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·24 mai 2026
Der größte Coup des FC Bayern: Harry Kane liefert in Berlin den Beweis

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Harry Kane trifft beim 3:0 des FC Bayern gegen Stuttgart dreifach und holt den DFB-Pokal. Uli Hoeneß nennt ihn den besten Transfer der Klubgeschichte.
Es gibt Sätze, die hängen länger nach als das Spiel, in dem sie fielen. Uli Hoeneß hat am Samstagabend bei Sky einen davon gesagt: Harry Kane sei „der beste Transfer, den wir je gemacht haben". Bei einem Klub, der seit Jahrzehnten Stürmer einkauft, verkauft, verheizt und beerbt, ist das eine Ansage. Sie passt zu dem, was Kane im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart abgeliefert hat: drei Tore beim 3:0, der DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel gestreckt, Mitspieler, die ihm der Reihe nach in die Arme fielen.
Es waren seine Saisontore 59, 60 und 61. Eine Zahl, die man zweimal lesen muss, um sie zu glauben, und die Kane in eine kleine, sehr besondere Liste schreibt. Vor ihm haben nur Uwe Seeler 1963 mit dem HSV, Roland Wohlfarth 1986 mit dem FC Bayern und Robert Lewandowski 2012 mit dem BVB drei Tore in einem DFB-Pokalfinale erzielt. Drei Namen, drei Epochen, jetzt ein vierter. Wer sich an Lewandowskis Hattrick im Finale erinnert, weiß, wie selten so ein Abend ist. Kane hat ihn nicht inszeniert, er hat ihn einfach gespielt.
Das Bemerkenswerte daran ist, wie unaufgeregt der 32-Jährige diese Saison zu Ende gebracht hat. „Das war auf jeden Fall eine der besten Nächte meiner Karriere", sagte Kane danach, und es klang nicht nach Floskel, sondern nach jemandem, der sich seine Sätze vorher zurechtlegt. Sein Trainer Vincent Kompany formulierte es nüchterner: Kane habe „die Persönlichkeit für diese großen Spiele und die großen Momente", sein Spiel sei „komplett". Selbst Sebastian Hoeneß, dessen Mannschaft an diesem Abend dreimal aus dem eigenen Tor fischen durfte, sprach vom „weltklasse Gesamtpaket" und sagte: „Es ist schwer zu glauben, was er da teilweise leistet." Wenn der unterlegene Trainer den Gegenspieler so einordnet, hat man ungefähr verstanden, in welcher Liga Kane gerade unterwegs ist.
Bleibt die Frage, die in München jeder Pokalfeier inzwischen beigemischt ist: Wie lange noch? Kanes Vertrag läuft bis 2027, der Klub will verlängern, und der Stürmer hat am Samstagabend angedeutet, dass konkretere Gespräche nach der WM folgen sollen. Das ist die diplomatische Variante eines klaren Signals. „Ich bin wirklich glücklich. Wir haben ein fantastisches Team, vielleicht das beste in Europa, einen super Trainer. Ich genieße meine Zeit", sagte Kane. Und dann der Satz, den sie an der Säbener Straße eingerahmt haben dürften: „Solche Nächte sind der Grund, wieso ich hergekommen bin."
Damit ist viel gesagt und nichts unterschrieben. Kane redet von Genuss, nicht von Garantien, und er knüpft die Verlängerung an einen Zeitpunkt, der Monate weg ist. Für die Bayern heißt das: weiterwerben. Für Hoeneß' Lob heißt das: Es muss sich noch beweisen, ob der beste Transfer der Klubgeschichte auch der nachhaltigste wird. An Berliner Hattricks gemessen hat Kane jedenfalls bereits geliefert, was man von einem solchen Transfer erwarten darf, und ein bisschen mehr. Der Rest ist Verhandlung.







































