VfL Osnabrück
·18 mai 2026
Ein untypischer VfL-Sieg als Rekordbrecher

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·18 mai 2026

Mit einem turbulenten 4:3-Auswärtssieg beendete der VfL Osnabrück seine Meistersaison und verabschiedete sich dadurch mit gleich mehreren Rekorden aus der 3. Liga. Dabei war der Sieg gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart gar nicht VfL-typisch.
Nachdem die Mannschaft des VfL zu Beginn der Woche noch auf Mallorca verweilte und dort die Meisterschaft ausgiebig feierte, ging die Party am Samstag in der WIRmachenDRUCK-Arena nahtlos weiter. Über 2.000 Osnabrücker Fans reisten den Lila-Weißen hinterher und machten die Partie in Großaspach wieder einmal zu einem Heimspiel auf fremdem Rasen. Von Beginn an stand dort auch Torwart Niklas Sauter auf dem Platz, der gegen die Stuttgarter sein Pflichtspieldebüt für den VfL gab. Zwar kassierte der 23-Jährige am Ende drei Gegentore, zeigte mit insgesamt sieben Paraden aber auch die zweitmeisten am 38. Spieltag. In der defensiven Dreierkette feierte des Weiteren Robin Fabinski sein Comeback nach seiner Verletzungspause. Dementsprechend glücklich zeigte er sich im Interview bei VfL-TV auf die Frage, wie es sich angefühlt habe, wieder auf dem Platz zu stehen: „Sehr schön. Die Rückrunde war jetzt schon sehr unglücklich für mich, deswegen war es umso schöner, heute wieder von Anfang an auf dem Platz zu stehen.“
Zum ersten Mal durfte der 22-Jährige in der 32. Minute den Jubelsprint zum Torschützen ansetzen, als Bjarke Jacobsen die Flanke von Patrick Kammerbauer per Kopf vollendete. Der Däne war auf der Sechserposition mit 77 Ballaktionen, 50 Pässen und 34 Zweikämpfen der aktivste Spieler auf dem Platz. Patrick Kammerbauer dagegen brillierte am Samstagnachmittag mit seinen Assistqualitäten und legte nur sechs Minuten später auch den Treffer von Fridolin Wagner auf. Auch seine dritte Torschussvorlage wurde später erfolgreich von Lars Kehl im Kasten von Torwart Jerik von der Felsen untergebracht. „Was Patrick wieder macht, ist perfekt. Der spielt immer perfekt, das ist Wahnsinn. Diese Woche seit Mallorca ist mein linker Fuß eingestellt. Sehr schönes Tor und noch schöner der Jubel. Ganz klar“, erklärte er im Doppelinterview mit Robert Tesche, in dessen Arme Kehl nach seinem Treffer sprang, bei MagentaSport. Zum allerersten Mal traf der 24-Jährige dabei mit links im Dress des VfL.
Zum allerletzten Mal stand Robert Tesche in seiner Karriere gegen die Stuttgarter auf dem Platz. In der 84. Minute wurde der Routinier eingewechselt und absolvierte damit seinen 120. Einsatz in Lila-Weiß. Dabei sollte der Mittelfeldspieler sicherlich etwas Ruhe in die Partie bringen, die sich mit dem Wiederanpfiff zu einem wilden Hin und Her entwickelte. „Ich glaube, dass uns hinten raus ein bisschen die Körner ausgegangen sind. Die Körner muss ich wahrscheinlich auf Mallorca am Strand suchen. […] Es war eigentlich bis zum 3:0 ein sehr gutes Spiel von uns. Ich glaube, wenn wir noch ein bisschen länger die Null halten, dann ergeben sich noch mehr Räume, dann hätten wir hier vielleicht auch einen Kantersieg einfahren können. So müssen wir am Ende zittern gegen eine aber auch richtig gute Stuttgarter Mannschaft“, zog Cheftrainer Timo Schultz im Interview bei VfL-TV ein Fazit zum Spiel. Verteidiger Robin Fabinski schloss sich der Meinung seines Trainers an: „Also die zweite Halbzeit lief echt nicht nach Plan. In der ersten Halbzeit haben wir unseren Matchplan gut umgesetzt, weil wir wussten, dass die offensiv schon Qualität haben, das hat man heute gesehen. Und die zweite Halbzeit war einfach ein bisschen zu unkontrolliert und unsauber, auch nach vorne im Spiel. Aber im Endeffekt war es das letzte Spiel heute und wir können froh sein, dass wir gewonnen haben. Jetzt freuen wir uns alle auf morgen“, zog Robin Fabinski sein Fazit nach dem Spiel.
Die Vorfreude auf den Sonntag bezog sich dabei auf die Meisterfeier auf dem Marktplatz, bei der rund 2.000 Fans die Mannschaft noch einmal feierten. Zuvor lud Oberbürgermeisterin Katharina Pötter ins Rathaus ein und ließ die Meistermannschaft ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Auf der Bühne vor dem Rathaus konnten die Fans dann nicht nur der ein oder anderen Gesangseinlage der Spieler lauschen, sondern dank Theo Janotta auch beobachten, wie man den Meisterpokal als Bierrutsche nutzen kann. Die Feier auf dem Marktplatz galt als endgültiger Schlusspunkt der Feierlichkeiten einer denkwürdigen Saison. Schließlich sicherte sich der VfL mit dem Sieg nicht nur die Punkte 78, 79 und 80 und knackte somit als erst viertes Team der Drittligageschichte diese besondere Marke, sondern spielte generell die beste Halbserie jemals. 48 Punkte fuhren die Lila-Weißen in der Rückrunde ein. Nur eine einzige Niederlage musste man verbuchen. Mit nun 13 Auswärtssiegen sicherte man sich ebenfalls den Eintrag in die Geschichtsbücher als beste Auswärtsmannschaft der Drittligageschichte. Nach dieser herausragenden Spielzeit haben sich alle Beteiligten die nun folgende Sommerpause redlich verdient – ehe nach einem historischen Jahr schon bald das nächste Kapitel in Lila-Weiß in der 2. Bundesliga beginnt.
Text: Jendrik Greiwe Bilder: Fabian Frommeyer







































