Bayern brillieren im Bernabéu: Das macht Mut fürs Rückspiel | OneFootball

Bayern brillieren im Bernabéu: Das macht Mut fürs Rückspiel | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: FC Bayern München

FC Bayern München

·8 avril 2026

Bayern brillieren im Bernabéu: Das macht Mut fürs Rückspiel

Image de l'article :Bayern brillieren im Bernabéu: Das macht Mut fürs Rückspiel

An diesem Wort kam man in der Vorberichterstattung vor diesem europaweit mit Spannung erwarteten Champions League-Viertelfinale nicht vorbei: Crunch Time. Egal wo über das Kracherduell zwischen dem FC Bayern und Real Madrid berichtet wurde – ob in Online-Medien, in Podcasts oder in Zeitungen –, überall fiel diese Bezeichnung. Nun geht es eben in die entscheidende Phase der Saison, in die großen Spiele - und in die größten überhaupt. Bayern vs. Real ist eines dieser legendären Duelle, keine Paarung gab es in den europäischen Wettbewerben öfter, kein Team konnte mehr Spiele in der Königsklasse gewinnen als die beiden und keine Mannschaft stand häufiger im Viertelfinale. 

Darum hatten die Münchner die klassisch in weiß gehaltene Gästekabine im Bernabéu mit Postern der Spieler und Crunch Time-Schriftzügen aufgehübscht, denn jetzt wurde es ernst! Die Crunch Time für den FC Bayern in dieser Saison began im legendären Bernabéu – und wie! Kein Bayern-Fan wird dieses Hinspiel in der Runde der letzten Acht so schnell vergessen, zu viele denkwürdige Geschichten hatte es parat. 


Vidéos OneFootball


Es war das bestimmende Thema vor dem Anpfiff gewesen: Was macht das Sprunggelenk der (Bayern-)Nation? Die Antwort war: Ihm ging es besser, Harry Kane konnte von Beginn an spielen. Allgemein strahlte die Anfangself der Bayern Stärke aus, die großen Namen standen für Selbstvertrauen. Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Michael Olise & Co. gingen mit breiter Brust die Mammutaufgabe Bernabéu an. Jamal Musiala, Alphonso Davies & Co. starteten zunächst von der Bank. Nach neun sieglosen Spielen gegen die Königlichen sollte wieder ein Sieg her.

„Es ist ein Topspiel. Natürlich haben wir vollen Respekt für Real, aber wir haben unglaublich viel Glauben und das Vertrauen ins uns selbst. Wir wollen weiterkommen. Man muss immer den Gedanken haben, was man schaffen kann“, sagte Cheftrainer Vincent Kompany vor Anpfiff. Der Belgier bestritt sein 100. Pflichtspiel als Coach des FC Bayern. Seine Bilanz nach dem Gastspiel in Madrid: 76 Siege, 13 Unentschieden, 11 Niederlagen - was für eine Statistik! Den Glauben an sein Team, den Kompany vor dem Anpfiff ausstrahlte, sah man dann in den 90 Minuten auch auf dem Platz.

Die Münchner kamen aus den Startlöchern wie Alphonso Davies und Kylian Mbappé in einem Sprintduell in Hochgeschwindigkeit. Die Münchner agierten mit breiter Brust, hatten nach zehn Minuten eine sensationelle Quote von 100 Prozent erfolgreichen Dribblings und 4:0 Schüsse. Ein Freistoß von Michael Olise wurde noch abgefälscht (7. Minute), dann hatte Verteidiger Dayot Upamecano eine Großchance, bei der die frühe Bayern-Führung hätte fallen müssen. In der neunten Minute legte Harry Kane per Kopf quer auf den Franzosen, der aus wenigen Metern völlig frei den Ball leider nicht richtig traf. Es blieb zunächst beim 0:0 – da Upamecano auf der Gegenseite das erste Mal herausragend gegen Reals Vinicius Junior verteidigte (3.). Es sollte der erste von zahlreichen Zweikämpfen auf höchstem Weltklasse-Niveau sein. 

Was dann folgte, war eine Demonstration der Stärke des FC Bayern. Die Münchner hatten bis zur Halbzeit 3:1 Großchancen im Vergleich mit den Hausherren, 59 Prozent Ballbesitz und 125:40 Pässe im Angriffsdrittel. Oder kurz gesagt: Die Kompany-Elf brillierte mit spielerischer Klasse im Kollektiv und mit individueller Qualität durch herausragende Einzelspieler wie Michael Olise oder Manuel Neuer. Was man aber nicht vergessen darf: Auch die Madrilenen hatten ihre Chancen, bis zur Pause hatte Real einmal mehr aufs Tor geschossen als die Bayern (9:8). Die Münchner verzeichneten viele Abschlüsse - zum Beispiel stand Serge Gnabry nach einem Fehlpass plötzlich frei vor Real-Keeper Lunin (28. Minute), war jedoch zu überrascht. Auf der Gegenseite parierte Neuer zweimal stark gegen Mbappé (16./29.).

Dann ging ein Urschrei durch das imposante Runde des Bernabéu – ausgehend vom lauten Auswärtsblock der Bayern. Luis Díaz hatte zur überfälligen Gästeführung getroffen (41.)! Harry Kane, der nach seiner Genesung langsam ins Spiel fand, dann aber einen maßgeblichen Anteil hatte, bediente Gnabry, der einen perfekten Steilpass auf den Kolumbianer spielte. Lucho blieb vor Lunin cool und traf eiskalt mit rechts ins rechte Eck. Gnabry steht damit bereits bei fünf Assists in dieser Königsklassen-Saison, Díaz bei fünf Treffern. In seinen drei Spielzeiten in Liverpool kam er zusammengerechnet nur auf einen Treffer mehr (Sechs Tore in 19 Einsätzen).

Ähnliches Bild in Halbzeit zwei

Nach der rauschenden ersten Halbzeit und dem erlösenden Führungstreffer hatte Abschnitt zwei direkt eine neue Pointe parat. Die Königlichen hatten sich in der Pause viel vorgenommen, wollten zurückschlagen wie ein Boxer, der bereits eine Faust einstecken musste, doch es kam komplett anders. Aleksandar Pavlović gelang ein überragender Ballgewinn im Mittelfeld, die Kugel kam zu Olise, der Harry Kane im Rückraum bediente. Dann stand es nach lediglich 20 Sekunden in Halbzeit zwei 2:0 für die Bayern (46.)! Der Engländer hatte per platziertem Rechtsschuss getroffen, es war bereits sein elftes Königsklassen-Tor in der laufenden Saison. Seit seinem Wechsel nach München im Jahr 2023 schoss Kane in 35 Champions League-Spielen 30 Tore, mehr als jeder andere Spieler in diesem Zeitraum. Er ist zudem der erst dritte Spieler, der die 30-Tore-Marke in diesem Wettbewerb für den FC Bayern erreicht, nach Thomas Müller (57) und Robert Lewandowski (69). Sprunggelenks-Prombleme adé, der Torjäger schien beim Jubel ins Bernabéu zu brüllen: Crunch Time, here we come!

Michael Olise, der aus einem famosen FCB-Kollektiv wieder einmal mit seinem Antrieb, seiner Ballbehandlung und seiner Ballsicherheit herausstach, gelang vor dem 2:0 sein sechster CL-Assist in der laufenden Saison – das ist nun alleiniger Bestwert im Wettbewerb vor Achraf Hakimi (PSG) und Serge Gnabry (je fünf) und eingestellter Vereinsrekord von Leroy Sané 2021/22 und Hasan Salihamidžić 2001/02.

Mit dem 2:0 im Rücken fuhren die Münchner die nächsten Angriffswellen, man hatte das Gefühl, dass die Bayern die Madrilenen an diesem Tag überrollen konnten. Olise (56.) oder Luis Díaz (65.) hatten weitere Möglichkeiten zum 3:0, um nur zwei wenige zu nennen. Aber langsam entwickelte sich wieder ein ähnliches Bild wie in Halbzeit eins, Real blieb bei Kontern brandgefährlich, Dayot Upamecano, Jonathan Tah, Josip Stanišić & Co. mussten sich in zahlreiche Zweikämpfe schmeißen. Nach einem Stockfehler Upamecanos lief Vinicius frei auf Manuel Neuer zu, umkurvte den fünfmaligen Welttorhüter und schoss – doch Neuer bekam gerade noch die Fußspitze an den Ball (61.)! So viel zur Wahnsinnsparade Nummer eins, vier Minuten später folgte der nächste Weltklasse-Reflex: Dieses Mal prüfte Mbappé den besten Torhüter aller Zeiten, doch Neuer bekam beim Rechtsschuss des Franzosen noch die Hand an den Ball.  

Nach Spielschluss wurde Neuer hochverdient für diese Galavorstellung zum Man of the Match gekürt. „Manu ist dafür auserwählt“, sagte Kompany. „Er zeigt es seit so vielen Jahren und hat eine tolle Leistung hingelegt. Es gibt nicht viele Torhüter, die dazu in der Lage sind. Ich bin jeden Tag begeistert von seiner Arbeit. Er ist einer der besten Torhüter aller Zeiten.“ Der Spieler des Tages fasste die Partie nach aufregenden 94 Minuten treffend zusammen: „Schade, dass es kein 2:0 geworden ist. Man weiß, wie gefährlich Real Madrid ist. Sie hatten auch einige Chancen, haben einiges liegen gelassen. Deswegen sind wir erstmal froh über den Sieg hier auswärts“, so Neuer. „Es sind mit die besten Spieler der Welt, sie haben sehr viel Geschwindigkeit, sind gut im Dribbling, haben starke Abschlüsse – das ist sehr schwierig zu verteidigen. Wenn wir eng zusammenstehen, ist es einfacher. Im Eins-gegen-Eins, wenn sie Raum haben, ist es aber sehr hart. Es ist alles möglich.“

Real kommt nochmal auf

Nach 74 Minuten war dann jedoch auch der GOATkeeper machtlos. Nach einer scharfen Hereingabe von rechts schloss Mbappé am langen Pfosten ab, Neuer parierte erst mit Reflex Nummer drei, lenkte den Ball so an die Latte – doch von dort sprang er ins Tor. Real konnte verkürzen, Hala Madrid hallte durchs Stadion, die Fans waren auf einmal da. Beim einen oder anderen kamen vielleicht Erinnerungen an das bittere Last-Minute-Aus in Madrid im Halbfinale 2024 auf und man dachte: Bitte, bitte nicht wieder solch ein Drama wie vor zwei Jahren. Aber dieses Mal brachten die Münchner den 2:1-Auswärtssieg über die Zeit und hatten selbst – auch durch frische Kräfte wie die eingewechselten Jamal Musiala und Alphonso Davies (69.) – noch weitere Chancen.

Dieses Spiel hätte gut und gerne auch 4:4, 2:2 oder 3:1 für den FC Bayern ausgehen können, doch am Ende stand ein herausragender Auswärtssieg im Bernabéu für die aufopferungsvoll kämpfenden und spielerisch glänzenden Bayern. 40 Torschüsse sahen die Zuschauer bei diesem denkwürdigen Spektakel und beide Teams gaben jeweils genau 20 Schüsse ab. Solch eine Anzahl beider Teams gab es in der K.o.-Phase der Champions League zuletzt im Viertelfinal-Rückspiel 2017 zwischen Real (30) und Bayern (20), welches Real mit 4:2 zu Hause gewann. Dieses Mal kam es glücklicherweise anders. 

Im eingangs erwähnten ewigen Duell mit den Madrilenen im Europapokal, dem europäischen Clásico, setzten die Münchner am Dienstag die nächste Duftmarke: Die Bayern sind nun der erste Verein, dem drei Auswärtssiege in der Champions League bei Real Madrid gelangen. Außerdem beendeten Joshua Kimmich & Co. die Sieglosserie von neun Spielen gegen Real - und feierten zudem den ersten Auswärtssieg gegen Real im Bernabéu seit Mai 2001 (1:0 im Halbfinal-Hinspiel). Diese Mutmacher fürs Rückspiel sollen erst der Anfang sein in der Crunch Time dieser Saison, damit diese am Ende eine titelreiche wird.

Fokus aufs Rückspiel in der Allianz Arena

„Wir haben großen Respekt und werden den auch in München zeigen. Wir wissen, was das für eine Mannschaft ist und was es für Spieler sind. Egal wie das Ergebnis ist, ich werde es in den Köpfen wieder auf null setzen. Wir wollen das Spiel zu Hause gewinnen“, sagte Kompany mit Blick aufs Rückspiel. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Aber ich weiß, dass es nicht vorbei ist. Wir werden nochmal eine gute Leistung brauchen.“ Ähnlich sah es Sportvorstand Max Eberl: „Wir haben auswärts im Bernabéu gewonnen, das schaffen nicht so viele. Das, was wir uns über die Saison hinweg erarbeitet haben, haben wir heute gezeigt – dass wir mutig, aktiv waren und nach vorne verteidigt haben. Dass du gegen so eine Weltklasse-Mannschaft auch die eine oder andere Chance zu lässt, ist klar. Im Rückspiel müssen wir genauso achtsam, genauso mutig im Ballbesitz sein. Dann spielen wir mit unseren Fans im Rücken und können die Aufgabe lösen.“ Auch nach dem Rückspiel gegen Real am kommenden Mittwoch (15. April) in der Allianz Arena soll der Traum vom Champions League-Titel weiterleben. 

Die Stimmen zur Partie bei Real Madrid:

À propos de Publisher