Früher Treffer, später Jubel: Der besondere Auswärtssieg im Ludwigspark | OneFootball

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VfL Osnabrück

·1 février 2026

Früher Treffer, später Jubel: Der besondere Auswärtssieg im Ludwigspark

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Vor einem prall gefüllten Auswärtsblock im Ludwigsparkstadion feierte die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz am gestrigen Samstag den Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken. Den Treffer des Tages sahen die meisten der über 1.000 mitgereisten VfL-Fans jedoch nicht und holten den Torjubel kurioserweise erst nach dem Abpfiff nach.

In den frühen Morgenstunden machten sich am Samstagmorgen in Osnabrück zahlreiche VfL-Fans mit dem von der Fanszene organisierten Sonderzug auf den Weg in die Landeshauptstadt des Saarlandes. Schnell wurde auf der Reise jedoch klar, dass die geplante Ankunftszeit deutlich verfehlt wird und ein pünktlicher Stadionbesuch somit nicht möglich ist. Aufgrund des Beschlusses, den Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde auf 14:30 Uhr zu verschieben, konnten die lila-weißen Anhänger gestern dennoch gut eine Stunde Fußball sehen. An dieser Stelle geht der Dank des VfL Osnabrück an alle Personengruppen, die an der Entscheidung beteiligt waren und sie verständnisvoll mitgetragen haben.


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Sichtlich unbeeindruckt vom verschobenen Anpfiff zeigten sich die Osnabrücker. Auch Niklas Wiemann lobte nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport die Anfangsphase seiner Mannschaft: „Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen. Die ersten 15 Minuten haben wir richtig guten Fußball gespielt, ohne jetzt auch zwingend zu werden. Wir hatten aber eigentlich totale Kontrolle und Dominanz und gefühlt nach dem Tor haben wir das alles irgendwie vermissen lassen.“ Das vom Verteidiger angesprochene Tor erzielte der 26-Jährige dabei selbst. So richtig wusste er jedoch auch nicht, wie der Ball am Ende im Tor von Phillip Menzel landete. „Ich glaube, es war mehr Hüfte. Es fühlt sich sehr gut an. Ich bin heute auch endlich mal wieder Zielspieler gewesen und ich habe direkt gezeigt, dass man das auch durchaus mal öfter machen kann“, erzählte der Innenverteidiger bei VfL-TV mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Unrecht mit seiner Forderung hat er dabei nicht: Fünf seiner nun sieben Treffer im Dress des VfL markierten das zwischenzeitliche 1:0. Dreimal blieb sein Treffer dabei das einzige Tor des Tages, wodurch der Defensivmann auch gestern wieder zum Matchwinner avancierte. Der linke Innenverteidiger in der Dreierkette war jedoch nicht nur mit seiner Offensivaktion auffällig. Auch in seinem Hauptarbeitsbereich überzeugte er mit einer Zweikampfquote von 56,7 Prozent. Allgemein führte der gebürtige Detmolder die meisten Zweikämpfe (30) aller VfL-Spieler.

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Dass die linke Außenbahn besonders gefordert war, zeigen auch die Statistikwerte von Frederik Christensen, der über die kompletten 90 Minuten als Schienenspieler agierte und mit 11,3 Kilometern die längste Laufdistanz des Spiels absolvierte. Zudem war der Däne an den meisten Ballaktionen (56) beteiligt. Dabei wurde die stabile Defensive der Lila-Weißen gestern ordentlich gefordert. Mit insgesamt 23 Torschüssen ließ man die meisten des bisherigen Spieltags zu. Auch Cheftrainer Timo Schultz stellte nach Spielende die Defensivleistung im Interview bei Magenta Sport in den Vordergrund: „Ich glaube, wenn man das Spiel gesehen hat, konnte man sehen, dass wir es wieder geschafft haben, wahnsinnig viel wegzuverteidigen. Wir hatten acht, neun, zehn Ecken, die wir überstehen mussten. Saarbrücken hat Druck aufgebaut und wir haben es nicht geschafft, uns daraus zu befreien, und haben auch die Konter nicht gut gefahren. Dementsprechend ist es ein glücklicher Sieg, aber beschweren kann ich mich auch nicht.“ So blieb Torwart Lukas Jonsson in seinen nun 22 Einsätzen ganze elfmal ohne Gegentor. Auch gestern hatte der Schwede durch einige gute Paraden gegen Dominic Baumann in der 22. und 66. Minute seinen Anteil am siebten Auswärtssieg der Saison.

Ebenfalls nicht unbedeutend für den Sieg des VfL war Lars Kehl, der wie bereits im Heimspiel gegen 1860 München den Treffer des Tages per Eckball vorbereitete. In seinem 70. Spiel für die Lila-Weißen feierte der 23-Jährige bereits seine achte Saisonvorlage. Acht Torschussvorlagen lieferte der Offensivmann im Januar ab und damit den viertbesten Wert der Liga. Gegen den 1. FC Saarbrücken brachte Kehl 87,5 Prozent seiner Zuspiele an den Mitspieler und wies damit die beste Passquote beim VfL auf.

Seine Vorlage zum 1:0 sah die Mehrheit der VfL-Fans gestern jedoch nicht. Diese kamen erst in der 30. Minute im Stadion an, lieferten dann jedoch einmal mehr einen herausragenden Support. So kam es dazu, dass die Fans den verpassten Torjubel einfach gemeinsam mit der Mannschaft nach dem Abpfiff vor dem Gästeblock nachholten. Nicht weniger feiern wollen die Lila-Weißen dann auch in der nächsten Woche an der Bremer Brücke. Dort ist der VfL – ganz anders als auf fremden Plätzen – in dieser Saison noch nicht ganz so erfolgreich.

Damit sich dies im Heimspiel am Samstag gegen den TSV Havelse (Anpfiff: 14:00 Uhr) ändert, hatte Timo Schultz am Mikrofon bei Magenta Sport auch schon eine Idee: „Ich habe schon mit dem Busfahrer gesprochen, vielleicht holt der uns einfach ab und wir fahren eine Runde durch Osnabrück.“ Ob im Auto, Bus oder in der Bahn – die Laune auf dem Weg zurück in die Hasestadt war am gestrigen Samstagabend in jedem lila-weißen Gefährt sicher ziemlich ausgelassen.


Text: Jendrik Greiwe Fotos: Jonas Jürgens

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