Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid | OneFootball

Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: Miasanrot

Miasanrot

·9 avril 2026

Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid

Image de l'article :Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid

Der FC Bayern verschafft sich in Madrid eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in der Champions League. Miasanrot hat ein paar bemerkenswerte Daten zum Hinspiel gesammelt.

Die beiden wichtigsten Zahlen standen am Dienstagabend auf der Anzeigetafel des Bernabéu – oder besser: auf dem Anzeigering. Mit 2:1 hat der FC Bayern München auswärts bei Real Madrid gewonnen.


Vidéos OneFootball


Ein Ergebnis das auch in Zeiten der abgeschafften Auswärtstorregelung in der Champions League großen Wert hat. Es war ein Spiel voller Highlights. Beide Teams schossen jeweils 20-mal in Richtung gegnerisches Tor, beide Teams erspielten sich einige hochkarätige Chancen.

  1. Werbung: Bis zu 50 Prozent Rabatt auf Trikots des FC Bayern bei Kitbag! (Affiliate-Link)
  2. Werbung: Das WM-Trikot der Nationalmannschaft – jetzt im offiziellen DFB-Fanshop! (Affiliate-Link)

Miasanrot hat sich die Daten verschiedener Statistikportale nochmal genauer angesehen und dabei die beeindruckendsten und wichtigsten Zahlen aufs virtuelle Blogpapier gebracht.

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

  1. FC Bayern gewinnt in Madrid: Das fiel auf
  2. Friedhof-Stimmung und Torhymnen-Trauma! Madrid aus der Perspektive eines Bayern-Fans
  3. Realtalk! Vintage-Neuer und Kimmichs Klasse – unser Podcast zum Madrid-Gipfel

FC Bayern hätte mit seinen Chancen sechs von zehn Duellen gegen Madrid gewonnen

Starten wir mit den wichtigsten Teamstatistiken. Je nach Modell lagen die Bayern mal mehr, mal etwas weniger deutlich vorn, was den Expected-Goals-Wert (Was sind Expected Goals?) betrifft. SofaScore hatte ein 2,92 zu 2,2 für die Münchner, Wyscout liegt bei 2,66 zu 2,37 und BetweenThePosts hat sogar ein 3,25 zu 2,2 für den FCB gesehen.

Auch der „xG-Plot“ ist interessant, unterstreicht er doch zwei wesentliche Erkenntnisse für die Münchner:

  • Rund 60 Minuten lang hatte man Real Madrid mit seiner Superoffensive so gut im Griff, wie man sie im Bernabéu eben im Griff haben konnte.
  • In der Schlussphase drückte Real auf die zwei Tore, erzielte aber nur eines und kam danach nicht mehr extrem gefährlich vor das Bayern-Tor. Die oft erdrückend schweren Schlussminuten einer Partie im Bernabéu überstanden die Münchner mit Bravour – und sogar mit eigenen Chancen auf das dritte Tor.
Image de l'article :Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid

xG-Plot Real Madrid vs. FC Bayern (BetweenThePosts)

Ebenfalls bemerkenswert: Das Modell von BetweenThePosts errechnet eine Siegwahrscheinlichkeit von 61 Prozent für den FC Bayern anhand der Chancenqualität beider Mannschaften. Bedeutet: Laut dieser Berechnung würden die Münchner bei diesem Spielverlauf rund sechs aus zehn Duellen gewinnen. Kein Fakt, aber eine nette Spielerei. Auch wenn Fußball dynamischer ist als solch mathematische Modelle.

Beide Teams mit überschaubaren Pressingerfolgen

Ebenfalls spannend ist der Blick auf das Pressingverhalten beider Mannschaften. Madrid startete in einem tiefen Block, traute sich im Verlauf der Partie aber etwas weiter nach vorn und lief auch mal hoch an. Bei den Bayern war es in einigen Phasen ein sehr hohes Pressing. Als sich Madrid daraus ein paar Mal lösen konnte, waren sie dazu gezwungen, tiefer zu verteidigen.

Insgesamt gab es laut Wyscout 33 hohe Ballgewinne in dieser Partie – also im jeweiligen Angriffsdrittel der pressenden Mannschaften. 18 davon verbuchten die Bayern, 15 verbuchte Real Madrid. Jeweils gute Werte auf diesem Niveau.

Bei den „Passes per Defensive Action“ (PPDA) haben die Münchner mit 13,22 einen etwas geringeren Wert als Madrid (14,65). Der Wert gibt an, wie viele Pässe man dem Gegner durchschnittlich in dessen ersten 60 Prozent des Spielfelds erlaubt, ehe eine Defensivaktion erfolgt. Ein geringer Wert deutet auf aggressives und hohes Pressing hin, ein hoher Wert auf tieferes und/oder passiveres Pressing.

Image de l'article :Das Monster menschelt kurz – liefert aber ab: Die Daten zum 2:1 des FC Bayern in Madrid

Der Verlauf der PPDA des FC Bayern in Madrid in 15-minütigen Schritten. (via Wyscout)

Bayerns Saisondurchschnitt liegt bei um die zehn. Der Bayern-Verlauf zeigt, dass es nur selten extreme Druckphasen gab. Diese kennzeichnen sich meist durch Zahlen im Bereich zwischen vier und acht. Man hatte seine Pressingerfolge in Madrid – woraus beispielsweise auch die gute Chance von Serge Gnabry in der ersten Halbzeit entstand. Aber insgesamt hatte das Heimteam ordentliche Lösungen gegen das Münchner Pressing.

FC Bayern siegreich in Madrid: Unsere Analyse im Podcast

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Miasanrot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Bayerns Passspiel so präzise wie selten?

Eine weitere bemerkenswerte Statistik ist so simpel wie gut: Die Bayern hatten laut Wyscout eine Passquote von 90,85 Prozent. Da der Saisonschnitt bei 89,7 Prozent liegt, mag das erstmal wenig außergewöhnlich daherkommen. Doch gerade bei den Vorwärtspässen haben die Münchner einen ihrer besten Saisonwerte in der Champions League hingelegt: rund 86 Prozent dieser Pässe kamen an.

Vorwärtspässe sind in der Definition nochmal etwas präziser als progressive Pässe. Letztere nehmen einen vertikalen Raumgewinn als Indiz – bedeutet, dass auch ein diagonaler Pass eines Innenverteidigers auf einen Außenverteidiger, den viele noch als Querpass bezeichnen würden, progressiv sein kann. Vorwärtspässe nutzen derweil stärker die Passrichtung und zählen nur die Zuspiele, die in einem 90-Grad-Winkel von Spielerposition zum gegnerischen Tor gespielt werden – also tatsächlich nach vorn.

139 solcher Pässe spielten die Bayern in Madrid, 120 kamen an. Zum Vergleich: In London kam man gegen Arsenal auf 105/133 (79 Prozent), in Paris auf 56/88 (64 Prozent), gegen Chelsea auf 128/159 (80 Prozent). Obwohl der deutsche Rekordmeister in Madrid den einen oder anderen zu einfachen Ballverlust hatte, zeigte er zugleich eine beeindruckende Präzision im Passspiel. Und das in einem Stadion, in dem selbst Topstars gern mal weiche Knie bekommen. Fast schon beängstigend, dass der Eindruck entstand, sie könnten es noch besser.

FC Bayern in Madrid: Beeindruckende Zahlen von Olise, Neuer, Kimmich und Co.

Abschließend lohnt auch noch ein Blick auf die individuellen Statistiken. Hier präsentierten sich einige Bayern-Stars auf absolutem Top-Niveau.

Der Zauberer: Michael Olise dribbelt Madrid schwindelig

Für das Spektakel sorgte Michael Olise. Der Franzose kam laut SofaScore auf sieben Dribblings, laut Wyscout sogar auf 14. Eine Diskrepanz, die vermutlich in der Definition begründet liegt. Wyscout hat drei Dribblings doppelt gewertet, weil Olise es dort gleich mit mehreren Spielern aufnimmt und jeder umdribbelte Spieler dabei als ein weiteres Dribbling zählt.

Miasanrot hat sich alle 14 Einträge bei Wyscout nochmal angesehen: Unabhängig von der konkreten Zahl ist es schlicht Weltklasse, wie der Rechtsaußen die Defensive von Real Madrid mehrfach auseinandergenommen hat. Zumal auch die Erfolgsquote von knapp 77 Prozent (Wyscout) seinen herausragenden Auftritt unterstreicht. Mit 82 Ballkontakten war er so involviert wie kein anderer Offensivspieler des FC Bayern. Aleksandar Pavlović kam als Sechser auf 88 Berührungen.

Der Hexer: Manuel Neuer schnappt sich die Man-of-the-Match-Trophäe

Und Olise wäre sicherlich ein Kandidat für die kleine Trophäe gewesen, die die UEFA dem Mann des Spiels immer verleiht. Doch mit Manuel Neuer war da ein Hexer auf dem Feld, der die Zauberkünste von Olise nochmal um ein My übertraf. Neun Paraden zeigte der einstige Welttorhüter laut SofaScore gegen die Königlichen. Die meisten in einem Bayern-Spiel seit November 2020 und die meisten in einem K.-o.-Spiel der Champions League seit April 2017 – damals waren es zehn. Ebenfalls gegen Real Madrid.

Der Gestalter: Joshua Kimmich hat die Fäden in der Hand

102 Ballkontakte hatte Joshua Kimmich in diesem Spiel und damit mehr als jeder andere auf dem Feld. Sein Einfluss aufs Offensivspiel war immens. Kimmich kam auf sechs Deep Completions – mit Abstand die meisten. Darunter wichtige Pässe, die die Chancen von Konrad Laimer und Dayot Upamecano in der Anfangsphase einleiteten. Deep Completions sind erfolgreiche Zuspiele in die Gefahrenzone mit einem Radius von 20 Metern zum gegnerischen Tor.

Laut WhoScored hatte Kimmich zudem 19 Aktionen, die sein Team in das letzte Drittel brachten (Saisonbestwert in der gesamten Champions League) – vermutlich sind damit auch Dribblings gemeint. Wyscout hat beispielsweise 14 Pässe ins Angriffsdrittel in seiner Datenbank – die meisten aller Bayern-Spieler. Außerdem war kein einziger Fehlpass ins Angriffsdrittel dabei.

Auch defensiv spielte Kimmich gut bis sehr gut. Hier und da war seine Positionierung nicht optimal, aber er gewann jeden seiner drei Bodenzweikämpfe und auch das einzige Kopfballduell. Zudem fing er vier Pässe ab.

Das Monster menschelt: Dayot Upamecano wackelt kurz, überragt aber dennoch

Einen kurzen Rückfall in alte Zeiten erlebte indes Upamecano. Der Franzose patzte schwer, köpfte einen Ball zu kurz und schickte Vinícius Júnior damit auf die Reise. Einige machten an dieser Szene den Knackpunkt des Spiels aus, obwohl Neuer die Chance sensationell vereitelte.

Allerdings waren die Königlichen auch vorher schon besser im Spiel. Und auch Upamecano zeigte abseits dieser Szene eine insgesamt starke Leistung. Zumal sein Job mit der schwerste auf dem ganzen Feld gewesen sein dürfte. Regelmäßig bekam er es mit Vinícius Júnior zu tun. Der Brasilianer kam hier und da auch mal an Upamecano vorbei, doch der Bayern-Star gewann zahlreiche seiner Zweikämpfe.

Wyscout listet neun Bodenzweikämpfe, von denen er sechs gewann. Einige Male stoppte er dabei Vinícius Júnior, indem er klug verzögerte und im richtigen Moment in den Zweikampf ging. Auch in der Luft war Upamecano nur schwer zu überwinden. Fünf seiner sieben Kopfballduelle entschied er für sich.

Ja, der zu kurze Kopfball macht seine Gesamtleistung etwas zunichte. Ja, wenn Real Madrid dort schon trifft, könnte die Szene zum noch größeren Knackpunkt werden. Aber was Upamecano darüber hinaus geleistet hat, verdient größte Anerkennung. Kein anderer Defensivspieler im Bayern-Team kommt nur ansatzweise an die Menge an Zweikämpfen und die Erfolgsquote heran. Zum Vergleich: Jonathan Tah führte fünf Bodenzweikämpfe und gewann nur zwei. In der Luft verlor er drei von vier.

Und auch im Aufbauspiel war Upamecano wieder sehr wichtig. 20 Vorwärtspässe spielte er – und alle kamen an. Es spricht für ihn, dass er nach seinem Fehler nicht komplett den Fokus verlor, wie es in der Vergangenheit oft der Fall war. Das Monster menschelte kurz, lieferte größtenteils trotzdem ab.

Wie sehr einzelne Situationen den Gesamteindruck blenden können, zeigten auch wir in der Miasanrot-Redaktion. Elf Leute stimmten bei ihm ab, sieben gaben ihm die Note vier, darunter auch der Autor dieses Artikels. Nur einer gab ihm die Note zwei und er wird es mir verzeihen, dass ich ihn leake: Andi, I wasn’t familiar with your game. Seinen Fehler so schwer zu gewichten, wenn er darüber hinaus derart überragend verteidigt und spielt, war rückblickend betrachtet nicht richtig.

Dank der Plattform Wyscout ist es möglich, sich jede einzelne Aktion eines Spielers nochmal anzusehen. Ohne Emotionen und nüchtern analysierend kann es nach Ansicht dieser Clips nur einen Schluss geben: Ohne Upamecano wäre diese schwere Aufgabe in Madrid nicht in dieser Form lösbar gewesen.

Der Rekordjäger: Harry Kane entert die Top-10 der ewigen Champions-League-Torjäger

Auch Harry Kane ist gewissermaßen ein Monster, wenn es um die schiere Urgewalt seiner Zahlen geht. In Madrid hatte der Engländer vor allem in der ersten Halbzeit noch ein paar Probleme. Seine zwei Verlagerungen kamen deutlich zu kurz, offensiv hatte er noch nicht so richtig Anbindung. Umso wichtiger war dann sein Tor zum 2:0 direkt nach der Pause.

Damit hat der Mittelstürmer jetzt die Top-10 der ewigen Champions-League-Torjägerliste erreicht. 51 Treffer erzielte er in der Königsklasse. Ruud van Nistelrooy (56) und Thomas Müller (57) dürften die nächsten Spieler sein, die er einkassiert. Erling Haaland (57) und Kylian Mbappé (69) sind noch aktiv. Die Top-5 bilden Raúl (71), Karim Benzema (90), Robert Lewandowski (109), Lionel Messi (129) und Cristiano Ronaldo (140).

Eine Erwähnung wert: Aleksandar Pavlović beißt sich ins Spiel

Wenn man über die Kontrolle spricht, die der FC Bayern in vielen Phasen des Spiels hatte, muss auch Aleksandar Pavlović erwähnt werden. Der 21-Jährige gab nach der Partie zu, dass er sehr unzufrieden mit seiner ersten Halbzeit war. Und tatsächlich kamen einige Pässe nicht so präzise, wie man es von ihm gewohnt ist.

Und trotzdem kamen seine 24 Vorwärtspässe laut Wyscout allesamt an, trotzdem spielte er zwölf Pässe ins Angriffsdrittel, wovon zehn ankamen. Trotzdem war er defensiv sehr wichtig, führte fünf Zweikämpfe am Boden, von denen er drei gewann und fing drei Pässe ab. Pavlović zeigte im Spielverlauf eine bemerkenswerte Leistungssteigerung, die sein Potential unterstreicht, bald auf das allerhöchste Niveau zu kommen.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können. Schon 2 Euro machen einen großen Unterschied.

Hier weiterlesen

MSR435: Realtalk! Vintage-Neuer und Kimmichs Klasse

Wunder vom Bernabéu: FC Bayern siegt in Madrid

FC Bayern vs. Real Madrid: Die Schlüsselduelle im Viertelfinal-Kracher

À propos de Publisher