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·8 mai 2026
Bayern und die Champions League: Der Jackpot der Streamer

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·8 mai 2026

2,3 Millionen bei DAZN, über fünf Millionen Haushalte bei Prime Video: Die Champions-League-Partien des FC Bayern bescheren den Streamern Bestmarken.
Die Rechnung geht auf, nur nicht für die Münchner. Während der FC Bayern am Mittwochabend im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain beim 1:1 das Ende aller Triple-Träume verarbeiten musste, saßen die Gewinner des Abends in den Zentralen zweier Streaminganbieter. DAZN meldete eine Nettoreichweite von knapp 2,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in Deutschland, ein Bestwert für den Dienst in der Königsklasse. Die Zahl stützt sich auf interne Daten und eigene Berechnungen des Unternehmens, bekanntgegeben am Donnerstag.
Bemerkenswert ist nicht allein der Einzelwert, sondern die Serie dahinter. Schon das Viertelfinal-Rückspiel der Bayern gegen Real Madrid beim 4:3 hatte bei DAZN die Marke von zwei Millionen Fans klar übertroffen. Und Prime Video, der zweite deutsche Rechtehalter im Dienstagspaket, verbuchte vor dem Rückspiel mit dem Hinspiel in Paris einen eigenen Rekord: Mehr als fünf Millionen Haushalte verfolgten die 4:5-Niederlage der Münchner, so viele wie nie zuvor bei einem Sport-Event auf der Plattform. Hochgerechnet auf die durchschnittliche Zuschauerzahl pro Haushalt ergibt das über acht Millionen Fans, die live dabei waren. Zwei Plattformen, zwei Bestmarken, innerhalb einer Woche.
Wer diese Zahlen nebeneinanderlegt, sieht die Verschiebung, die der deutsche Fußballmarkt in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Die Königsklasse, einst Pflichtprogramm im frei empfangbaren Fernsehen, ist heute Zugpferd für kostenpflichtige Abonnements. Und sie funktioniert als solches offenkundig besser denn je, wenn ein deutscher Klub in der K.-o.-Phase steht und die Dramaturgie liefert, die Bayern gegen Real und Bayern gegen PSG zuletzt geboten haben. Neun Tore im Hinspiel in Paris, ein Rückspiel, das bis zum Schluss offen blieb: Das ist die Ware, für die Haushalte bereit sind, Zugänge zu buchen.
Für die Anbieter ist das die Bestätigung einer Strategie, die vor wenigen Jahren noch als Wette galt. Streaming galt lange als Ergänzung, als Zweitverwertung, bestenfalls als Nische für jüngere Zielgruppen. Zwei Millionen bei DAZN, fünf Millionen Haushalte bei Prime Video – das sind Größenordnungen, die sich an traditionellen Reichweiten messen lassen. Der ökonomische Wert der Champions League bemisst sich nicht mehr daran, ob sie Streamingplattformen tragen kann, sondern daran, wie viel von diesem Wert die Rechtehalter an die Klubs zurückspielen.







































