REAL TOTAL
·20 mai 2026
„Die letzten Wahlen!“ Riquelme will Pérez herausfordern – gegen Privatisierung

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Riquelme (l.) will Pérez (r.) herausfordern, sicher ist das aber noch nicht – Bilder: foro expansión, getty images
Nachdem Florentino Pérez in der letzten Woche mehr oder weniger spontan zu Neuwahlen aufgerufen hat, ist eigentlich noch nicht viel passiert. Zwar bestätigte Real Madrids Wahlvorstand am Donnerstag die möglichen Neuwahlen und mit Enrique Riquelme scheint sich bisher nur ein möglicher Gegenkandidat vorsichtig in Stellung gebracht zu haben, auch wenn er um mehr Zeit gebeten hat. Diese wird aber nicht wirklich eingeräumt: bis 23. Mai muss er seine Kandidatur einreichen, das beinhaltet wohl auch die Hinterlegung der Bürgschaft von angeblich über 170 Millionen Euro. Viel Theoretisches und Konjunktiv – bis jetzt. Denn da hat sich der 37-jährige Spanier nicht nur erneut geäußert, sondern auch mehr oder weniger klar positioniert. Ja, er will eigentlich kandidieren. Denn er erkennt die Dringlichkeit: „Es könnten die letzten Wahlen sein, das denken viele bei Real Madrid! Denn die Privatisierung kommt.“ Damit spricht er das mittlerweile große Ziel von Florentino Pérez und Co. an: den Klub für Investoren zu öffnen – wenn auch nur für fünf bis zehn Prozent. Anfangs zumindest. Pérez selbst erklärte das, um den Klub und seine Socios (Mitglieder) zu schützen.
Aber viele dieser fast 100.000 Mitglieder, denen der offiziell Verein gehört, sehen es eher anders. Denn dann würde der Klub ihnen nicht mehr zu 100 Prozent gehören. Und zu denen gehört auch Enrique Riquelme: „Viele von uns glauben, dass wir, die mit dieser Privatisierung nicht einverstanden sind, eine ethische und moralische Verpflichtung haben, dafür zu sorgen, dass Real Madrid weiterhin seinen Mitgliedern gehört und dass Real Madrid (…) mehr Transparenz und eine bessere Unternehmensführung bietet. Und wir werden daran arbeiten. Wenn wir etwas vorschlagen, wird es in diese Richtung gehen.“
Heißt: Der Mann aus Alicante will kandidieren, sicher ist das aber noch nicht – einerseits aufgrund der kurzen Zeitspanne, um ein Team und sportliches Projekt aufzubauen. Aber auch, ob er schlussendlich wirklich vom Wahlvorstand des Klubs zugelassen wird. Schon 2021 zeigte der Unternehmer Interesse an der Präsidentschaft, zog seine Kandidatur schlussendlich jedoch zurück, da Pérez unter anderem aufgrund der gut gemanagten Corona-Krise und dem im Umbau befindlichen Estadio Santiago Bernabéu als noch unbezwingbarer galt als jetzt. Und so dürfte er im Hintergrund an Ideen und Plänen geschmiedet, Verbündete gefunden haben. So zählen angeblich bereits Iker Casillas und Sergio Ramos zu seinen Partnern, auch Raúl González Blanco soll ein Teil seines Projekts werden – alle Drei hatten sich nicht unbedingt im Reinen von Pérez getrennt. Dass Riquelme jedoch jetzt quasi fünf Jahre tatenlos blieb, das klärte er auf dem „Foro Expansión“ gleich auf, so habe man sich eigentlich auf die kommenden Wahlen, die turnusmäßig 2029 stattgefunden hätten vorbereitet: „Wir hatten keinen Plan für jetzt, ganz und gar nicht. Natürlich arbeiten wir schon seit einiger Zeit daran, und es gab eine solche Strategie für 2028. Sie wurde um drei Jahre vorverlegt, zum Saisonende.“ Aber aufgrund der Dringlichkeit und der drohenden Privatisierung beziehungsweise dass die jetzige quasi die letzte Wahl sein könnte, will er es jetzt versuchen, den titelreichsten Präsidenten in Real Madrids Historie herauszufordern.
Und das noch ohne vorab Details bekannt zu geben – weder Partner und Unterstützer, noch mögliche Transfers oder andere sportliche Entscheidungen, womit er Socios überzeugen könnte, ihn zu wählen. Erstmal kandidieren und zugelassen werden. Dann können sich die rund 80.000 volljährigen, wahlberechtigten Mitglieder ein eigenes Bild machen. Er verspricht aber schonmal mehr Transparenz und Mitspracherecht für die Socios als in den letzten Jahren: „Das ist es, wie wir es in Madrid in den kommenden Jahren sehen: dass die Mitglieder ihre Meinung äußern können. Es wird viel von Transparenz und Demokratie gesprochen, und das ist Teil dessen, was wir anstreben.“
Wenn Real Madrid über seinen Wahlvorstand am 24. oder direkt noch am 23. Mai bekannt gibt, ob es zu einer Wahl kommt – der ersten „seit 20 Jahren“, so Riquelme, da Pérez die letzten „Wahlen“ allesamt konkurrenzlos gewonnen hat –, dann wird es wirklich spannend. Bis dahin sind Riquelme und Co. „24/7“ damit beschäftigt im Hintergrund die Fäden zu ziehen, statt jetzt schon in den Wahlkampf zu treten. Denn sicher ist das noch nicht, auch wenn er eigentlich will.
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