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·22 mars 2026
Erneuter Ergebnis-Frust beim 1. FC Köln: Gegen Gladbach ist der FC wie vom Pech verfolgt

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Hendrik Broschart
22 März, 2026
Im wilden Rheinderby zeigt der 1. FC Köln gegen Gladbach Moral und Comeback-Qualität, steht am Ende aber wieder mit zu wenig da. Verletzungen, unglückliche Aktionen und strittige Entscheidungen fügen sich zu einem Spiel, in dem dem FC schlicht alles gegen den Strich lief.

Auch gegen Borussia Mönchengladbach konnte die Sieglosserie nicht gebrochen werden beim 1. FC Köln (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)
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Zaghafter Applaus hallte gestern Abend durch das sich rasch leerende RheinEnergieStadion. Die Geißböcke überzeugten zwar wieder mit ihrer Leistung in einem wilden Spiel, doch die Bilanz mit einem Punkt gegen Gladbach fällt erneut unzufriedenstellend aus. Sollte der FC St. Pauli am Sonntagnachmittag zu Hause gegen den SC Freiburg gewinnen, stünde der 1. FC Köln sieben Spieltage vor Saisonende erstmals unter dem Strich. Coach Lukas Kwasniok suchte hierfür gestern nach den richtigen Worten: „Ich weiß, dass in der Öffentlichkeit in erster Linie Ergebnisse als Argumente herangezogen werden und glaube aber, als Vereinsverantwortlicher schaut man in erster Linie darauf, wie die Jungs gemeinsam mit dem Trainer arbeiten und welche Überzeugung vorhanden ist“, äußerte der 44-Jährige gegenüber Sky. Im Duell gegen Gladbach habe man ihm Hindernisse in den Weg gelegt. „Egal ob es dann Unparteiische sind oder Verletzungen, wo wir heute einfach einen 19-Jährigen reingeworfen haben. Das ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Köln.“
Und in der Tat: Ein Blick auf die 90 Minuten zeigt, wie viel an diesem Abend gegen den FC lief. Es begann mit der Hiobsbotschaft, dass der Aushilfs-Rechtsverteidiger Tom Krauß das Aufwärmen aufgrund von Knieproblemen abbrechen musste. Ersatzspieler Jan Thielmann war nach seiner Muskelverletzung noch nicht fit genug für einen Einsatz in der Startelf, schon gar nicht in einem intensiven Derby. So fiel die Wahl auf einen 19-jährigen Nachwuchsspieler, der vorwiegend in der Regionalliga West spielt und erst vor zwei Wochen gegen Borussia Dortmund seine ersten Schritte auf der ganz großen Bühne machen durfte. Für vier Minuten stand bis Cenny Neumann dahin auf dem Rasen in Müngersdorf.
Die Fohlen hatten seine Seite schnell als schwächstes Glied ausgemacht. So kam es, wie es kommen musste. Neumann war am 0:1 nach nur 28 Sekunden maßgeblich beteiligt, ließ sich obendrein vor dem 2:3 austanzen. Angesichts der enormen Erwartungshaltung und des Drucks kann man Neumann sicherlich keinen Vorwurf machen. Vielmehr ist es einmal mehr die Verletzungsproblematik, die dem FC in dieser Sache einen Strich durch die Rechnung machte.
Gegen seinen Ausbildungsverein wirkte Neumanns Gegenspieler Castrop wie entfesselt. Der Außenbahnspieler brach gegen den FC seinen Torbann, traf erstmals seit dem fünften Spieltag wieder und erzielte zudem zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere zwei Tore in einer Partie. Die beiden Treffer schmecken ihm umso süßer, da er keine guten Erinnerungen an seine Zeit im Geißbock-Trikot hat. Denn bei den Profis bekam das Kölner Eigengewächs damals nicht die erhoffte Chance. „Ich war ein sehr ehrgeiziger junger Spieler und wollte so schnell wie möglich mein Debüt geben. Dann habe ich alle Spieler in meinem Jahrgang um mich herum gesehen. Ich habe gesehen, wie die ganzen Talente in ihren Mannschaften zu ihren ersten Spielen kamen. Und ich stand irgendwie auf der Stelle, kam nicht weiter. Das ist kein Vorwurf an Köln, es gibt kein böses Blut, aber natürlich war es enttäuschend für mich. Deshalb habe ich mir einen anderen Weg gesucht“, so der Gladbacher gegenüber Sky.
Sein Weg führte ihn im Januar 2022 nach Nürnberg und im letzten Winter schließlich an den Niederrhein zu Borussia Mönchengladbach. Für ihn schloss sich gestern mit dem Beinschuss an Schwäbe aus gut 13 Metern und dem Traumtor in den rechten Winkel der Kreis.
Als ob das nicht schon genug wäre, verschaffte der Unparteiische Sören Storks den Geißböcken dann auch noch einen gravierenden Nachteil. Eric Martel holte sich in zwei nahezu identischen Aktionen die Gelb-Rote Karte ab. Zunächst traf der Ellbogen des Mittelfeldspielers Haris Tabakovic (73.), dann Joe Scally (86.) nach dessen Kopfballtreffer zum 3:3. Schiedsrichter Storks und seine Assistenten vergaben die zweite Karte damit in einer entscheidenden Phase der Partie. Thomas Kessler bewertete dies im Anschluss mit großer Enttäuschung. „Ich fand, dass wir heute viele Situationen hatten, bei denen ich mich wirklich gewundert habe, warum er so entschieden hat. […] Weil am Ende, in der Phase, in der du das 3:3 machst, winkt er Abseits und gibt dann noch eine Gelb-Rote Karte. Im Laufe des Spiels gab es viele gelbe Karten, bei denen ich mir wirklich Fragezeichen gesetzt habe.” Irritierend war sicherlich auch der Fakt, dass Storks und sein Team einen Ellbogencheck von Gladbachs Joey Scally gegen Martel, durch den der 23-Jährige Mitte der ersten Hälfte zu Boden ging, nicht ahndeten.
Alles in allem standen die Sterne über Müngersdorf für Lukas Kwasniok und seine Mannschaft maximal ungünstig. Die Verletzung von Krauß, Castrops Remontada und die fragwürdigen Entscheidungen von Sören Storks haben womöglich das Aus von Kwasniok in Köln besiegelt. In seinem womöglich letzten Interview nach einem Spiel ließ er es sich allerdings nicht nehmen, noch einmal eine Kampfansage loszuwerden.: „Das ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Köln, und ich glaube, eins spürt man sehr wohl: Ich mache das mit Hingabe, mit Liebe für den Verein, für die Mannschaft, und das werde ich bis zum Schluss tun.“ Nun liegt es bei Geschäftsführer Kessler zu entscheiden, ob Kwasniok bereits vor der Länderspielpause seine Sachen packen muss. Darüber wird just in diesem Moment diskutiert. Kwasniok war schon am Geißbockheim, brach aber kurz danach wieder auf.
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