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·1 juin 2026

Deutschland bei der WM 2026: Nagelsmanns neue Optionen

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Julian Nagelsmann hat beim Alternativen-Test in Mainz wertvolle Antworten für die WM-Vorbereitung bekommen. Zwar sieht seine Elf für die Mission fünfter Stern anders aus, doch nach dem klaren 4:0 gegen Finnland und dem Abschieds-Grillen mit 800 Fans am Frankfurter DFB-Campus steigt beim Bundestrainer der Hunger auf das Turnier weiter. Vor dem Flug in die USA hat der 37-Jährige aber die Gewissheit, dass der viermalige Weltmeister vor dem erhofften Raketenstart am 14. Juni in Houston gegen Curacao „keine große Baustellen“ mehr hat.

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Deniz Undav bejubelt sein Tor zum 1:0 für Deutschland gemeinsam mit Felix Nmecha im Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images)


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Undav, Karl und Brown drängen sich auf

Im Test in Mainz meldeten sich vor allem Deniz Undav und Lennart Karl eindrucksvoll an. Auch Felix Nmecha und Nathaniel Brown nutzten ihre Gelegenheit, um ihre Chancen auf echte Teilhabe am „American Dream“ zu erhöhen. Nagelsmann zeigte sich zufrieden und sagte: „können wir weitermachen“.

Allen voran Undav machte mit einem Doppelpack auf sich aufmerksam. „Deniz war sehr gefährlich in der Box“, lobte Nagelsmann den Stuttgarter, bei dem nach dem zweiten Treffer die „untere Arschbacke“ zwickte. Ein längerer Ausfall ist nach Einschätzung des Bundestrainers aber nicht zu erwarten. Trotzdem machte Nagelsmann klar, dass an Kai Havertz kein Weg vorbeiführt. „Wir brauchen Kai“, betonte er.

Auch über Lennart Karl verlor der Chefcoach viele warme Worte. Der Münchner sei ein unbekümmerter „Straßenkicker“, der sich „nix scheißt“, wie der Teenager seine Stärke frech selbst beschrieben hatte. „Er wird für uns sehr wertvoll sein“, sagte Nagelsmann. Gleichzeitig hob er auch den für Karl eingewechselten Leroy Sané hervor und sprach von dessen „unfassbare Dynamik“.

Herzstück im Mittelfeld und offene Flügel

Im Mittelfeld scheint Nagelsmann mit Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic seine Wunschlösung gefunden zu haben. Den Dortmunder hatte er zuvor bereits in den Rang der „Weltklasse“ gehoben. Dennoch fand der Bundestrainer auch für die übrige Konkurrenz anerkennende Worte, damit sich in der großen DFB-Familie niemand ausgegrenzt fühlt.

Eine der wenigen offenen Fragen bleibt die rechte Offensivseite. Auch links hinten ist der Kampf um einen Platz nicht entschieden, wo sich Brown als echte Alternative zu David Raum empfahl. Das neue Personal untermauert damit den Eindruck, dass die WM-Elf in den USA anders aussehen wird als die Variante aus Mainz.

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Jamal Musiala bejubelt seinen Treffer gemeinsam mit Teamkollege Brown im Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland am 31. Mai 2026 in der MEWA Arena in Mainz. (Copyright AFP)

Musiala zurück, Wirtz trifft, Nagelsmann mahnt

Die DFB-Familie rückte nicht nur sportlich, sondern auch abseits des Platzes enger zusammen. Am Abend waren Frauen, Kinder, Freunde und Verwandte dabei, außerdem wurde beim Campus-Barbecue mit jenen Nationalspielern, die am Vorabend nicht oder nur wenig gespielt hatten, gegen Finnland ein weiteres kleines Vorbereitungsspiel ausgetragen. Nagelsmann sprach von einem „wichtigen Test, um allen Spielrhythmus zu geben“.

Dieser Rhythmus und die körperliche Fitness seien gerade mit Blick auf die Hitze bei der XXL-WM entscheidend, betonte der Bundestrainer. Bei Jamal Musiala, der nach über 14 Monaten sein Comeback im DFB-Trikot gab, sieht er dennoch noch Luft nach oben. Immerhin blitzte im Zusammenspiel mit Florian Wirtz bereits die Klasse des „Wusiala“-Duos auf, beide Zauberfüße trafen. Per Mertesacker ordnete den Angriff ein und meinte, er habe „alles, was eine deutsche Mannschaft braucht, um weit im Turnier zu kommen“.

Nagelsmann störte sich allerdings daran, dass mitunter „zu viel Lust“ auf das Toreschießen aufkam. Dadurch hätten Geduld und Struktur zeitweise gelitten. Die Lösung sei, dass „das Vertrauen“ in die eigenen, herausragenden Fähigkeiten „weiter wachsen“ müsse. Ab Dienstag in Chicago will der Bundestrainer nach dem achten Sieg im achten Spiel zudem weiter „einschleifen“, „die wir seit drei Jahren machen“. Bei der Generalprobe gegen die USA am 6. Juni müsse es laut Kapitän Joshua Kimmich wichtig sein, „dass wir an die Art und Weise anknüpfen“, dann sei die Mannschaft „gut präpariert fürs Turnier“.

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