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·11 juillet 2026

England ringt Norwegen nieder: Bellingham wird erneut zum Matchwinner

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Das dritte WM-Viertelfinale zwischen Norwegen und England entwickelte sich zu einem Auf und Ab, das eine Verlängerung benötigte, um den Sieger zu ermitteln.

Während die Skandinavier bei ihrer ersten Teilnahme seit 28 Jahren auftrumpften und spätestens seit dem Weiterkommen gegen Brasilien (2:1), an dem herausragende Torhüter Örjan Nyland sowie Superstar Erling Haaland erheblichen Anteil besaßen, in der Heimat als Helden verehrt werden, sehnt sich England nach dem ersten WM-Titel seit 1966. In einem denkwürdigen Achtelfinale gegen starke Mexikaner, die dazu von über 80.000 fanatischen Fans angetrieben wurden, gelang ein erster großer Schritt.


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Bellingham kontert Schjelderup-Traumtor

Bei drückender Hitze in Miami übernahmen die Three Lions das Kommando. Norwegen hatte dagegen aber auch keine Einwände, verzichtete es doch komplett auf hohes Anlaufen. Torszenen ließen zunächst auf sich warten. Brenzlig wurde es erstmals in der letzten Aktion vor der obligatorischen Trinkpause, als Nico O’Reilly eine scharfe Hereingabe von Noni Madueke nicht in Richtung Tor gedrückt bekam.

Insgesamt zählten die Statistiken aber nur einen Torschuss, der keiner weiteren Erwähnung bedarf. In der 29. Minute näherte sich Harry Kane dem gegnerischen Gehäuse an, sein Freistoß aus rund 20 Metern setzte er jedoch einen guten Meter drüber. Die erste klare Möglichkeit ergab sich allerdings auf der anderen Seite, als Erling Haaland recht unbedrängt in die Arme von Jordan Pickford köpfte. Im Gegenstoß verlor Kane den Ball gegen Patrick Berg und leitete weiter auf Martin Ödegaard, der Andreas Schjelderup bediente, dessen Hammer aus halblinker Position im rechten Torwinkel einschlug – 1:0 (36.).

Beflügelt vom Führungstreffer hätte Norwegen fast nachgelegt. Alexander Sörloth tankte sich gegen O’Rilley durch und beförderte die Kugel knapp über den Kasten. England agierte in dieser Phase sehr wacklig, lieferte aber dennoch vor der Pause eine Antwort. Nach Zuspiel von Anthony Gordon setzte sich Jude Bellingham mit einem herausragenden ersten Kontakt von Gegenspieler Torbjörn Heggem ab und vollendete im Grätschen zum 1:1 ins lange Eck. Kurz darauf steckte der Torschütze für Kane durch, der eiskalt per Chip vollendete, aber sich in Abseitsstellung befand. Somit ging es ausgeglichen in die Pause.

Norwegischer Treffer wird aberkannt

Thomas Tuchel nahm zur Pause zwei Wechsel vor. Eberechi Eze und Bukayo Saka kamen für Declan Rice sowie den weitestgehend wirkungslosen Madueke. Die Anfangsminuten gehörten jedoch Norwegen. Sörloth mit einer abgerutschten Flanke sowie Haaland per Kopf prüften Pickford, der jeweils parierte. Infolge eines Eckballs hielt der Schlussmann stark gegen Berg, doch den Abpraller verwertete Heggem aus kurzer Distanz zur neuerlichen Führung. Da jedoch Haaland zuvor seinen zukünftigen Mannschaftskollegen Elliot Anderson zu Boden schubste, nahm Schiedsrichter Clement Turpin das Tor nach Ansicht der Bilder zurück.

Auch in der Folge blieb der vermeintliche Außenseiter das aktivere Team. Von England war hingegen trotz der auf dem Papier offensiveren Herangehensweise nur wenig zu sehen. Auch nach der Trinkpause trat zunächst keine Besserung ein. Norwegen kam nämlich der Führung äußerst nahe, nachdem Kristoffer Ajer eine Direktabnahme von Fredrik Aursnes mit dem Schädel weiterleitete und die Kugel am Querbalken landete (76.).

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Foto: Getty Images

Keine 120 Sekunden darauf wie eine scharfe Saka-Hereingabe beinahe ins lange Eck gerauscht. Eine feine Einzelleistung von Saka hätte beinahe sogar zum Siegtor geführt, doch Aursnes rettete in letzter Sekunde vor Eze, der den Ball nur noch über die Linie hätte drücken müssen. Letztlich mussten sich die in der Endphase zulegenden Three Lions mit der Verlängerung abfinden.

Bellingham lässt England erneut jubeln

Dort erwischten sie den besseren Start. Erst scheiterte Kane mit einem Kopfball aus spitzem Winkel an Nyland, dann ließ der im bisherigen Turnierverlauf so überzeugende Schlussmann einen Distanzschuss des eingewechselten Morgan Rogers unglücklich nach vorne abprallen, Bellingham – schon gegen Mexiko doppelt erfolgreich – war zur Stelle und staubte zum 1:2 ab (93.). Sechs Zeigerumdrehungen später stellte Djed Spence im Strafraum das Bein raus und nahm einen Kontakt von Oscar Bobb dankend an. Turpin gab zunächst Elfmeter, korrigierte sich infolge des Videostudiums aber schnell.

Den zweiten Abschnitt begann Norwegen ohne Haaland. Für ihn sprang Jørgen Strand Larsen in die Bresche. Den ersten Versuch gab Berg ab, dessen Schuss etwa einen Meter zu hoch angesetzt war (109.). Nahezu im direkten Gegenzug verhinderte Nyland mit einer Doppelparade gegen Spence und Saka die vorzeitige Entscheidung. Seine Vordermänner rannten in der Folge wieder an, investierten die letzten vorhandenen Kräfte. Die letzte Ausgleichschance vergab Bobb etwas überhastet.

Somit setzte sich England knapp durch und erreichte erst zum vierten Mal in der langen Fußballhistorie das WM-Halbfinale. Dort wartet der Sieger aus dem letzten Viertelfinale zwischen Titelverteidiger Argentinien und der Schweiz.

Norwegen – England 1:2 n. V.

Norwegen: Nyland,-Ryerson (60. Aursnes), Ajer, Heggem (91. Östigard), Møller Wolfe (90. Pedersen),-Berge,-Ödegaard, Berg,-Sörloth (68. Bobb), Haaland (106. Strand Larsen), Schjelderup (68. Nusa)

England: Pickford,-Konsa (89. Rogers), Stones, Guehi, O’Reilly (86. Spence),-Anderson, Rice (46. Eze),-Madueke (46. Saka), Bellingham (111. Burn), Gordon (71. James),-Kane

Tore: 1:0 Schjelderup (36.), 1:1 Bellingham (45+2.), 1:2 Bellingham (93.)

Foto: Getty Images

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