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·1 avril 2026

Exklusiv: Stadt prüft Giesing-Logen - neues Konzept für 1860 nimmt Formen an

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Der zentrale Slogan des neuen Münchner Oberbürgermeisters Dominik Krause lautete im Wahlkampf: „Weil mehr geht.“

Nach db24-Informationen könnte dieser Satz nun auch in der Stadionfrage des TSV 1860 konkrete Auswirkungen haben. Denn neben dem geplanten Ausbau des Grünwalder Stadions auf rund 25.000 Plätze wird nach dem Reiter-Aus im Rathaus offenbar an einem ergänzenden Modell gearbeitet, das zusätzliche Einnahmen ermöglichen soll – und zwar außerhalb des Stadions. Hintergrund ist, dass die neue Machbarkeitsstudie nur eine begrenzte Anzahl klassischer Logen vorsieht. Um dennoch zusätzliche Erlöse zu generieren, prüfen Stadt und Verein nach Informationen aus mehreren Quellen ein Konzept, bei dem ausgewählte Wohnungen mit direktem Blick auf das Stadion an Spieltagen als exklusive Hospitality-Flächen genutzt werden könnten. Denkbar wäre, dass interessierte Eigentümer ihre Wohnungen temporär zur Verfügung stellen und die Vermarktung über eine zentrale Plattform erfolgt – angelehnt an bekannte Sharing-Modelle. Die Gäste würden dabei ein Komplettpaket erhalten, das vom Zugang zur Wohnung über Catering durch lokale Partner bis hin zu einem organisierten Transfer reicht. Sowohl die Eigentümer als auch der Klub könnten an den Einnahmen beteiligt werden, während die Stadt zusätzliche Steuereffekte erwartet.


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Dass das „Kiebitzen“ rund um die Grünwalder Straße keine neue Erscheinung ist, zeigt ein Blick in die Geschichte: Das Ehepaar Blendinger galt über Jahrzehnte als feste Institution. Hans Blendinger lebte bereits in der Grünwalder Straße, als es das Stadion noch gar nicht gab. 1943 überlebten er und seine Frau Wally einen schweren Fliegerangriff nur, weil sie sich zufällig im Vereinsheim des TSV 1860 aufhielten. Nach dem Wiederaufbau ihres Hauses mit der Nummer 7 wurde ihre Wohnung zeitweise sogar zur improvisierten Mannschaftskabine der Löwen, weil im Stadion entsprechende Räumlichkeiten fehlten – so berichtete einst die „Süddeutsche Zeitung“. Später entwickelte sich die Blendinger-Wohnung zu einem Treffpunkt für Fans: Zeitweise sollen bis zu 30 Besucher gleichzeitig die Spiele von dort verfolgt und eine weiß-blaue Wohnzimmer-Atmosphäre geschaffen haben. Was damals improvisiert war, könnte nun erstmals strukturiert und wirtschaftlich genutzt werden.

Während dieses Grundmodell intern als durchaus realistisch gilt, sind in den vergangenen Tagen offenbar auch weitergehende Details diskutiert worden. Aufgrund der angespannten Parkplatzsituation rund um Giesing soll die Anreise bewusst ohne Individualverkehr erfolgen. Statt klassischer Shuttlebusse ist nach db24-Informationen sogar ein individueller Transportservice vorgesehen, der die Gäste direkt vor ihre jeweilige „Giesing-Loge“ bringt. In internen Überlegungen ist dabei konkret von einem Rikscha-Service die Rede, der an Spieltagen eingesetzt werden könnte und die Besucher auch nach Abpfiff weiter durch den Stadtteil fährt – etwa zu ausgewählten Gastronomiebetrieben für die „dritte Halbzeit“. Ziel ist es offenbar, nicht nur das Stadion, sondern den gesamten Stadtteil als Erlebnisraum rund um den Spieltag neu zu denken. In diesem Zusammenhang wird auch über begleitende Eventformate gesprochen. So soll sich Dominik Krause intern offen gezeigt haben, einzelne Veranstaltungen persönlich zu begleiten – inklusive eines möglichen DJ-Auftritts bei besonderen Anlässen.

Nach db24-Informationen ist geplant, das Konzept in den kommenden Monaten vereinsintern vorzustellen und perspektivisch auch die Mitglieder einzubinden – möglicherweise sogar im Rahmen einer digitalen Abstimmung. Klar ist: In Giesing wird weiter gedacht. Oder, um es mit Krauses Wahlslogan zu sagen: Weil mehr geht.

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