wolle helfen, "dass man sich so schnell wie möglich in der ersten Liga wiederfindet und sich dort etabliert". Das ist eine Aufgabenbeschreibung, kein Werbespruch. Der erste Schritt dorthin, der Aufstieg in die 2. Liga, ist am Sonntag verstrichen. Der nächste Versuch dauert nun eine Saison länger. Was bleibt, ist eine Konstellation, die viel über die Strukturen des Frauenfußballs erzählt. Dortmund, ein Klub mit Strahlkraft, Infrastruktur und ausgesprochener Marschrichtung, hängt im Aufstiegsrennen am 2:0 einer Reservemannschaft auf einem anderen Platz. Eine Nationalspielerin mit dieser Vita ordnet ihre nächsten Monate dem Projekt eines Vereins unter, der erst noch dahin will, wo sie herkommt. Das ist nicht romantisch, das ist schlicht die Lage. Und es zeigt, wie viel ein einzelner Name verschieben kann, wenn er bereit ist, sich verschieben zu lassen. Sportlich beginnt für Popp damit eine ungewohnte Saison. Gegner, die sie nie gespielt hat, Plätze, auf denen sie nie stand, eine Liga, in die ihr bisheriger Lebenslauf nicht passt. Genau deshalb wird man hinsehen. Ob die Frequenz von 67 Länderspieltoren in der Regionalliga West eine Entsprechung findet, ist die kleinere Frage. Die größere lautet, ob aus einer Herzensentscheidung im zweiten Anlauf der Aufstieg wird, den der BVB am Sonntag verpasst hat. Popp hat sich für den langen Weg entschieden. Er ist gerade noch ein Stück länger geworden.

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