Fussballnationalmannschaft.net
·17 juin 2026
Deutschland bei der FIFA WM 2026 – Julian Nagelsmann ist 1000 Tage Bundestrainer – Alle Länderspiele

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·17 juin 2026

Julian Nagelsmann hat als Bundestrainer in 1000 Tagen bereits eine ganze Bandbreite an Momenten erlebt. Vom gelungenen Einstand über schmerzhafte Rückschläge bis zu großen Turnierabenden reicht die Zwischenbilanz des 37-Jährigen, der am 22. September 2023 als Nachfolger des glücklosen Hansi Flick übernommen hatte. Der SID blickt auf die wichtigsten Stationen seiner DFB-Zeit zurück.

Joshua Kimmich und Bundestrainer Julian Nagelsmann lachen an der Seitenlinie während des WM-Gruppenspiels der Gruppe E zwischen Deutschland und Curaçao am 14. Juni 2026 im Houston Stadium. Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
Ausgerechnet zur WM legte Nagelsmann in den USA los und feierte in Hartford im Bundesstaat Connecticut sein Debüt als zwölfter Bundestrainer der Geschichte. Nur Otto Nerz war bei seinem ersten Spiel jünger als der damals 36 Jahre alte Nagelsmann. Die DFB-Auswahl geriet zunächst mit 0:1 in Rückstand, drehte die Partie dann aber durch Ilkay Gündogan, Niclas Füllkrug und Jamal Musiala. Neben dem sportlich erfolgreichen Auftakt sorgte auch das karierte Flanell-Hemd des neuen Chefs für Gesprächsstoff. Das Holzfäller-Hemd wurde später für einen guten Zweck versteigert.
Schon zwei Monate nach diesem Start geriet Nagelsmann unter Druck. Nach den Niederlagen gegen die Türkei und in Österreich stand die Nationalmannschaft wenige Monate vor der Heim-EM mit dem Rücken zur Wand. Der Bundestrainer zog daraus harte Konsequenzen. Mats Hummels wurde endgültig aussortiert, Toni Kroos von einer Rückkehr überzeugt. Diese Entscheidungen legten den Grundstein für eine starke Heim-EM.
Der Höhepunkt folgte dann tatsächlich beim Turnier im eigenen Land. Mit Erfolgen in Frankreich und gegen die Niederlande schürte Nagelsmann mit seiner Mannschaft im März 2024 rechtzeitig vor dem Wettbewerb die EM-Euphorie. Gegen Schottland startete der Gastgeber schließlich völlig losgelöst ins Turnier. Die Fans standen wieder klar hinter dem Team, auch wenn das Ende im Viertelfinale unglücklich ausfiel.

Bundestrainer Julian Nagelsmann dirigiert seine Mannschaft lautstark von der Seitenlinie, als Deutschland am 14. Juni 2026 im Houston Stadium zum WM-Auftakt der Gruppe E auf Curaçao trifft. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Die bitterste Niederlage erlitt Deutschland im Spiel gegen den späteren Europameister Spanien. Nach einer mäßigen ersten Halbzeit war die Auswahl sogar nahe an einer Niederlage, doch Nagelsmann korrigierte seine Aufstellungsfehler mit Leroy Sané und Emre Can zur Pause. Joker Florian Wirtz rettete die DFB-Elf in die Verlängerung, ehe Schiedsrichter Anthony Taylor ein Handspiel von Marc Cucurella nicht ahndete. Kurz vor einem möglichen Elfmeterschießen traf Mikel Merino ins deutsche Herz. Danach sagte Nagelsmann: „Es tut weh, dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird“. Seine Tränen und die berühmte „Nachbar“-Rede am Tag danach bewegten das ganze Land.
Auch 2025 blieb es nicht ohne Rückschläge. Mit dem Final Four der Nations League erhielt die DFB-Auswahl zwar eine Mini-Heim-EM, doch die große Chance, frühzeitig WM-Euphorie zu entfachen, blieb ungenutzt. Im Halbfinale gegen Portugal kosteten auch Nagelsmanns Wechsel den Erfolg, anschließend ging auch das Spiel um Platz drei gegen Frankreich verloren. Der Fehlstart in die WM-Qualifikation im September verschärfte die Zweifel zusätzlich, als die Mannschaft in Bratislava gegen die Slowakei blamabel unterging. Erst das begeisternde Rückspiel gegen die Slowaken in Leipzig im November brachte die Wende.

Bundestrainer Julian Nagelsmann blickt am 31. Mai 2026 vor dem Länderspiel zwischen Deutschland und Finnland in der MEWA Arena in Mainz konzentriert auf das Feld. Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images
Auch abseits des Platzes sorgten Nagelsmanns Entscheidungen für Diskussionen. Vor der WM geriet seine Kommunikation in die Kritik. Bei der Rolle von Joshua Kimmich wich er mehrfach aus, im März 2026 erklärte er Leon Goretzka öffentlich zum Stammspieler und nahm diese Aussage wenig später wieder zurück. Die sensationelle Rückkehr von Manuel Neuer kostete ihn weitere Glaubwürdigkeit, während er Oliver Baumann vor den Kopf stieß. Nagelsmann selbst ordnete das so ein: „Generell bin ich über weite Strecken fein mit meiner Kommunikation“.
In 34 Länderspielen kommt Nagelsmann bislang auf 22 Siege. Sechs Partien endeten remis, sechs gingen verloren. Mit einem Schnitt von 2,12 Punkten pro Spiel liegt er hinter Berti Vogts mit 2,18 und Jupp Derwall mit 2,15 auf Rang drei. Zuletzt feierte er mit dem viermaligen Weltmeister zehn Siege in Serie.
Die WM wird für Nagelsmann zur nächsten Nagelprobe. Der erfolgreiche Auftakt gegen Curacao diente dabei als Mutmacher. Wie weit er und sein Team auf dem Weg zum fünften Stern kommen, bleibt offen. Das von Jürgen Klopp entfachte Störfeuer kam bei Nagelsmann nach Informationen aus dem Umfeld zu Recht nicht gut an, zumal der frühere Erfolgstrainer von Dortmund und Liverpool als Schatten-Bundestrainer gilt, Entschuldigung hin oder her. Nagelsmanns Vertrag läuft bis zur EM 2028, zudem sollen beide Seiten über eine Ausstiegsklausel verfügen.
Direct


Direct





































