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·27 mai 2026

"Das macht mir Angst, was gerade passiert": Wird die Meisterparty zur Trauerfeier?

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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Am 28. Mai 1966, also morgen vor genau 60 Jahren, feierte der TSV 1860 München seinen größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Doch es wirkt beinahe so, als würde dieser historische Triumph den gesamten Klub seit Jahrzehnten lähmen. Nie wieder konnten die Löwen auch nur ansatzweise an diese Zeiten anknüpfen. Zwar gab es zwischen 1992 und 2004 ein Zwischenhoch mit dem Durchmarsch von der Bayernliga bis in die Bundesliga, doch danach ging es wieder steil bergab.


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Und ausgerechnet in die Feierlichkeiten zum runden Meisterjubiläum platzt nun die nächste Existenzangst: Dem TSV 1860 droht erneut der Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern. Vieles erinnert an 2017. Diesmal fehlen keine elf Millionen Euro, sondern „nur“ 2,7 Millionen Euro, nachdem Hasan Ismaik in der vergangenen Woche einen Kredit gekündigt hat.

Und wieder wird versucht, Ismaik den schwarzen Peter zuzuschieben. Dabei wirken die Forderungen, die Hasan Ismaik stellt und die der „SZ“ vorliegen, durchaus vernünftig – und alles andere als auf Krawall gebürstet: „Ordnungsgemäße Finanzberichterstattung und Aufbau eines Compliance- und Finanzberichterstattungssystems bis zum 30. September 2026“; „Beauftragung eines neutralen externen Finanzexperten bis zum 30. Juni 2026“; „Ausgabebeschränkungen zur Gewährleistung einer strikten Zweckbindung neuer Mittel“; „strikte Einhaltung des genehmigten Budgets“; „Verzicht auf Herabwürdigung“; „Umstrukturierung der KGaA bis zum 31. Oktober 2026 auf Grundlage eines vereinbarten Umstrukturierungsplans, der bis zum 30. Juni 2026 fertiggestellt werden soll.“

Lediglich beim siebten Punkt kann man diskutieren – dabei geht es laut “SZ” um die sogenannte „Exit-Unterstützung“. Dort heißt es: „Der ordnungsgemäßen Abwicklung halber bestätigen die Parteien in Textform, dass das Vorkaufsrecht bereits ordnungsgemäß ausgeübt und abgewickelt wurde, sodass für Transaktionen, die innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten ab dem Datum der Unterzeichnung eines endgültigen Vertrags durchgeführt werden, kein weiteres Vorkaufsrechtsverfahren erforderlich ist.“

Wenn das tatsächlich der einzige Punkt ist, der dem e.V. möglicherweise missfällt – und man stattdessen lieber den Klub sehenden Auges in die Regionalliga stürzt –, dann ist den Beteiligten nicht mehr zu helfen. „Was gerade passiert, macht mir Angst“, sagt Vereinsikone Fredi Heiß gegenüber db24. Noch bleibe Zeit, die Löwen zu retten: „Ich habe immer gesagt: Ohne einen Investor hat 1860 keine Überlebenschance. Ich warte bis heute auf eine Antwort des Verwaltungsrats, wie sie es ohne einen Investor machen wollen. Und es scheint so, dass sie von ihrer Meinung ‚Hauptsache dagegen‘ nicht abweichen.“

Deshalb fährt Heiß auch nicht gerade voller Vorfreude zum 60-jährigen Meisterjubiläum am Donnerstagabend in den Pschorr am Viktualienmarkt: „Das ist alles nicht mehr lustig, auf so eine Veranstaltung zu gehen mit solchen Voraussetzungen. Das ist nahezu absurd.“

Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik selbst will übrigens weiterhin keine Interviews geben - und Facebook-Posts verfasst er sowieso nicht mehr. Der „SZ“ schrieb er lediglich: „Thank you for your message. Mr. Herbert is responsible for any answers regarding the club.“ Gemeint ist Herbert Bergmaier, der von Ismaik eingesetzte Aufsichtsratsvorsitzende und frühere Pro1860-Chef.

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