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·26 avril 2026

Chelsea-Chaos: Was die Blues im Sommer verändern müssen

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Beim FC Chelsea geht es mal wieder drunter und drüber. Im Sommer muss sich bei den Londonern so einiges verändern.

Es war letztendlich unvermeidbar. Nach fünf Niederlagen ohne eigenes Tor in der Premier League setzte der FC Chelsea Trainer Liam Rosenior vor die Tür, der erst im Januar den Posten von Enzo Maresca übernommen hatte. Seit der Übernahme durch das BlueCo-Konsortium um Todd Boehly vor fast vier Jahren laufen die Blues ihren eigenen Ansprüchen hinterher und stehen nun vor einem entscheidenden Sommer.


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Für den Rest der laufenden Saison ist das Motto unter Interimstrainer Calum MacFarlane Schadensbegrenzung. Am Sonntag trifft Chelsea im Halbfinale des FA Cups auf Ligarivale Leeds und ist dort zum Siegen verdammt. Ein Pokalfinale oder gar der Titel würden über eine schwache Saison hinwegtrösten. Denn in der Premier League droht Chelsea längst nicht mehr nur, die Qualifikation für die Champions League zu verpassen, derzeit würde man als Tabellenachter gar nicht international auflaufen.

Chelsea: Der nächste Trainer muss sitzen – und die Führung Geduld zeigen

Graham Potter, Frank Lampard, Mauricio Pochettino, Enzo Maresca, Liam Rosenior – so lautet die verheerende Trainerbilanz bei Chelsea seit der umstrittenen Entlassung von Thomas Tuchel im September 2022. Was alle Coaches eint? Bis auf Maresca, der immerhin anderthalb Jahre wirken durfte, konnte keiner der Genannten den kurzen Geduldsfaden der Klubbosse vom Reißen abhalten.

Die ständigen Wechsel auf der Trainerbank verhinderten die nachhaltige Entwicklung einer Spielidee, anhand derer der Kader der Blues aufgebaut werden kann. Teure Transfers wurden dem aktuellen Trainer stets zugestanden, Zeit und Ruhe, sein Spielsystem zu etablieren, dagegen nicht.

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Foto: Getty Images

Dementsprechend ernüchternd fällt auch der Blick auf die Abschlussplatzierungen der letzten Jahre aus. Die Saison 2022/2023 (Trainer: Tuchel, Potter, Lampard) endete auf einem desolaten zwölften Rang. Pochettino wurde 2023/2024 nach Platz sechs vor die Tür gesetzt, Maresca führte die Blues als Vierter zurück in die Champions League und gewann zumindest souverän die Conference League. Vom Titelkampf war der sechsmalige Meister jedoch weit entfernt.

Die Entlassung von Maresca resultierte aus einer Schwächephase um den Jahreswechsel, als die Blues nur zwei von acht Spielen gewinnen konnten. Dennoch kam die Trennung überraschend, weil die Beobachter unter dem Italiener erstmals in der Boehly-Ära das Gefühl hatten, dass mit einem Konzept etwas aufgebaut wird. Durch den Rauswurf Marescas und das krachende Scheitern von Nachfolger Rosenior, stehen die Chelsea-Bosse enorm unter Druck. Hält auch der nächste Coach nur wenige Monate durch, droht der langfristige Absturz ins Mittelfeld der Premier League.

Verwässerter XXL-Kader: Blues müssen aussortieren

Nicht nur auf dem Trainer-, auch auf dem Transfermarkt agierte Chelsea seit dem Boehly-Einstieg planlos. Es wirkte bisweilen so, als hätten die Blues einfach jeden jungen Spieler eingetütet, der verfügbar war. Wer keine Perspektive hatte, wurde entweder verliehen (etwa an Schwesterverein Strasbourg) oder schmorte so lange auf der Bank oder Tribüne, bis sich ein anderer Klub „erbarmte“, Chelsea den Spieler von der Gehaltsliste zu nehmen.

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Foto: Getty Images

Mit Spielern wie Cole Palmer, Enzo Fernandez, Moises Caicedo und Joao Pedro landeten die Londoner zwar einige Volltreffer, die derzeit das Gerüst des Teams bilden. Daneben steht im Kader der Blues allerdings zu viel Durchschnitt, allen voran in der Defensive. Gemeinsam mit dem neuen Trainer muss im Sommer daher ein klarer Cut bei der Kaderplanung her.

Ladenhüter verkaufen, die oft kritisierte „Loan Army“ reduzieren und den vielversprechenden Kern des Kaders punktuell mit einem Mix aus Soforthilfen und Perspektivspielern ergänzen. Ein Blick gen Norden könnte dabei helfen: Denn genau so hat Stadtrivale Arsenal in den letzten Jahren die Rückkehr in die Spitzengruppe der Premier League geschafft.

Schluss mit dem Vertrags-Irrsinn

Daran anknüpfend sollte Chelsea sich von einer Gewohnheit verabschieden, die dem Verein bisher nur schadet. Die Blues tendieren seit geraumer Zeit dazu, Spieler und Trainer mit irrsinnig langen Verträgen auszustatten. Schlägt ein Spieler ein, darf man sich freuen, diesen Akteur so lange an den Verein gebunden zu haben, schließlich lässt ein langer Vertrag den Preis in die Höhe schießen.

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Foto: Getty Images

Geht es allerdings schief und der Neuzugang entpuppt sich als Flop, wird es umso schwerer einen Abnehmer zu finden, der sowohl einen angemessen Betrag auf den Tisch legt, als auch das in der Regel fürstliche Salär zu übernehmen. Oftmals bleibt Chelsea nichts anderes übrig, als den Vertrag aufzulösen. So geschehen etwa bei Ex-Trainer Rosenior, der rund 25 Millionen Euro an Ablöse erhält.

Chelsea: Der Fisch stinkt vom Kopf

Beim FC Chelsea muss sich vieles ändern, wenn aus den Blues in absehbarer Zeit wieder ein ernstzunehmender Titelkandidat in der Premier League werden soll. Wie so oft, stinkt auch an der Stamford Bridge der Fisch vom Kopf. Der Führungsetage fehlt es schlichtweg an Fußballkompetenz. Boehly und co. haben seit der Übernahme durch BlueCo Vorgehen im Klub etabliert, die Chelsea in der Trainerfrage, bei der Kaderplanung und der Vertragsgestaltung in tiefes Chaos gestürzt haben.

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