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·6 juin 2026

Ballack glaubt an Deutschland aber nennt klare Schwachstellen

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Michael Ballack traut der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 den Titel zu, spart dabei jedoch nicht mit Kritik. Der 99-malige Nationalspieler sieht klare Baustellen im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann und nennt Frankreich als heißesten Anwärter auf den Turniersieg.

Kein Top-Favorit aber auch nicht chancenlos

Wie die Sport Bild berichtet, äußerte sich Ballack ausführlich zur Lage der DFB-Elf. Auf die Frage nach einem deutschen Titelgewinn antwortete der frühere Capitano: „Ja, natürlich. Aber wir haben einige Herausforderungen." Deutschland zähle derzeit nicht zu den absoluten Topfavoriten, weil keine eingespielte Mannschaft mit sechs, sieben, acht unantastbaren Spielern vorhanden sei.


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Chancenlos sei die Auswahl aber keineswegs. Entscheidend werde laut Ballack sein, was Nagelsmann aus dem vorhandenen Kader herausholen könne. Dabei zog der 49-Jährige den Vergleich zur WM 2002, als Deutschland mit einer formidabel geführten, aber nicht überragend besetzten Mannschaft bis ins Finale vorstieß. Damals habe in Deutschland keiner einen Cent auf das Team gesetzt, und dennoch habe Rudi Völler das Optimum herausgeholt.

Konkret benannte Ballack mehrere Baustellen. Kai Havertz löse nach langer Verletzungspause das Problem auf der Mittelstürmerposition, weil Nick Woltemade bei Newcastle United zuletzt nicht mehr gesetzt gewesen sei. Jamal Musiala sei zwar ein Weltklassespieler, befinde sich nach seiner Verletzung aber noch nicht in Topform. Auf den Außenverteidigerpositionen sieht Ballack „Luft nach oben" und betonte zugleich die Bedeutung von Joshua Kimmich hinten rechts. Auch Nagelsmanns Führungsstil ließ er nicht unkommentiert: Der Bundestrainer erkläre zu viel, womit Ballack eine subtile, aber unmissverständliche Kritik äußerte.

Neuer-Reaktivierung und Frankreich als Maßstab

Für Gesprächsstoff sorgte auch Ballacks Einschätzung zur Torwartfrage. Grundsätzlich unterstütze er Nagelsmanns Entscheidung, mit Manuel Neuer als Nummer eins in die WM zu gehen. Die Kommunikation rund um die Reaktivierung des 40-Jährigen, der nach der EM 2024 seinen Rücktritt erklärt hatte, sei jedoch nicht optimal verlaufen. Neuer selbst trage eine Mitschuld an dem Bild, das dabei nach außen entstanden sei.

Als Maßstab für alle WM-Teilnehmer sieht Ballack Frankreich. Dessen Kader verfüge über eine unglaublich hohe Qualität und mache die Équipe Tricolore zum heißesten Anwärter auf den Titel. Ob Deutschland im möglichen Achtelfinale gegen Les Bleus bestehen kann, bleibt eine der spannendsten Fragen des Turniers.

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