feverpitch.de
·4 mars 2026
Der Fall Rüdiger zeigt: Großklubs genießen Sonderbehandlung beim VAR

In partnership with
Yahoo sportsfeverpitch.de
·4 mars 2026

Nach dem Derby gegen Getafe fordert ein Ex-Schiedsrichter eine VAR-Überprüfung der Rüdiger-Szene. Die ausbleibende Reaktion wirft Fragen zur Gleichbehandlung auf.
Diego Rico sagt, Antonio Rüdiger habe "versucht, ihm das Gesicht einzuschlagen". Das ist ein schwerer Vorwurf, den ich nicht einfach übergehen kann. Wenn ein Profifußballer nach einem Ligaspiel öffentlich behauptet, sein Gegenspieler habe ihn absichtlich mit dem Knie am Kopf getroffen, dann muss ich hinschauen. Nicht weil ich Rico automatisch glaube, sondern weil die Reaktion auf solche Vorwürfe viel über den Zustand des Profifußballs verrät und dringend Aufklärung verlangt.
Was wissen wir? Rico beschreibt eine Szene, in der Rüdiger ihn zunächst verbal bedrängt und dann im nächsten Spielzug gezielt attackiert haben soll. Der Getafe-Verteidiger konnte weiterspielen, spricht aber von purem Glück. Er behauptet, er selbst wäre für ein vergleichbares Vergehen zehn Spiele gesperrt worden. Ein ehemaliger Schiedsrichter, Alfonso Pérez Burrull, erklärte bei Radio Marca, die Szene hätte vom VAR überprüft werden müssen und Rüdiger hätte seiner Meinung nach vom Platz gestellt werden müssen.
Für Rüdiger blieb die Aktion ohne jede Konsequenz. Kein Platzverweis, keine nachträgliche Sperre, keine offizielle Untersuchung. Das ist der eigentliche Skandal, unabhängig davon, ob Ricos Darstellung in allen Details zutrifft.
Ich beobachte seit Jahren, wie unterschiedlich der Profifußball auf ähnliche Situationen reagiert. Wenn ein Spieler eines kleinen Klubs einen Star trifft, folgt die mediale Empörung auf dem Fuß. Wenn es umgekehrt läuft, herrscht oft Schweigen. Rico bringt diesen Verdacht auf den Punkt, auch wenn seine Behauptung zur Sperre spekulativ bleibt.
Der VAR wurde eingeführt, um genau solche Szenen zu klären. Wenn ein erfahrener Ex-Schiedsrichter öffentlich sagt, die Technologie hätte hier eingreifen müssen, dann stellt sich die Frage, warum das nicht geschehen ist. War es ein technisches Versäumnis? Eine Fehleinschätzung der Videoassistenten? Oder spielt der Name des Spielers und seines Vereins doch eine Rolle bei der Bewertung?
Real Madrid verlor dieses Derby gegen Getafe. Rüdiger feierte am Tag danach seinen 33. Geburtstag. Die sportliche Niederlage ist das eine. Die ausbleibende Aufarbeitung einer potenziell gefährlichen Aktion das andere.
Meine Hauptthese ist simpel: Der Profifußball hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn er bei prominenten Spielern großer Klubs beide Augen zudrückt. Rico mag übertreiben, er mag seine Sicht der Dinge dramatisieren. Aber wenn selbst Schiedsrichter-Experten eine VAR-Überprüfung für zwingend halten und nichts passiert, dann stimmt etwas nicht im System.









































