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·7 juillet 2026
Gustavo Puerta: Kolumbiens neuer Taktgeber fand sein Glück erst nach dem Leverkusen-Flop

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Strahlend trat Gustavo Puerta in der Nacht zum Sonntag in Kansas City vor die Mikrofone. Kolumbien hatte kurz zuvor Ghana im Sechzehntelfinale mit 1:0 besiegt. „Es ist ein Traum, dass ich bei dieser WM spiele, und nun stehen wir gar im Achtelfinale gegen die Schweiz„, sagte der 22-Jährige schier ungläubig. Am Erfolg war er einmal mehr maßgeblich beteiligt. Heute Abend (22 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV) will er mit den Cafeteros den nächsten Schritt machen.

Kolumbiens Mittelfeldspieler Gustavo Puerta am Ball im Gruppenspiel der WM 2026 gegen Portugal am 27. Juni 2026 im Miami Stadium in Miami Gardens. (Megan Briggs / Getty Images North America via Getty Images)
Schweiz - Kolumbien1/8
Di 07.07. · 22:00 Uhr · ARD
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„Puerta spielt bislang ein großes Turnier“, lobt Nationaltrainer Nestor Lorenzo. „Trotz seines jungen Alters ist er ein kompletter Mittelfeldspieler. Er ist intelligent und hat viel Persönlichkeit. Er gibt bei uns das Tempo und den Takt vor.“ Selbst Richard Rios, den Puerta im Vorfeld des Turniers aus der Stammelf verdrängt hat, findet ausschließlich positive Worte: „Ich bin geradezu verzückt, wie großartig Gustavo spielt. Ich gönne es ihm, er hat es sich verdient, denn er hat nichts geschenkt bekommen.“
Dabei verlief Puertas Weg alles andere als geradlinig. Lorenzo lud ihn erstmals zu einem Lehrgang ein, als er noch bei Zweitligist Bogota FC unter Vertrag stand. 2023 fiel er Scouts von Bayer Leverkusen bei der U20-Südamerikameisterschaft auf, der Werksklub verpflichtete ihn prompt. In Deutschland aber fand Puerta sein Glück nicht: Die Konkurrenz in Leverkusen war riesig, dazu machten ihm kulturelle und sprachliche Hürden zu schaffen. Nur zehn Einsätze standen am Ende zu Buche, beim 1. FC Nürnberg, an den er zwischenzeitlich ausgeliehen war, spielte er gar nie.
Die Erlösung kam mit der Leihe zu Hull City: In der Championship fand Puerta zu alter Stärke zurück und bestritt in der Saison 2024/25 30 Spiele. Weil Hull ihn wegen einer Transfersperre nicht fest verpflichten durfte, wechselte er für 3,5 Millionen Euro zu Racing Santander, wurde dort sofort Leistungsträger und stieg mit dem Klub in La Liga auf.
Im November 2025 ließ Lorenzo ihn debütieren, viele in der Heimat schüttelten damals über den nahezu Unbekannten den Kopf. Inzwischen ist Puerta aus der Startelf nicht mehr wegzudenken und zu einem der beliebtesten Spieler des Teams aufgestiegen. Zusammen mit Jefferson Lerma hält er Spielmacher und Kapitän James Rodriguez im zentralen defensiven Mittelfeld den Rücken frei, schaltet sich aber auch gerne in die Offensive ein. „Der Trainer verlangt Vielseitigkeit von mir. Mal links, mal rechts, mal vorne, mal hinten. Meine Rolle macht mir Spaß“, sagt Puerta, der bis zu zwölf Kilometer pro Spiel abspult.
Der in einer ländlichen, guerrillageplagten Gegend nahe Cali aufgewachsene Puerta glaubt fest daran, dass das kolumbianische WM-Abenteuer gegen die Schweiz nicht endet: „Ich habe viel Vertrauen in unsere Mannschaft, die wie eine Familie ist. Kolumbien spielt mit Herz und wird von großartigen Anhängern unterstützt.“ Sein Vertrag in Santander läuft bis 2029 und enthält eine Ausstiegsklausel über 18 Millionen Euro, an einem Transfer würde Leverkusen mit 8,5 Millionen Euro partizipieren. AS Rom, Atalanta Bergamo, Bologna, Villarreal und Betis Sevilla sollen bereits interessiert sein. Puerta lässt das nach eigener Aussage kalt: „Ich konzentriere mich nur auf das, was auf dem Spielfeld ist.“


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